Lothar Sigl verteidigt den umstrittenen Gehaltsverzicht - Bildquelle: pixathlonpixathlonSIDChristian KolbertLothar Sigl verteidigt den umstrittenen Gehaltsverzicht © pixathlonpixathlonSIDChristian Kolbert

Köln - Klubchef Lothar Sigl von den Augsburger Panthern hat den umstrittenen Gehaltsverzicht für die Spieler in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verteidigt und Unverständnis über einige Äußerungen der Profis gezeigt. "Das ist etwas aus dem Ruder gelaufen, da ist viel populistischer Kokolores erzählt worden. Was mich persönlich beleidigt, ist, wenn von Nötigung und Erpressung die Rede ist. Da hört der Spaß auf", sagte der geschäftsführende Gesellschafter im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Augsburg ist neben den Fischtown Pinguins Bremerhaven das einzige Team, das bislang offiziell eine Einigung erzielt hat. Nach Sigls Informationen haben aber auch die Iserlohn Roosters und die Grizzlys Wolfsburg im Rahmen der Lizenzierung für die neue Saison "alles abgegeben". 

Der Weg, seine Spieler zu den Unterschriften zu bewegen, war für Sigl jedoch alles andere als einfach. "Wir in Augsburg haben uns ganz, ganz, ganz viel Arbeit gemacht, viele Konferenzen abgehalten, am Telefon, per Video. Wir haben hier ein enges, familiäres Verhältnis, das hat dazu beigetragen, dass die Spieler die Situation mittragen. Man macht so etwas ja nicht aus Jux und Tollerei", erklärte Sigl, Mitglied im DEL-Aufsichtsrat.

Mit Blick auf den geplanten Saisonstart am 18. September - im Idealfall auch mit Zuschauern - wurden die Spieler durch die DEL dazu aufgefordert, auf 25 Prozent ihres Grundgehalts verzichten. Kommt der Klub in der kommenden Saison dann auf mindestens 75 Prozent seiner vorherigen Einnahmen, werde das Geld anteilig wieder zurückbezahlt. Zudem wurde das Nettogehalt in der spielfreien Zeit auf 2900 Euro gedeckelt. 

Die Zustimmung aller Spieler soll Voraussetzung für die Erteilung der Lizenz sein. Einige Profis, darunter die Olympia-Silbermedaillengewinner Moritz Müller (Kölner Haie) und Patrick Reimer (Nürnberg Ice Tigers), hatten das Vorgehen der DEL kritisiert und die Gründung einer Spielergewerkschaft angeregt.

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