Update vom 25.05.2022: Nach dem Abstieg durch die Niederlage in der Relegation gegen Kaiserslautern haben Ultras von Dynamo Dresden den Kabinentrakt und den Teambus ihrer Mannschaft gestürmt.

Dresden/München - Es war gegen 22:25 Uhr, als bei einigen Fans von Dynamo Dresden emotional sämtliche Sicherungen durchbrannten.

Philipp Hercher hatte gerade in der Nachspielzeit das 2:0 für den 1. FC Kaiserlautern erzielt, die "Roten Teufel" damit nach dem zwischenzeitlichen Führungstreffer durch Daniel Hanslik endgültig zurück in die 2. Liga und Dynamo gleichzeitig in den Abgrund der Drittklassigkeit geschossen, da flogen auf einmal Leuchtraketen aus dem Fanblock der Nordtribüne der Dresdner auf den Rasen.

Überall donnerte und knallte es, und Dynamo-Fahnen fingen im eigenen Block an zu brennen. Unfassbare Szenen, die sich da im Rudolf-Harbig-Stadion abspielten. Schiedsrichter Daniel Siebert musste die Partie sogar für einige Minuten unterbrechen, bis sich die Gemüter zumindest wieder ein wenig beruhigt hatten und das Spiel nach den abgezogenen Nebelschwaden zu Ende gebracht werden konnte.

FCK-Team feiert mit den Fans

All diesen unschönen Szenen auf der einen Seite folgten ausgelassene und wunderbare Jubelszenen direkt gegenüber in und um den Gästeblock der FCK-Fans. Die Mannschaft rannte nach dem Schlusspfiff wie entfesselt in Richtung der eigenen Anhänger und stimmte gemeinsam mit den Fans "Oh, wie ist das schön", das obligatorische "Nie mehr 2. Liga" oder auch "Lautern ist der geilste Klub der Welt" an.

Pure Glückseligkeit in Rot, der "Mythos Betzenberg" ist zurück, der Aufstieg in die Zweitklassigkeit gelungen. Doch es war ein hartes Stück Arbeit – für die Mannschaft, aber auch die Fans, die sich in den 90 Minuten zuvor ein lautstarkes und stimmungsvolles Gesangsduell mit den lange Zeit vernünftigen Dynamo-Fans lieferten.

Denn nachdem die Anhänger der "Roten Teufel" den altehrwürdigen Betzenberg in Kaiserslautern beim 0:0 im Hinspiel mit einer irren Leidenschaft und Energie zum Beben gebracht hatten, kam nun der "Mythos Elbflorenz" zu seinem Recht und verwandelte das eigene Stadion ebenfalls in ein absolutes Tollhaus. "D-Y-N-A-M-O, D-Y-N-A-M-O" hallte es immer wieder durch dieses kleine, extrem enge und dadurch wahnsinnig stimmungsvolle Rudolf-Harbig-Stadion.

Fan-Spektakel auf beiden Seiten

Die treuesten Dynamo-Fans machten sich schon am späten Nachmittag, also Stunden vor dem Anpfiff, auf zu ihrer Arena, sangen sich vor den Toren des Stadions warm und verwandelten "ihre" Nordtribüne dann nach dem Einlass unter anderem zu den Klängen von Rammsteins "Feuer frei", die durch die Stadion-Boxen drangen, nach und nach immer mehr in eine einzige gelbe Wand.

Willkommen im "Heavy-Metal"-Stadion zu Dresden. Ein wahrlich beeindruckendes Bild – sowohl optisch als auch akustisch. Auch dank der sehenswerten Choreografie vor der Partie. Die Dynamo-Fans hatten sich also etwas einfallen lassen, um ihrer Mannschaft zu zeigen, dass sie sich in diesem so entscheidenden Spiel auf den "zwölften Mann" verlassen konnten.

Die FCK-Fans allerdings auch. Die rund 3000 mitgereisten Lauterer unter den 30.530 Zuschauern machten nämlich ebenfalls von der ersten Sekunde an mächtig auf sich aufmerksam, Choreo im eigenen Fanblock inklusive. Dass sie dabei – ähnlich übrigens auch wie so manche Dresden-Fans – zu "unlauteren" Mitteln wie Pyrotechnik, Bengalos oder gar Leuchtraketen griffen, war komplett unnötig. Die Stimmung auf den Rängen war auch so schon leidenschaftlich genug.

Kaiserslauterns Treffer ins Glück

Das konnte man von dem Treiben auf dem Rasen leider lange Zeit nicht unbedingt behaupten. Die Partie war über weite Strecken eine Fortsetzung des Hinspiels. Kein Team wollte Fehler machen, beide Mannschaften agierten in ihren Aktionen entweder nicht zwingend genug oder viel zu fehlerhaft. Wille, Kampf und Einsatz konnte man weder Dynamo noch dem FCK absprechen, aber es war einfach zu jeder Sekunde spürbar, dass es in diesem Rückspiel für einen Klub etwas zu verlieren gab. Das hemmte. Und zwar merklich. Eben wie im Hinspiel in Kaiserslautern schon. Ein einziger Abnutzungskampf, wahrlich nichts für Fußball-Feinschmecker. Der pure, rustikale Kampf.

Doch dann kam die 60. Minute, dieser eine lichte, fast schon geniale Moment, als der Lauterer Marlon Ritter einen wunderbaren Angriff einleitete, Mike Wunderlich seinen Mitspieler Daniel Hanslik perfekt freispielte und dieser dann ganz trocken zum 1:0 ins Dresdner Tor einnetzte. Ein Treffer, der die Lauterer klar auf die Siegerstraße brachte und ihnen deutlich mehr Selbstvertrauen verlieh. Kurz vor dem Ende schoss Terrence Boyd den Ball noch knapp am leeren Tor vorbei, in der Nachspielzeit machte es Hercher dann besser und somit den Aufstieg in die 2. Liga perfekt.

Schuster: "Kaiserslautern in der 2. Liga ist ein geiles Gefühl"

Der Rest war ein pulsierendes Jubelmeer in rot und weiß. Noch Ewigkeiten nach dem Abpfiff sangen und tanzten die FCK-Fans vor Freude. Der Weg nach Sachsen hatte sich für diesen harten Kern allemal gelohnt, der Rest der Lautern-Fans feierte im heimischen Betzenberg beim Public Viewing.

"Wir haben wirklich alle gemeinsam alles in dieses Spiel reingefeuert. Wir wussten aber auch, dass Dynamo alles versuchen wird, um in der Zweiten Liga zu bleiben. Ich möchte mich einfach nur bei den Jungs für die fantastische Leistung und die fantastische Saison bedanken, die sie gespielt haben. Auch mein Vorgänger Marco Antwerpen hat seinen Beitrag geleistet, hat die Mannschaft in die Relegation geführt. Wir haben heute das vollendet, was er mit vorbereitet hat. Der 1. FC Kaiserslautern in der 2. Liga ist ein geiles Gefühl", jubilierte dann auch FCK-Coach Dirk Schuster, der von den Lauterer Verantwortlichen in der Woche vor dem Hinspiel zur Relegation für den beurlaubten Antwerpen installiert wurde und jetzt tatsächlich in zwei Spielen den Aufstieg perfekt gemacht hat.

Eine Personalie, die sich aus Sicht der "Roten Teufel" also offensichtlich gelohnt hat. In Richtung Fans meinte Schuster noch: "Geil, wie ihr uns unterstützt habt. Geil. was ihr für eine Stimmung gemacht habt. Auch auf dem Betzenberg sind 7.500 Public-Viewing-Gäste. Ich will nicht wissen, was in der Stadt los ist."

Sicherlich nicht nur in der Stadt, sondern in der ganzen Region. Denn die Fans der "Roten Teufel" sind extrem leidenschaftlich, und wie FCK-Legende Andreas Brehme zuletzt im exklusiven Gespräch mit ran meinte "absolut erstligareif". Das haben sie auch in Dresden wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sportlich geht es für Lautern jetzt aber erstmal in die 2. Liga. Aber wer weiß, vielleicht spielen die Pfälzer ja in der kommenden Saison wieder in der Relegation – dann aber eine Etage höher.

Aus Dresden berichtet: Dominik Hechler

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Wann startet die 2. Liga in die neue Saison 2022/23?

Die 2. Bundesliga startet schon am 15. Juli 2022 mit dem Duell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 in die neue Saison. Das Spiel wird ab 19:30 Uhr live in SAT.1 und auf ran.de zu sehen sein. Nach dem 15. Spieltag geht es zwischen dem 14. November 2022 und 19. Januar 2023 in die WM-Unterbrechung und anschließenden Winterpause. Am 27. Januar 2023 wird der Spielbetrieb in der 2. Liga wieder aufgenommen. Mit dem 34. Spieltag am 28. Mai 2023 endet die Saison. Hier geht es zum aktuellen Spielplan der 2. Liga


Wie sieht der Spielplan für die Saison 2022/23 in der 2. Liga aus?

Eröffnet wird die Saison in der 2. Liga 2022/23 vom 1. FC Kaiserslautern, der Hannover 96 am 15. Juli empfängt (live in SAT.1 und auf ran.de). Den kompletten Spielplan gibt es hier.


Welche Mannschaften spielen in der 2. Liga 2022/2023?

Die beiden direkten Absteiger aus der Bundesliga 2021/22:
Arminia Bielefeld
SpVgg Greuther Fürth
Der Verlierer der Relegationsspiele zwischen dem 16. der Bundesliga 2021/22 und dem 3. der 2. Liga 2021/22
Hamburger SV
Die zwölf Teams auf den Plätzen 4 bis 15 der Saison 2021/22:
V Darmstadt 98
FC St. Pauli
1. FC Heidenheim
SC Paderborn 07
1. FC Nürnberg
Holstein Kiel
Fortuna Düsseldorf
Hannover 96
Karlsruher SC
Hansa Rostock
SV Sandhausen
SSV Jahn Regensburg
Der Gewinner der Relegationsspiele zwischen dem 16. der 2. Liga 2021/22 und dem 3. der 3. Liga 2021/22
1. FC Kaiserslautern
Der Meister und der Vize-Meister der 3. Liga 2021/22:
1. FC Magdeburg
Eintracht Braunschweig

Alle Team in der Übersicht


Welche Anstoßzeiten gibt es in der 2. Liga 2022/23?

Die Nachmittagsspiele in der 2. Liga an einem Samstag werden künftig wieder früher angepfiffen. Der Anstoß wird um eine halbe Stunde auf 13 Uhr verlegt. Das teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Dienstag (26.04.2022) mit. Bereits von 2009 bis 2021 wurden die frühen Samstagsspiele um 13 Uhr angepfiffen. Die Reform wurde nach nur einer Saison schon wieder rückgängig gemacht.

Andere Zeiten bleiben unberührt - Die weiteren Anstoßzeiten in der 2. Liga bleiben von den Änderungen unberührt. Es bleibt also bei einem Samstagsspiel um 20.30 Uhr. Freitags beginnen die Spiele der 2. Liga weiter um 18:30 Uhr, an Sonntagen um 13:30 Uhr.


Die nächsten Spiele / Termine

2. Liga Spieltage

Top Spiele 2. Liga

DFL Supercup 2022 live auf SAT.1 und ran.de
Am 30. Juli wartet das erste Highlight nach der Sommerpause auf die Fußballfans! Der Deutsche Meister Bayern München trifft im DFL-Supercup 2022 auf den DFB-Pokalsieger RB Leipzig. Das Finale steigt in der Leipziger Red Bull Arena, der Anpfiff erfolgt um 20:30 Uhr. Das Spiel wird live im Free TV bei SAT.1 übertragen. Mehr INFOS...

Auch in der Saison 2022/23 zeigt ran insgesamt neun Partien der Bundesliga und 2. Bundesliga live in SAT.1 und im Livestream. Alle Tore, Ergebnisse und Tabellen gibt es auf ran.de in Echtzeit. Neben der Konferenz aller Spiele sind auch ausgewählte Einzelspiele im ran.de Liveticker abrufbar.