Dortmunder Empörung über den Handelfmeter - Bildquelle: 2021 imagoDortmunder Empörung über den Handelfmeter © 2021 imago

München - Es war ein Spitzenspiel, das seinen Namen eigentlich verdient hatte. Borussia Dortmund gegen den FC Bayern - Werbung für die Bundesliga ab Sekunde eins: aufregender Tempo-Fußball, Chancen auf beiden Seiten, sehenswerte Tore (2:3). Dass am Ende mehr über zwei strittige VAR-Entscheidungen diskutiert wurde als über das Spektakel auf dem Rasen, dürfte Schiedsrichter Felix Zwayer allerdings schon bei Abpfiff klar gewesen sein.

Während der Unparteiische in der 53. Minute beim Stand von 2:2 einen zumindest Elfmeter-verdächtigen Rempler von Lucas Hernandez gegen Marco Reus in vollem Lauf nicht ahndete, ja nicht einmal den Videobeweis bemühte, zeigte er in der 76. Minute nach Mats Hummels' unglücklichem Handspiel auf den Punkt. BVB-Trainer Marco Rose tobte am Spielfeldrand so sehr, dass er mit Gelb-Rot auf die Tribüne geschickt wurde.

"Ich will über den guten Mann gar nicht reden", polterte Rose nach Abpfiff am "Sky"-Mikrofon. Tat es dann aber doch. Zwayer habe bei vielen Entscheidungen falsch gelegen. So sei die Reus-Situation ein Strafstoß, Hummels' Handspiel dagegen zumindest "streitbar" gewesen. "Es ist einfach schade, wenn so entschieden wird. Weil ich finde, dass das Spiel einen anderen Ausgang und möglicherweise auch eine andere Entscheidungsfindung verdient hätte."

Thomas Müller versteht BVB-Frust

Die Kritik der Dortmunder: Zwayer misst mit zweierlei Maß. Er hätte sich das Foulspiel von Hernandez an Reus wenigstens noch einmal ansehen müssen. Dieser Forderung der Spieler nicht nachzukommen, bezeichnete Stürmer Erling Haaland später als "arrogant".

Marco Reus brachte beim Betrachten der TV-Bilder nur ein "Oh mein Gott. Diese Szene muss er sich auf jeden Fall anschauen" heraus. Und selbst Thomas Müller gab zu: "Er (Hernandez) geht mit dem Oberkörper rein, unten auch – natürlich kannst du ihn auch geben. Ich kann den Frust verstehen."

Geteilte Meinungen beim Handspiel

Weniger Einigkeit bestand bei der Bewertung des Hummels-Handspiels, das schließlich zum 3:2-Siegtreffer durch Robert Lewandowski führte. "In meinen Augen unstrittig, weil er nur mit dem Arm zum Ball geht. Er will es zwar nicht, aber es ist halt Handspiel. Der Arm streckt im 90 Grad Winkel weg vom Körper", analysierte Bayern-Coach Julian Nagelsmann.

"Er sieht den Ball gar nicht", verteidigte dagegen Emre Can seinen Abwehr-Kollegen und behauptete: "Der Schiedsrichter hat gesagt, dass es keine Hand ist, weil es eine natürliche Bewegung ist, weil er sich nach vorne beugt. Schade, dass so ein Scheiß-Elfmeter das Spiel entscheidet."

Zwayer rechtfertigt sich

Tatsächlich hatte Zwayer zunächst nicht auf Strafstoß entschieden. Erst nach Austausch mit dem vierten Offiziellen und Begutachtung des Onfield-Videos kam er zu einem anderen Ergebnis. Zwar könne er die Aufregung bei einem so emotionalen Spiel nachvollziehen, Cans Behauptung wies Zwayer jedoch zurück. Im Interview mit "Sky" erklärte der 40-Jährige zudem, weshalb er nicht in beiden Szenen auf die TV-Bilder zurückgegriffen hatte.

"In der Situation Handspiel Hummels hatte ich eine faktische Wahrnehmung. Der Ball wird mit dem Arm abgewehrt. Die Frage war, wie ist die Handhaltung? Dafür brauchte ich eine weitere Perspektive. Die konnte mir der Video-Assistent bieten. Deswegen hat er gesagt: 'Ich habe ein Bild für dich, damit du deine Entscheidung vollständig treffen kannst'", so Zwayer.

In der Hernandez-Situation habe er jedoch selbst eine vollständige Wahrnehmung gehabt. "Für mich eine Situation, die nicht schwarz und nicht weiß ist, aber einen robusten Zweikampf darstellt. Ich habe aufgrund meiner großzügige Linie im gesamten Spiel gegen den Strafstoß entschieden." Das habe er dem VAR auch sofort mitgeteilt.

"Fragestellung war dann noch, gibt es anderweitig irgendwie einen Kontakt, der für mich nicht wahrnehmbar war? Das wurde verneint und deswegen gab’s keinen Strafstoß und auch kein Onfield-Video." Zwayer fügte hinzu: „Hätte er (VAR) gesagt, ja Moment, wir haben aber noch etwas anderes, einen Schlag mit dem Arm oder wir haben und ein deutliches Beinstellen, dann hätte er mich sicherlich rausrufen und hätte gesagt: Trotz deiner Bewertung im Oberkörperbereich eines nicht strafbaren Zweikampfes zeige ich dir noch einen anderen Fakt und den solltest du überprüfen." Das sei aber nicht der Fall gewesen. 

Matthäus widerspricht Zwayer

Für "Sky"-Experte Lothar Matthäus keine zufriedenstellende Begründung des Schiedsrichters: "Das war kein Oberkörperkontakt, sondern ein Schubsen. Da hätte der Video-Referee eingreifen und sagen müssen, da ist ein Arm im Spiel."

Den Regularien zufolge ist ein Eingreifen des VARs jedoch nur bei gravierenden Fehlentscheidungen vorgesehen. Ein klarer Strafstoß war Hernandez' Schubser gegen Reus nicht. Womöglich hätte aber ein wenig Fingerspitzengefühl des Schiedsrichter-Gespanns und ein kurzer Blick auf den Videobeweis zur Entspannung beigetragen. Und ein aufregendes Spitzenspiel wäre eben nicht von Endlos-Diskussionen überschattet worden.

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Nächste Bundesliga-Spiele: Wer ist Favorit?

Bundesliga 2021/2022

Bundesliga Saison 2021 / 2022

Der 20. Spieltag der Fußball Bundesliga steht am Wochenende 21.01. - 23.01.2022 in der Rückrunde an.

TOP Spiele 20. Spieltag (21. Januar bis 23. Januar 2022)

Wo wird Bayern gegen Mönchengladbach übertragen?

Die Bundesliga startet in die Rückrunde: Das Auftaktspiel zur Rückrunde zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach am 07. Januar 2022 (Anstoß 20:30 Uhr) wird live im Free TV bei SAT.1 und als kostenloser Livestream bei ran.de übertragen. Die Übertragung beginnt bereits um 19:00 Uhr im TV bei SAT.1 und im Livestream auf ran.de. Alle Infos zur Übertragung hier. In unserem Spielplan findest du alle aktuellen und heutigen Spiele in der Fußball-Bundesliga. Dort findest du auch Liveticker zu jedem Bundesliga-Spiel und die aktuelle Tabelle.


Wer überträgt die Bundesliga live?

Die Bundesliga-Rechte sind aufgeteilt. Im Free-TV werden einige wenige Spiele im ZDF übertragen. Die meisten Spiele gibt es beim Pay-TV-Sender Sky. Der Streamingdienst DAZN überträgt alle Freitags-, Montags und Sonntagsspiele um 13:30 Uhr, der Rest läuft bei Sky.

Ab der Saison 2021/22 steigt SAT.1 wieder in die Bundesliga-Übertragung ein. Dort laufen dann insgesamt neun Spiele im Free-TV.


Wo ist die Bundesliga 2021/2022 live zu sehen?

Für die Bundesliga-Saison 2021/22 wurden die Rechte neu vergeben. SAT.1 hat sich die Free-TV-Rechte für neun Livespiele gesichert und zeigt unter anderem das Auftaktspiel der neuen Saison zwischen Gladbach und dem FC Bayern. Die Bundesligakonferenz, sowie die Einzelspiele am Samstag werden weiterhin bei "Sky" zu sehen sein. "DAZN" überträgt dagegen alle Freitags- und Sonntagsspiele der Bundesliga. Montagsspiele wird es ab der Saison nicht mehr geben.


Wo sehe ich welche Spiele der Bundesliga live im TV, Livestream, Free TV, und Web?

Der Bezahl-TV-Sender Sky und der Internet Streamingdienst DAZN teilen sich die Übertragunsrechte an der Live Übertragung der Bundesliga 2021/2021. Sky darf ab dieser Saison aber nur noch die Samstags Spiele live übertragen.
Freitag: DAZN überträgt alle Spiele. Anpfiff der Spiele ist um 20:30 Uhr. Die Übertragungen mit Vorberichten, beginnt um 19:30 Uhr
Samstag: Sky überträgt alle Bundesliga Begegnungen um 15:30 Uhr einzeln und in der Bundesliga Konferenz. Dazu das Topspiel um 18:30 Uhr. Bundeliga im Free-TV: Die Zusammenfassungen der 15:30 Uhr Spiele gibt es in der ARD ab 18:30 Uhr zu sehen. Das ZDF zeigt ab 23 Uhr ebenfalls Zusammenfassungen.
Sonntag: DAZN überträgt alle Partien um 15:30 Uhr und 17:30 Uhr, sowie zehn Spiele um 19:30 Uhr. Bundesliga Free-TV: Die Höhepunkte am Abend werden von der ARD ausgestrahlt. Der TV Sender Sport1 hat die Rechte, Zusammenfassungen der Freitags- und Samstagsbegegnungen auszustrahlen.
Dienstag und Mittwoch: Alle Partien der Bundesliga dienstags, mittwochs in sog. Englischen Wochen überträgt der Pay TV Sender Sky.


Nächste Bundesliga-Spiele: Wer ist Favorit?

Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB19151361:184346
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB19131549:292040
3Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB041995544:311332
41899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1994639:291031
51. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU1987427:24331
6SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF1986531:23830
7RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL1984736:231328
8Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1977530:28228
91. FC Köln1. FC KölnKölnKOE1977530:32-228
101. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M051983827:21627
11VfL BochumVfL BochumBochumBOC19721017:27-1023
12Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG1964925:35-1022
13Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC1964921:38-1722
14VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB19631017:30-1321
15FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA1947819:30-1119
16Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeldDSC1939718:26-818
17VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB1946922:33-1118
18SpVgg Greuther FürthSpVgg Greuther FürthGr. FürthSGF19141415:51-367
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