Hat UFC-Star Jon Jones das Potenzmittel Cialis geschluckt? - Bildquelle: Getty ImagesHat UFC-Star Jon Jones das Potenzmittel Cialis geschluckt? © Getty Images

München – Jetzt geht es unter die Gürtellinie! Das Drama um den positiven Doping-Test von UFC-Star Jon Jones entwickelt sich zum waschechten Sex-Skandal. Das ist allerdings gut für Jones, der damit kurioserweise seine Reputation als bester Kämpfer der Gegenwart retten könnte.

Denn: Wie UFC-Mittelgewichts-Champion Michael Bisping nun in seinem Podcast „The Countdown“ behauptet, habe Jones zwar tatsächlich leistungssteigernde Substanzen eingenommen, jedoch keine Dopingmittel.

Bisping: Jones nahm Sex-Pille Cialis

Offenbar wollte der 29-Jährige nicht seine Leistung im Käfig, sondern im Bett verbessern. Glaubt man Bisping, sei nämlich das Potenzmittel Cialis für das positive Testergebnis des einstigen UFC-Halbschwergewichts-Champions verantwortlich. Ein Mittel, das vornehmlich bei erektiler Dysfunktion eingesetzt wird.

Jones war Anfang Juli positiv auf den Östrogenblocker Clomifen und den Aromatasehemmer Letrozol getestet worden, der unter anderem zur Behandlung von Brustkrebs verwendet wird. Beide Substanzen stehen auf der Verbotsliste der Anti-Doping-Behörde USADA, weil sie häufig dazu missbraucht werden, den männlichen Hormonhaushalt nach einem Steroid-Zyklus wieder zu stabilisieren.

Aufgrund des positiven Testergebnisses wurde Jones aus dem Hauptkampf des historischen UFC-200-Events gestrichen, wo er seinen alten Titel von Erzfeind Daniel Cormier zurückgewinnen wollte. Auf einer Pressekonferenz beteuerte er daraufhin unter Tränen seine Unschuld, schwor, er würde "niemals betrügen".

Im Fall eines tatsächlichen Dopingvergehens drohen ihm zwei Jahre Sperre. 

Sex-Story könnte Strafmaß für Jones erheblich reduzieren

Schon in der vergangenen Woche hatte UFC-Präsident Dana White aber angedeutet, dass es in Kürze gute Nachrichten für Jones geben könnte. Details nannte er nicht. Wusste White da bereits von der Sex-Story?

Originalton des UFC-Bosses: "Jones muss 12 Leben haben!", eine Anspielung auf die vergangenen Eskapaden des Enfant terrible Jones. Der geriet in der Vergangenheit nämlich immer wieder in Konflikt mit den Behörden, war aber stets mit einem blauen Auge davongekommen. Anfang 2015 wurden ihm in einem Dopingtest Abbaustoffe der Droge Kokain nachgewiesen. Wenige Monate darauf verursachte er einen Auffahrunfall und flüchtete vom Unfallort, im Wagen fand man Marihuana und eine Pfeife.

Sollte an der Geschichte mit der Sex-Pille belegbar etwas dran sein, wären das in der Tat hervorragende Nachrichten für Jones. Ihn würde dann im Vergleich zur zweijährigen Sperre erneut nur eine vergleichsweise geringe Strafe erwarten.

Auch UFC-Legende Silva berief sich auf Potenzmittel

Sex-Doping in der UFC? Wenn Bispings Behauptung stimmt, wäre Jones kein Einzelfall. Schon Ex-Mittelgewichts-Champion Anderson Silva berief sich Anfang vergangenen Jahres nach einem nicht-bestandenen Dopingtest auf ein verunreinigtes Potenzmittel. Er war unter anderem auf das Steroid Drostanolon getestet wurden, behauptete jedoch, seine Sex-Pillen aus Thailand seien damit kontaminiert gewesen.

Ähnlich könnte nun auch Jones’ Verteidigung aussehen. Beide Substanzen, auf die er getestet wurde, sind nämlich kein Bestandteil des Cialis-Präparats. Ob ihm diese Verteidigungsstrategie etwas bringen wird, bleibt abzuwarten. Die Sportbehörde Nevadas war von Silvas Erklärung damals zumindest wenig beeindruckt. Die UFC-Legende wurde für ein Jahr gesperrt – zum damaligen Zeitpunkt die Höchststrafe für Dopingsünder.

Ein Termin für Jones Anhörung vor der Sportbehörde steht aktuell noch nicht fest. Ein Kommentar von Jones zu Bispings Aussagen steht ebenfalls noch aus.

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