Kritisiert die BVB-Spieler mit deutlichen Worten: Roman Weidenfeller - Bildquelle: imago images/Jan HuebnerKritisiert die BVB-Spieler mit deutlichen Worten: Roman Weidenfeller © imago images/Jan Huebner

Dortmund - Diese zweiwöchige Länderspielpause kommt Borussia Dortmund gerade recht. Denn: Der erschreckende Auftritt des BVB im Bundesliga-Gipfel bei Bayern München hat seine Spuren hinterlassen.

Dass die Profis des Vizemeisters guten, an manchen Tagen auch mitreißenden Fußball spielen können, ist unbestritten. Daher stellt sich die Frage: Haben die Dortmunder Spieler ein Kopfproblem?

Weidenfeller vermisst Führungsspieler auf dem Platz

Eine direkte Aufarbeitung der Klatsche beim deutschen Rekordmeister ist aber nur bedingt möglich: Zahlreiche Dortmunder Spieler verabschiedeten sich zu ihren Nationalmannschaften. Die Kritik an ihnen mindert das aber nicht.

"Viel zu viele Spieler verstecken sich auf dem Platz", kritisierte der ehemalige Torhüter Roman Weidenfeller am Sonntagabend bei "Sky90". Roman Bürki oder Mats Hummels, die das Zeug hätten, eine Mannschaft zu führen, würden nicht vorausgehen.

"Auch Axel Witsel oder Marco Reus im Sturm. Man muss als Kollektiv vorne attackieren und sich dem Ganzen nicht ergeben." Weidenfeller habe nicht mal das Gefühl, dass man sich über diese Niederlage aufgeregt habe.

"Wir haben dem Druck nicht standgehalten"

Einer, der nach dem 0:4-Debakel richtig Dampf abließ, war Michael Zorc. Dieser hatte vor dem Topspiel "Männerfußball" von "echten Kerlen" gefordert. Nach der Partie schimpfte Zorc über eine "Nicht-Leistung", es sei "überhaupt kein Fußball" gewesen. "Wir haben dem Druck nicht standgehalten", monierte der Sportdirektor der Borussia.

Ausgenommen wurde nur einer von Zorcs Wutrede: Coach Lucien Favre. Dennoch gerät der Schweizer zunehmend in die Kritik.

Der Rückstand des selbst ernannten Titelanwärters auf Tabellenführer Borussia Mönchengladbach ist auf stattliche sechs Punkte angewachsen. Auch die vermeintlich größten Konkurrenten RB Leipzig und Bayern München liegen nun zwei Zähler vor dem Tabellensechsten.

Auswärtsschwäche - das große Manko der Dortmunder

Favre ist nun also gefordert. Der 62-Jährige muss sein Team zurück auf Kurs bringen, ansonsten sind die Meisterträume frühzeitig geplatzt. Besonders verheerend: die Auswärtsschwäche des BVB. Daran muss das Favre-Team arbeiten.

Für Innenverteidiger Hummels war der blutleere Auftritt in München "ein Zeichen, dass wir keine Toptruppe sind". Man könne "an unseren guten Tagen" eine sein, "aber eine Topmannschaft ist das auch an schlechten".

Vor zwölf Monaten war die Stimmungslage bei den Schwarz-Gelben noch eine andere. Nach einem Heimsieg gegen die Bayern (3:2) führte der BVB die Tabelle an und hatte acht Punkte mehr auf dem Konto als in dieser Saison nach dem elften Spieltag.

Danach waren der Druck und die Erwartungen der Dortmunder wohl zu hoch.

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