Demian Maia (l.) düpierte selbst Gunnar Nelson auf der Matte - Bildquelle: Getty ImagesDemian Maia (l.) düpierte selbst Gunnar Nelson auf der Matte © Getty Images

München - Demian Maia (23-6) ist der Anti-Fighter. Die Jiu-Jitsu-Ikone aus Brasilien widerspricht jeglichem Klischee, das gegenüber Menschen existiert, die ihren Lebensunterhalt mit Kämpfen bestreiten. Der Gentleman der UFC ähnelt optisch eher einem Versicherungsvertreter als einem Fighter. Lediglich die Ringerohren deuten an, dass er schon mal eine Matte aus der Nähe gesehen hat.

Maia ist ein bescheidener Familienmensch, ein studierter Journalist, ein Pazifist, der Konfrontationen am liebsten aus dem Weg geht. In seinem Profil auf der UFC-Webseite beantwortet der Weltergewichtler die Frage nach seiner Lieblingstechnik mit: "Meinen Gegner zur Aufgabe zwingen, ohne ihn zu verletzen oder von ihm verletzt zu werden."

Eine noble Sichtweise, doch ob ihm das gegen einen aggressiven und unerschütterlichen Fighter wie Carlos Condit (30-9) gelingt? Das stellt sich in der Nacht vom 27. auf den 28. August heraus, wenn Maia und Condit im Hauptkampf der UFC Fight Night in Vancouver gegeneinander antreten - ab 2:00 Uhr live und exklusiv auf ranFIGHTING.de.

Die "sanfte Kunst" bestimmt Maias Kampfstil

Die Brasilianer nennen ihr Jiu-Jitsu "arte suave", die "sanfte Kunst". Hinter dem Bodenkampf-Stil steckt die Idee, dass "der kleine Mann den großen Mann besiegen kann" - sagte einst UFC-Pionier Royce Gracie, eines von Maias Vorbildern.

Maia ist einer der besten Bodenkämpfer, den der MMA-Sport je hatte. Im BJJ gewann der 38 Jahre alte Brasilianer fünf WM-Titel, doch im Octagon der UFC geht es härter zur Sache als auf der Matte. Daran musste sich der kämpfende Gentleman erst gewöhnen.

"Im BJJ schlagen wir unsere Gegner nicht, sondern versuchen, sie mit Grifftechniken zur Aufgabe zu zwingen", erklärt Maia. "Anstatt meinem Gegner weh zu tun, lasse ich ihn lieber abklopfen. Aber Schläge gehören im MMA-Sport nun mal dazu."

Maia vertraut auf seine Technik

Der Glaube an sein Jiu-Jitsu bestimmt nach wie vor Maias mentale Einstellung. Zuletzt entschied er fünf Kämpfe in Folge für sich - und dabei kontrollierte er seine Gegner zu 55 Prozent der Kampfzeit auf der Matte. Er erteilte sogar dem isländischen BJJ-Wunderkind Gunnar Nelson eine Lehrstunde im Bodenkampf. Neil Magny, den er geradezu vorgeführt hatte, besuchte anschließend ein BJJ-Seminar von Maia.

"Ich will den Menschen zeigen, dass man MMA-Kämpfe problemlos ohne den Einsatz von roher Gewalt gewinnen kann", sagt Maia. "Man muss auf seine Technik vertrauen und wenn man eine gute Technik hat, kann man sauber gewinnen."

Condit stellt Maias Einstellung auf die Probe

In der Nacht zum 28. August kämpft Maia bei der UFC Fight Night in Vancouver - ab 2:00 Uhr live auf ranFIGHTING.de - gegen einen Mann, der diese "rohe Gewalt" im Namen trägt. Carlos Condit, der "Natural Born Killer", ist bei den Fans wegen seiner spektakulären Octagon-Schlachten beliebt. Um ihn zu schlagen, muss Maia vielleicht sogar seine dunkle Seite zum Vorschein bringen.

"Letzten Endes ist es ein Sport und ich bin nicht hier, um ein netter Mensch zu sein - ich bin hier um die Weltmeisterschaft zu gewinnen", stellt Maia klar. "Wenn ich meinen derzeitigen Lauf mit einem Sieg über einen ehemaligen Champion wie Condit kröne, dann habe ich definitiv eine Titelchance verdient. Ich will diesen Sieg, koste es, was es wolle."

Mehr zu diesem Event sowie Kampfsport rund um die Uhr findest du auf ranFIGHTING.de

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