Anthony Pettis trägt das Porträt seines Vaters auf der Schulter - Bildquelle: Getty ImagesAnthony Pettis trägt das Porträt seines Vaters auf der Schulter © Getty Images

München - Wenn Anthony Pettis heute Nacht bei der UFC Fight Night in Vancouver ins Octagon steigt, treibt ihn die Erinnerung an seinen verstorbenen Vater an.

"Ich tue alles dafür, dass er stolz auf mich ist", sagt Pettis über den Mann, den am 12. November 2003 ein Einbrecher mit zwei Messerstichen in die Brust tötete.

An jenem Tag hat sich das Leben von Pettis für immer verändert. Der 16 Jahre junge Teenager musste über Nacht erwachsen werden - er war von nun an der Mann im Haus.

MMA brachte Pettis‘ Leben wieder in geordnete Bahnen

Vor dem Tod seines Vaters hatte Pettis begeistert Taekwondo trainiert, aber danach wollte er nichts mehr vom Kampfsport wissen. Drei Jahre lang vegetierte er nur vor sich hin - lediglich darum bemüht, zu verhindern, dass er seiner am Boden zerstörten Mutter noch weiteren Kummer bereitete.

Eines Tages beschloss Pettis, wieder Kampfsport zu trainieren. Seine Suche nach einer Konstante in seinem Leben führte ihn in das MMA Gym von Duke Roufus, einer amerikanischen Kickbox-Legende. Roufus erkannte früh das Talent seines neuen Schützlings - und formte ihn zu einem der besten MMA-Fighter der Welt.

Pettis rührt Fans nach Titelgewinn zu Tränen

2011 in der UFC angekommen, machte sich Pettis mit atemberaubenden Siegen über Joe Lauzon und Donald Cerrone schnell einen Namen. Zwei Jahre nach seinem Debüt gewann er bei UFC 164 in seiner Heimatstadt Milwaukee den WM-Titel im Leichtgewicht.

Am Morgen nach dem Titelgewinn entstand ein Foto, das die Herzen aller Kampfsport-Fans berührte: Pettis legte seinen WM-Gürtel auf dem Grab seines Vaters nieder, das er vor jedem Kampf besucht, um Kraft zu schöpfen.

"In den 16 Jahren, die wir gemeinsam verbrachten, hat er mich immer inspiriert“ erzählt Pettis. „Auch heute noch inspiriert er mich unheimlich. Er hat mich stets dazu angetrieben, besser zu werden - bei allem, was ich tat. Ich weiß, dass er immer bei mir ist."

Auf Pettis‘ Höhenflug folgte ein steiler Absturz

Der Titelgewinn und sein spektakulärer Kampfstil - der "Showtime Kick" ist in jedem Highlight-Video zu finden - machten einen Star aus Pettis. Nach Tiefen im Leben und Höhen im Sport begann für ihn jedoch eine neue Leidensphase, die bis heute anhält.

Im April 2015 verlor Pettis den WM-Titel im Leichtgewicht an Rafael dos Anjos. 2016 folgten zwei weitere Niederlagen gegen Eddie Alvarez und Edson Barboza. Jetzt steht er gewaltig unter Zugzwang.

"Mich überkam nach allen drei Kämpfen das fürchterlichste Gefühl der Welt", sagt Pettis. "Ich will nicht, dass Niederlagen für mich zur Gewohnheit werden. Sollte das passieren, ist meine Karriere vorbei."

Pettis wagt Neuanfang im Federgewicht

Nach den Misserfolgen war Pettis klar, dass er etwas ändern muss. Er entschied sich, vom Leichtgewicht ins Federgewicht zu wechseln - er gehörte ohnehin nie zu den kräftigsten Leichtgewichtlern.

Mit vier Kilo weniger auf den Hüften, trifft er in der Nacht zum 28. August im Co-Hauptkampf der UFC Fight Night in Vancouver auf den Brasilianer Charles Oliveira - ab 2:00 Uhr live im Black Pass auf ranFIGHTING.de. Ein wegweisendes Duell für Pettis: Eine weitere Niederlage kann er sich auf keinen Fall leisten, doch mit einem Sieg über die Nummer 6 der Rangliste würde er in seiner neuen Gewichtsklasse sofort für Furore sorgen.

"Ich muss meine Ankunft im Federgewicht mit einem großen Knall bekannt machen", meint Pettis. "Ich brauche einen großen Sieg, einen vorzeitigen Sieg. Das Federgewicht ist jetzt meine Gewichtsklasse - ich bin hier, um es zu übernehmen."

Mehr zu diesem Event sowie Kampfsport rund um die Uhr findest du auf ranFIGHTING.de

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