Vor "MoAuba" hielt noch kein Deutscher den WM-Pokal in den Händen. - Bildquelle: FIFAVor "MoAuba" hielt noch kein Deutscher den WM-Pokal in den Händen. © FIFA

München – Das Grinsen war "MoAuba" nach seinem Finalsieg nicht mehr aus dem Gesicht zu wischen. Ungläubig feierte der eSportler vom SV Werder Bremen seinen Sieg mit Pokal und Deutschland-Fahne auf der Bühne.

Dass er am Sonntagabend dort stehen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Seine Prognose vor der Weltmeisterschaft: Viertel- bis Halbfinale. Eine realistische Einschätzung. Sein fünfter Rang auf der PlayStation-Weltrangliste zeigte zwar, dass "MoAuba" oben mitspielen kann. Einen internationalen Titel hatte der 22-Jährige zuvor aber noch nie gewonnen. Stets war ein, zwei Runden von dem Endspiel Schluss.

In der FIFA 19-Saison war ein Hauptgrund dafür Nicolas "nicolas99fc" Villalba. Wann immer "MoAuba" auf Argentiniens Konsolen-Messi traf, war Endstation für den Deutschen. Es passte gut, dass Harkous im Konsolen-Finale auf Villalba traf, gegen ihn gewann und damit endlich den Bann brach, der ihn die ganze Saison begleitet hatte.

"MoAuba" 2.0

Warum gerade bei der Weltmeisterschaft der Knoten platzte, da lassen sich viele Spekulationen anstellen. Auf dem Spielfeld war jedoch klar zu sehen, hier spielt nicht der "MoAuba" von vor einem Monat, der im Viertelfinale rausfliegen würde.

Die Entwicklung zeigte sich vor allem in der Defensive, Harkous Schwachstelle. 8:5, 6:4, aber auch 2:5, derlei Ergebnisse stehen bei dem Bremer eSportler normalerweise an der Tagesordnung. In der K.o.-Phase des eWorld Cups nicht. Seine Achtel- und Viertelfinal-Gegner, die in der Weltrangliste vor ihm standen, hielt der Nationalspieler bei jeweils einem Treffer. Auch "nicolas99fc" und Finalgegner "Msdossary" hatten sichtlich Probleme mit der Verteidigung von "MoAuba", der Ballannahmen aggressiv anging, sich ansonsten aber zurückfallen ließ und Passwege zustellte.

Titel für Deutschland

Harkous' Titelgewinn war nicht nur ein Erfolg für ihn selbst. Es war ein Sieg für ganz Deutschland. In der 15-jährigen Geschichte des Wettbewerbs hatte noch nie ein Spieler mit der schwarz-rot-goldenen Flagge den Pokal geholt. Selbst 2017, als drei der vier Halbfinalisten aus Deutschland kamen, jubelte am Ende ein Engländer.

Auch dieses Jahr sah es nicht nach Titel aus. Mit "nicolas99fc", "Tekkz" und "Msdossary" gab es ein klares Trio an der Spitze der FIFA-Welt, an das kein Deutscher herankam. Obwohl Harkous oder auch Teamkollege Michael "MegaBit" Bittner teils gute Ergebnisse einfuhren, am Ende fehlten immer die letzten paar Prozent.

Kein Wunder, dass "MoAuba" auch Minuten nach dem Abpfiff nicht glauben konnte, dass er es geschafft hatte, dass er die Erwartungen der Experten und seiner selbst übertroffen hatte, dass er Weltmeister ist und dass er den Titel nach Deutschland holte.

"Ich hoffe nur, dass ich jetzt nicht aufwache und merke, dass das alles ein Traum war", so "MoAuba", der zudem 250,000 Dollar Preisgeld mit nach Hause nehmen durfte.

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