München - Lucas Hernandez droht eine Gefängnisstrafe. Doch was steckt hinter dem Rechtsstreit rund um den Star des FC Bayern München. ran beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie ist der aktuelle Stand um Lucas Hernandez?

Am kommenden Dienstag, den 19. Oktober, um 11 Uhr muss Lucas Hernandez beim Strafgericht 32 in Madrid erscheinen. Dort erwartet ihn die Mitteilung, dass er zehn Tage Zeit hat, um freiwillig ins Gefängnis zu gehen. Er darf sich die Haftanstalt aussuchen, in der er seine Strafe verbüßt.

Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass die Anwälte des Bayern-Stars am Dienstag Einspruch gegen das rechtskräftige Urteil einlegen. Sie hoffen laut der "Süddeutschen Zeitung", so die Haftstrafe aufschieben zu können. Der Fall würde dann eine Instanz höher vor dem Landgericht Madrid neu verhandelt werden.

Was war der Auslöser?

In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 2017 kam es zwischen Lucas Hernandez, damals noch Spieler von Atletico Madrid, und seiner Freundin Amelia de la Ossa Llorente zu einem Streit, der in Handgreiflichkeiten und gegenseitigen Verletzungen endete.

Den Ermittlungen zufolge kam Hernandez alkoholisiert nach Hause. Nachdem seine Freundin sein Handy sehen wollte, er sich jedoch weigerte, eskalierte die Situation. Amelia de la Ossa Llorente habe ihn mit einem Schlüssel am Hals und an der Wange verletzt sowie Lack seines Autos zerkratzt. Der Fußballer habe sie anschließend in einem Handgemenge am Rücken, Kiefer und der Lippe verletzt.

Beide wurden verhaftet. In einem Schnellverfahren wurde gegen beide Seiten ein Kontaktverbot verhängt. Beide durften sich einander nicht näher als 500 Meter befinden. Zudem wurden beide zu 31 Tagen Sozialarbeit verurteilt.

Warum wurde Lucas Hernandez zu einer Gefängnisstrafe verurteilt?

Nur wenige Monate nach dem Vorfall versöhnten sich beide wieder, heirateten und reisten am 13. Juni 2017 gemeinsam nach ihren Flitterwochen in Las Vegas zurück nach Madrid. Bei der Passkontrolle am Flughafen Madrid-Barajas schlug der Alarm an: Weil Hernandez nicht den gerichtlich vorgeschriebenen Abstand einhielt, wurde er festgenommen. Zwar wurde er bereits nach wenigen Stunden wieder freigelassen, doch gegen den Nationalspieler wurde anschließend ein Prozess eingeleitet.

Im Dezember 2019 wurde Hernandez wegen Missachtung der Justiz zu sechs Monaten Haft verurteilt. Ein Antrag auf Aussetzung wurde von Hernandez' Anwälten gestellt. Dieser wurde abgelehnt.

Muss Lucas Hernandez jetzt wirklich hinter Gitter?

Das hängt vom weiteren Vorgehen der spanischen Justiz ab: Der Antrag von Hernandez' Anwälten, die Haftstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln, wurde vom Gericht laut "Süddeutscher Zeitung" zuletzt ebenfalls abgewiesen. Nun kann nur die Verhandlung des Verfahrens vor der nächsthöheren Instanz die Haftstrafe durch ein neues Urteil ganz kippen.

Hier sind Hernandez und der FC Bayern auf das Tempo der spanischen Justiz angewiesen: So sei es laut "L’Equipe" wahrscheinlicher, "dass er ins Gefängnis muss, als dass er in Freiheit bleibt", da es noch unklar sei, wann eine Entscheidung zu Hernandez' Berufung fällt. Demnach sei es möglich, dass der Weltmeister von 2018 tatsächlich bis spätestens 29. Oktober 2021 seine Haft antreten, aber durch eine Entscheidung auf höherer Instanz zu seinem Gunsten nicht die vollen sechs Monate absitzen müsse.

Eine Änderung des Urteils auf eine Bewährungsstrafe ist übrigens im Fall Hernandez nicht möglich: Da er nach dem Vorfall 2017 bereits rechtskräftig für häusliche Gewalt verurteilt wurde, gilt er als vorbestraft.

Kann Lucas Hernandez weiter für den FC Bayern spielen?

Am Wochenende gegen Bayer Leverkusen kann Lucas Hernandez bedenkenlos auf dem Platz stehen. Theoretisch wäre auch ein Einsatz am 20. Oktober im Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon sowie am 23. Oktober gegen Hoffenheim und im DFB-Pokal-Spiel gegen Mönchengladbach am 27. Oktober denkbar. Schließlich hat Hernandez noch bis zum 29. Oktober Zeit, sich in eine Justizvollzugsanstalt zu begeben. Davor kann er sich noch frei bewegen. Wie es danach weitergeht, liegt in der Hand der spanischen Justiz.

Was passiert, wenn Hernandez nicht vor Gericht erscheint?

Wenn Hernandez am 19. Oktober nicht vor dem Strafgericht 32 in Madrid erscheint, würde er international zur Fahndung ausgeschrieben werden. Ein Szenario, das weder im Sinne des Superstars noch in dem des FC Bayern München oder des französischen Fußballverbands sein dürfte.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB861129:82119
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB860222:14818
3Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB04851221:12916
4SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF844012:6616
51. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU843112:9315
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB84139:10-113
71. FC Köln1. FC KölnKölnKOE833213:14-112
8RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL832316:8811
91899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG832317:11611
10Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG832310:11-111
111. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0583148:8010
12VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB823313:14-19
13Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC830510:21-119
14Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE81529:12-38
15VfL BochumVfL BochumBochumBOC82155:16-117
16FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA81344:14-106
17Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeldDSC80534:11-75
18SpVgg Greuther FürthSpVgg Greuther FürthGr. FürthSGF80175:20-151
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