München/Mönchengladbach – Den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach verbindet eine schöne gemeinsame Erinnerung, aus Kindheitstagen sozusagen. 1965 stiegen die Klubs gemeinsam in die drei Jahre zuvor gegründete Bundesliga auf.

Die Wege der beiden verliefen eine Zeit lang parallel, etwa als sie sich in den 70ern um die Meisterschaft stritten. Doch in den vergangenen Jahrzehnten ist der FC Bayern enteilt, mittlerweile eine Weltmarke. Die Borussia kennt man international eher als "A german team", weil der Name dem gemeinen englischen Fan auch bei größter Anstrengung nur schwer über die Lippen geht.

Die Borussia nahm diesen Spitznamen mit Humor, man weiß ja, wo man herkommt. In München sind die Gladbacher dagegen sehr wohl bekannt, auch wenn es dort eine weitere Bezeichnung für sie gibt: Angstgegner. Gegen kein Team kassierte Bayern in seiner Bundesliga-Geschichte so viele Gegentore wie gegen Gladbach (128).

Bayern nur Herausforderer

Der Weg nach Mönchengladbach gerät auch regelmäßig zur Tortur. 20 Liga-Heimspiele gewann die Borussia gegen die Münchner - mehr als jeder andere Klub. Historische Vergleiche sind zwar nie fair, aber es hat sich auch in der jüngeren Vergangenheit gezeigt, dass Gladbach nicht gerade der Lieblingsgegner der Bayern ist. Kein anderer Bundesligist holte seit Sommer 2014 so viele Punkte gegen den Titelabonnenten (17 in zehn Spielen).

Vor dem 103. Duell dieser Traditionsklubs (Samstag, 15.30 Uhr im Liveticker und in der App unter dem Reiter Livescores) ist die Rollenverteilung nun eine andere: Die Bayern reisen als Herausforderer an, sind nur Vierter. Gladbach grüßt dagegen schon seit acht Wochen mit größtmöglicher Unbekümmertheit von der Tabellenspitze.

Diese Umstände könnten alle Gladbach-Fans als gutes Omen deuten. Als die Borussia das bislang letzte Mal in ein Heimspiel als Tabellenführer gegen Bayern ging, spielten noch die alten Helden um Stielike, Köppel und Bohnhof. Das war 1976. Gladbach siegte und wurde später Meister – zum fünften und bislang letzten Mal.

Rose arbeitet schnell

Nun ruhen die Hoffnungen auf der Mannschaft von Marco Rose, die Chronik zu aktualisieren. "Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, aber freuen uns trotzdem", sagte der Trainer über das Duell mit dem Rekordmeister. Rose hat die Borussia erst im Sommer übernommen, sein Höhenflug kommt deswegen ein wenig unerwartet, der Tabellenstand hat zu Teilen sicher auch mit den Schwächen von Bayern und Dortmund in dieser Saison zu tun.

Doch Rose hat es auch geschafft, seinen Fußball der Mannschaft schnell einzuimpfen. Der Trainer kommt aus der RB-Schule, seine Spieler sollen in erster Linie den Gegner stressen und nach Balleroberungen blitzschnell überfallen. Diese Spielweise könnte auch den Bayern einige Probleme machen, die sich unter Hansi Flick zwar stabilisiert haben, aber bei der 1:2-Niederlage gegen Leverkusen gezeigt haben, dass sie anfällig sind, wenn der Gegner kontert.

Bei Gladbach sind die Muster der strapaziösen Spielweise mittlerweile schon so gut eingeschliffen, dass Rose ohne größeren Qualitätsverlust durchwechseln kann. "Die Abläufe sind immer klar, egal wer auf dem Platz steht", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Breel Embolo.

Der Schweizer ist ein Puzzlestück für den rasanten Fußball den Gladbach zelebriert. Er spielt nach seinen unglücklichen Jahren auf Schalke so unbeschwert auf wie die gesamte Mannschaft, hat in elf Spielen schon fünf Tore geschossen und zwei vorbereitet.

Gladbach will die Serie ausbauen

Neben Embolo hat Rose mit Marcus Thuram, Alassane Plea und Patrick Herrmann drei weitere Angreifer zur Verfügung, die für eine belebende Rivalität sorgen. "Wir haben einen sehr guten und breiten Kader, und der gesunde Konkurrenzkampf ist momentan unsere größte Stärke", sagt Embolo, "weil sich jeder auf jeden verlassen kann und weil so viel Qualität im Kader ist, dass jeder gepusht wird."

Vor allem auf Thuram, der erstmals auf den FC Bayern trifft, muss die weiterhin improvisierte Innenverteidigung des Rekordmeisters aufpassen: Der Stürmer war in den vergangenen neun Ligaspielen an zehn Treffern für Gladbach beteiligt. In das Duell mit dem Weltklub wird Thuram selbstbewusst gehen. Auch weil er mit seiner Mannschaft die vergangenen sechs Pflichtspiele zu Hause gewonnen hat - am Samstag soll das siebte hinzukommen.

Tim Brack

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Bundesliga 2019 / 2020 - 8. bis 11. Spieltag

TOP Spiele 8. Spieltag

Tabelle

Bundesliga

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG14101330:161431
2RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL1493239:162330
3Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB1475233:191426
4FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS041474325:18725
5SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF1474324:17725
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB041474322:18425
7Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB1473435:201524
81899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1463519:23-421
9VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB1455415:14120
10Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1453624:22218
11FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA1445520:26-617
121. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU1351716:19-316
131. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M051450920:34-1415
14Werder BremenWerder BremenWerderSVW1335522:28-614
15Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC1433820:29-912
16Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorfF951433816:29-1312
171. FC Köln1. FC KölnKölnKOE1322912:28-168
18SC Paderborn 07SC Paderborn 07PaderbornSCP13121016:32-165
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