Trainer Adi Hütter verlängerte kürzlich seinen Vertrag in Frankfurt bis 2023... - Bildquelle: GettyTrainer Adi Hütter verlängerte kürzlich seinen Vertrag in Frankfurt bis 2023. © Getty

München/Frankfurt - Der neunte Platz in der Bundesliga, ein Halbfinal-Aus im DFB-Pokal beim FC Bayern und ein Ausscheiden im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Basel, so lautet die Saisonbilanz von Eintracht Frankfurt. Dass der eine oder andere Fan, vor allem in den sozialen Netzwerken, angesichts dieses Abschneidens leise murrte, zeigt, wie gut es bei der Eintracht in den letzten Jahren gelaufen ist.

Seit die Frankfurter sich im Frühjahr 2016 denkbar knapp in der Relegation vor dem Sturz in die Zweite Liga retteten, ging es steil bergauf. Pokalsieg, Europa-League-Halbfinale, erneute Qualifikation für die Europa League und Rekorderlöse beim Verkauf der Büffelherde. Dinge von denen Eintracht-Fans vor Jahren wohl nicht zu träumen gewagt hätten.

Nun macht die Eintracht nach zwei turbulenten Spielzeiten Urlaub von Europa, und auch wenn die magischen Nächte im Stadtwald sicher fehlen werden, könnte die Verschnaufpause angesichts von mehr als 100 Pflichtspielen in zwei Jahren den Frankfurtern durchaus guttun.

Das ist neu

Eigentlich ziemlich wenig. Der Verpflichtung von Sturmhoffnung Ragnar Ache wurde bereits in der Winterpause vollzogen. Mittelfeld-Allrounder Steven Zuber kam im Tausch gegen Pokalheld Mijat Gacinovic aus Hoffenheim. Der umworbene Filip Kostic ist nach wie vor da. Verstärkung wird im rechten Mittelfeld gesucht, Ajdin Hrustic vom FC Groningen soll ein heißer Kandidat sein.

Tatsächlich gibt es kaum Transfergerüchte, sollte keiner der Stammspieler mehr gehen, steht die Mannschaft eigentlich. Man sollte sich von der vermeintlichen Ruhe aber auch nicht täuschen lassen, Sportvorstand Fredi Bobic hat in den letzten Jahren immer wieder mit Transfers kurz vor der Deadline überrascht.

Das macht Mut

So weh es den Eintracht-Fans auch tun mag, diese Saison nicht in Europa zu spielen, wird dies der Leistungsstärke der Mannschaft entgegenkommen. Die Dreifachbelastung mit DFB-Pokal und Europa League hat die Eintracht in der vergangenen Saison mit Sicherheit einige Punkte gekostet, vor allem der Marsch durch die Europa-League-Qualifikation sorgte dafür, dass die Frankfurter Spieler schon zum Saisonstart teilweise müde wirkten.

Nun kann Trainer Adi Hütter – der gerade seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat – in Ruhe mit der Mannschaft arbeiten und das Team weiterentwickeln. Während Konkurrenten wie Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Hoffenheim und Wolfsburg nun die Doppelbelastung bewältigen müssen, kann sich die Eintracht voll auf die Bundesliga konzentrieren.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die SGE Stand jetzt einen Kader hat, der definitiv in allen Mannschaftsteilen die Qualität besitzt, um die europäischen Plätze anzugreifen. Spielern wir Bas Dost oder Danny da Costa ist es absolut zuzutrauen, eine deutlich bessere Runde als zuletzt zu spielen, Andre Silva präsentierte sich im letzten Saisondrittel sehr treffsicher. Und auch der junge Daichi Kamada scheint noch nicht am Ende seiner Entwicklung.

Das bereitet Sorgen

Dieses uralte Gerede von der "launischen Diva" kann in Frankfurt niemand mehr hören. Aber tatsächlich tat die SGE einiges dafür, ihrem 90er-Jahre-Image gerecht zu werden und präsentierte sich außergewöhnlich schwankend in der Qualität ihrer Leistungen. Der spätere Champions-League-Sieger FC Bayern wurde mit 5:1 bezwungen, Champions-League-Halbfinalist RB Leipzig in der Liga und im Pokal geschlagen. Dann verlor die Mannschaft aber gegen Augsburg, Paderborn, Union Berlin, Mainz und Köln. Letztlich waren es diese Niederlagen, die die Eintracht die erneute Qualifikation für Europa kosteten. Trainer Hütter muss es schaffen, dass seine Mannschaft konstanter abliefert und sich gerade gegen die vermeintlich schwächeren Teams weniger schwertut.

Und dann gibt es natürlich noch etwas, was jedem Frankfurt-Fan Angstschweiß auf die Stirn treibt. Sollte Filip Kostic der Eintracht weggekauft werden, wäre dieser kaum zu ersetzten. Mit seiner Dynamik ist der Serbe der Unterschiedsspieler der Eintracht und eine wahre Flankenmaschine. Immerhin scheint es bisher keine konkreten Angebote zu geben.

Darauf kommt es an

Wer soll nur die ganzen Tore schießen? Mit dieser Frage ging Eintracht Frankfurt in die vergangene Saison, nachdem die komplette Sturmreihe mit Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic meistbietend veräußert worden war. Doch das Toreschießen war gar nicht das Problem, mit der Büffelherde erzielte die SGE in der Saison 2018/19 60 Tore, in der büffellosen Spielzeit 2019/20 waren es 59 Treffer.

Allerdings kassierte die Eintracht 2018/19 nur 48 Gegentore, in der vergangenen Saison waren es 60. Der Schlüssel, um in der Tabelle zu klettern, dürfte also in einem besseren Defensivverhalten liegen.

Das sagen die Verantwortlichen

Dominik Kohr ist zwar kein Verantwortlicher bei der Eintracht, aber der Mittelfeldspieler äußerte sich recht deutlich zu den Saisonzielen: "Ich denke, wir sollten die internationalen Plätze angreifen, das ist mit dem Kader meiner Meinung nach drin."

So läuft die Saison

Natürlich muss das Ende der Transferperiode abgewartet werden, aber im Moment hat die Eintracht eine Mannschaft zusammen, die die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz beenden kann. Gelingt es, die Ausrutscher gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte zu vermeiden und weniger Gegentore zu kassieren, könnte der Urlaub von Europa im nächsten Sommer wieder beendet sein. Unser Tipp: Die Eintracht landet irgendwo zwischen Platz sechs und neun.

Kader

Spielplan

Transfers

Christian Stüwe

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Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE21104:224
2Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB11008:083
3Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB11003:033
4FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA11003:123
4RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL11003:123
6Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC21015:413
71899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG11003:213
7SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF11003:213
9Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeldDSC10101:101
10Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB0410100:001
10VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB10100:001
121. FC Köln1. FC KölnKölnKOE10012:3-10
12VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB10012:3-10
141. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU10011:3-20
141. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0510011:3-20
16Werder BremenWerder BremenWerderSVW10011:4-30
17Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG10010:3-30
18FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0410010:8-80
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