Seit Saisonbeginn 2019/20 Trainer in Leipzig: Julian Nagelsmann. - Bildquelle: gettySeit Saisonbeginn 2019/20 Trainer in Leipzig: Julian Nagelsmann. © getty

Frankfurt/Main - Der spannendste Titelkampf seit einem Jahrzehnt, fünf Mannschaften getrennt durch nur sieben Punkte: Ganz Fußball-Deutschland sehnt den Rückrundenstart der Bundesliga herbei - und auch der Bundestrainer ist längst elektrisiert. "Es kommen einige Teams für den Titel infrage", sagte Joachim Löw beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL): "Die Rückrunde beginnt mit unglaublich großer Spannung. Verschiedene Mannschaften befinden sich auf Augenhöhe."

Fünfkampf an der Spitze

Zumindest fast. Nur zwei Pünktchen liegt Spitzenreiter RB Leipzig (37 Punkte) nach den ersten 17 Spieltagen vor Borussia Mönchengladbach, auch Bayern München (33) und die punktgleichen Rivalen Borussia Dortmund und Schalke 04 (beide 30) dürfen sich natürlich noch berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. "Da hat sich wirklich ein interessantes Bild entwickelt und es ist sehr schön, dass nicht nur Bayern und Dortmund oben stehen", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, der Leipzig ähnlich wie die anderen Verfolger hoch einschätzt.

"Leipzig ist derzeit zurecht Tabellenführer. Es werden schwere Aufgaben, aber wir haben die Qualität und den Willen dazu", sagte Münchens Trainer Hansi Flick über eine mögliche Aufholjagd. Dortmunds Präsident Reinhard Rauball versicherte, dass der BVB trotz des Rückstandes "natürlich noch spielen" werde - er lobte allerdings: "Leipzig hat ohne Frage eine tolle Hinrunde gespielt und ist einer der Favoriten auf den Titel."

Demut in Leipzig - Angst vor der Historie

Allerdings sehen das die hochangesehenen Sachsen selbst irgendwie anders. "Wir müssen uns entwickeln. Aktuell sind wir noch nicht gut genug, um Meister zu werden", sagte Trainer Julian Nagelsmann der Bild-Zeitung, sein Stürmer Yussuf Poulsen äußerte im kicker: "Dass viele nur über Bayern, Dortmund und uns reden, finde ich falsch. Mönchengladbach hat ebenfalls eine sehr gute Ausgangsposition. Auch Schalke wirkt auf mich sehr gefestigt."

Zuletzt war es in der Spielzeit 2009/10 nach der ersten Halbserie ähnlich eng zugegangen. Damals gehörten sogar sechs Teams zu einer Spitzengruppe, die durch sieben Punkte getrennt war - und am Ende jubelte nicht der Herbstmeister. Bayer Leverkusen beendete die Saison nämlich auf dem vierten Rang, stattdessen feierte der FC Bayern den Titelgewinn.

Bayern setzt auf Qualität

Dass die Münchner wie damals von Platz drei aus in die Rückrunde starten, könnte ein gutes Omen sein. Der Rekordmeister will sich aber lieber auf seine aktuellen Qualitäten verlassen, die dem eigenen Verständnis nach in Deutschland einmalig sind. "Wir haben im Kader die höchste Qualität in der Bundesliga. Wir haben die meiste Erfahrung, was Titelkämpfe anbelangt", sagte Weltmeister Thomas Müller bei Sport1: "Wir gehen mit dem nötigen Schuss Selbstvertrauen ran, dass wir das Ding noch auf unsere Seite ziehen."

Gladbach lauert, Schalke als Außenseiter

Um zum achten Mal in Serie nach dem 34. Spieltag die Tabelle anzuführen, muss der ehrgeizige Rekordmeister neben Leipzig aber auch noch den einstigen Erzrivalen Gladbach einholen - der aufgrund seiner derzeitigen Platzierung (noch) nicht in Euphorie verfallen möchte. "Wir projizieren uns nicht täglich die Tabelle in der Kabine auf die Großleinwand", sagte Mittelfeldspieler Patrick Herrmann, Eberl meinte nur lapidar: "Wir spielen, um zu gewinnen."

Das tun natürlich auch die Schalker, trotz der guten Ausgangsposition beschäftigt sich in Gelsenkirchen offenbar aber niemand ernsthaft mit dem Gedanken an den größtmöglichen Triumph. Vielmehr liegt der Fokus auf der Qualifikation für die Champions League. "Wenn nur ein Spieler einen Schritt weniger als notwendig macht", warnte Sascha Riether, Schalkes Koordinator Lizenzbereich, bei t-online.de, "dann kann es bereits wieder in die falsche Richtung gehen".

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