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München/Mönchengladbach – "Boah, ist das wenig!", prustete Mats Hummels bei der Ansicht der TV-Bilder in das "Sky"-Mikrofon. Der Dortmunder Kapitän hatte gerade erst seinen zuvor vom Platz geflogenen Mannschaftskameraden Mahmoud Dahoud deutlich gerügt, ehe das wohl skurrilste Field-Interview der noch jungen Saison eine drastische Wendung nahm.

Es gibt Niederlagen im Fußball, vor allem die knappen, die man auf der Suche nach dem Warum bisweilen in das kleinste Detail sezieren kann, um die Ursachen in den unscheinbarsten Szenen zu finden. Am Samstagabend im Borussia-Park brauchte es bei der Forschung nach den Gründen für die BVB-Pleite aber kein Mikroskop.

So waren gerade einmal 40 Minuten gespielt, als sich der bereits vorbelastete Dahoud nach einem Allerweltsfoul im Niemandsland schimpfend in Richtung Schiedsrichter Deniz Aytekin wendete und sich zu einer abwinkenden Handgeste hinreißen ließ. Der Referee zögerte nicht und schickte Dortmunds Mittelfeldspieler Minuten vor der Pause mit der Ampelkarte unter die Dusche.

Dahoud-Rot für Hummels "falsch" und eine "Fehlentscheidung"

Eine Entscheidung, die vom Regelwerk gedeckt, aber dennoch sehr hart war und noch für Diskussionen sorgen dürfte. Und eine, die einem Fußballspiel, das schon zu diesem Zeitpunkt wenig aus Fußball und Spiel, sondern eher aus Härte und Emotionen bestand, seine entscheidende Richtung geben sollte.

Gladbach, das sich nur drei Minuten vor dem Platzverweis durch Denis Zakaria zur Führung gewurschtelt hatte, spielte ebenso wenig wie der BVB die Sterne vom Himmel. Aber in Überzahl die Führung über die Zeit: "Es war ein richtiger Kampf, den wir gewonnen haben", frohlockte der Siegtorschütze.

Wo auf der einen Seite also Freude und Erleichterung über den zweiten Saisonsieg herrschte, fand man auf der anderen Frust über die zweite Pleite vor – und über Aytekins Entscheidung. "Ihn dafür runterzuschicken, ist jetzt nach den Bildern schon falsch", analysierte Hummels, der sie Aktion seines Mitspielers Augenblicke zuvor noch als "große Scheiße" getadelt hatte, für die es bei diesem Spielstand und zu dieser Spielzeit "keine Entschuldigung" gebe.

Hummels einigte sich schließlich mit sich selbst auf diese Conclusio: "Es ist doof von ihm, dem Schiedsrichter die Gelegenheit zu geben, eine Fehlentscheidung zu treffen."

Malen und Moukoko mit gruseliger Vorstellung

Doch die 50 Minuten in Unterzahl gegen unangenehme Gladbacher waren an diesem Abend auch nicht der einzige Grund für das 0:1.

Kurz vor dem Spiel mussten sich der eigentliche Kapitän Marco Reus wegen einer Kapselreizung im Knie und Goalgetter Erling Haaland wegen muskulären Problemen abmelden. Und den Verantwortlichen der Schwarzgelben dürfte es durchaus die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben haben, wie sich die Mannschaft ohne ihre beiden besten Akteure präsentierte.

Denn obwohl mehr als eine Halbzeit zu zehnt eine wirkliche Bewertung mindestens verzerrt, lieferte die BVB-Offensive auch bis zum Platzverweise einen Offenbarungseid ab. Chefcoach Marco Rose setzte ohne die ebenfalls angeschlagen fehlenden Julian Brandt und Gio Reyna auf ein defensives 3-5-2, die beiden Sturmpositionen bekleideten 30-Millionen-Neuzugang Donyell Malen sowie Wunderkind Youssoufa Moukoko.

Und die lieferten eine gruselige Vorstellung ab: 13 (Malen) und sieben (Moukoko) Ballkontakte standen für die beiden am Ende der ersten Hälfte zu Buche, mit der Ausnahme eines verzogenen Schusses des 16-Jährigen hatte das Sturm-Duo nicht eine einzige Offensivaktion.

BVB-Offensive hängt an Reus und Haaland

Dem BVB fehlte gegen die Fohlen aber auch die Gefahr und die Impulse aus der Tiefe. Weder die Außenspieler, noch das Personal auf den Halbpositionen im Mittelfeld bespielten oder liefen in die gefährlichen Zonen. Erst in der 90. Minute hatte der eingewechselte Thorgan Hazard so etwas wie eine echte Torchance, der Belgier köpfte einen Abpraller von Yann Sommer aber überrascht über den Kasten.

In Dortmund ist nun also hoffen angesagt. Dass die lädierten Spieler schnell in die Mannschaft zurückkehren, allen voran Reus und Haaland, von denen das Offensivspiel der Schwarzgelben allem Anschein nach abhängiger ist, als es dem BVB lieb sein kann.

Schließlich steht die nächste vollgepackte Woche mit Spielen gegen Sporting Lissabon in der Königsklasse und Augsburg in der Liga schon bevor. Und nach der Länderspielpause gibt es für den BVB gleich drei englische Wochen am Stück.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB861129:82119
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB860222:14818
3Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB04851221:12916
4SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF844012:6616
51. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU843112:9315
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB84139:10-113
71. FC Köln1. FC KölnKölnKOE833213:14-112
8RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL832316:8811
91899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG832317:11611
10Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG832310:11-111
111. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0583148:8010
12VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB823313:14-19
13Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC830510:21-119
14Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE81529:12-38
15VfL BochumVfL BochumBochumBOC82155:16-117
16FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA81344:14-106
17Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeldDSC80534:11-75
18SpVgg Greuther FürthSpVgg Greuther FürthGr. FürthSGF80175:20-151
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