Der VfB Stuttgart tritt als Aufsteiger in der Bundesliga an. - Bildquelle: imagoDer VfB Stuttgart tritt als Aufsteiger in der Bundesliga an. © imago

Stuttgart/München - Bundesliga, 2. Liga, Bundesliga, Bundesliga, 2. Liga und nun wieder Bundesliga. Der VfB Stuttgart ist eines der Teams, das in den vergangenen fünf Jahren nur wenig Konstanz zeigen konnte.

Dabei haben die Schwaben mit Mercedes-Benz, Porsche und zahlreichen weiteren Industriebetrieben finanziell hochkarätige und prominente Unterstützung auf Seiten der Sponsoren in ihren Reihen. Doch im Klub rumorte es gewaltig in den vergangenen Jahren. So waren allein in den vergangenen fünf Jahren elf verschiedene Trainer für den Klub tätig.

Im Dezember 2019 folgte der letzte Trainerwechsel. Der US-Amerikaner Pellegrino Matarazzo wurde der Nachfolger von Tim Walter. Zuvor hatte der Klub bereits mit Ex-Spieler Thomas Hitzlsperger und dem ehemaligen BVB-Scout Sven Mislintat als Sportdirektor ein neues Führungsduo installiert. Nachdem es einem als VfB-Fan zwischenzeitlich angst und bange werden konnte, schaffte der Klub letztlich doch noch das avisierte Ziel, die Rückkehr in die Bundesliga, auf direktem Wege.

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Das ist neu

Über elf Millionen Euro gaben die Schwaben, trotz Corona, bislang auf dem Transfermarkt aus.

Mit Waldemar Anton kam ein bundesligaerprobter Innenverteidiger, Torhüter Gregor Kobel wurde fest verpflichtet. Mit Wataru Endo und Pascal Stenzel wurden noch zwei weitere Verstärkungen verpflichtet.

Große Hoffnungen ruhen aber auch auf Lilian Egloff. Der 18-Jährige rückt auf zu den Stuttgarter Profis und gilt als eines der Top-Talente im VfB-Nachwuchs. Am Donnerstag band der Klub den offensiven Mittelfeldspieler bis 2024.

Das macht Mut

 

Anders als in der Vergangenheit setzen die Stuttgarter Verantwortlichen auf junge, entwicklungsfähige Spieler statt fertig ausgebildete Profis. "Ein Mateo Klimowicz, Robbie Massimo, Li Egloff, Tanguy Coulibaly und Darko Churlinov sind jetzt ein Jahr weiter, haben den erwarteten Schritt gemacht und dürften demnach näher dran sein als letzte Saison", erklärte Sportdirektor Mislintat der "Deutschen Presse-Agentur".

Zudem setzt man in Stuttgart darauf, dass die Bundesliga für Talente ein besseres Pflaster ist als die zweite Liga. "Sie bringen alle viel Tempo mit. Es dürfte ihnen entgegenkommen, wenn wir nicht mehr so viel Ballbesitz haben und sich stattdessen mehr Räume öffnen sollten", meinte Mislintat.

Dieser neue Weg ist auch in der Kaderstruktur ersichtlich. Befinden sich doch mit Daniel Didavi, Gonzalo Castro und Ersatzkeeper Jens Grahl nur drei Ü30-Profis im Team. Galionsfigur Mario Gomez hat nach dem Aufstieg seine Karriere beendet. 

Das macht Sorgen

Genau dieser Fakt könnte sich aber auch zum Bumerang erweisen, denn im Abstiegskampf geht es oftmals auch um Erfahrung in kritischen Situationen. Jene Erfahrung können die Talente des VfB Stuttgart noch nicht haben. Das kritische Umfeld in Stuttgart könnte weiteren Druck auf die Schultern der jungen Spieler laden.

Zusätzliche Unruhe entstand durch die Degradierung von Holger Badstuber. Der 31-Jährige wurde in die zweite Mannschaft abgeschoben, weil Trainer Matarazzo nicht mehr mit dem ehemaligen Bayern-Verteidiger plant. Zwar akzeptierte Badstuber diesen Vorgang, doch im Falle eines Fehlstarts könnten die Rufe nach dem erfahrenen Ex-Nationalspieler lauter werden und erneut für Unruhe im Klub sorgen. 

Das sagen die Verantwortlichen

Die Bemühungen auf dem Transfermarkt hinsichtlich Verstärkungen hat man in Stuttgart wohl erst einmal eingestellt.

Grundsätzlich gehe es bei der Kaderplanung immer darum, "Qualität hinzuzufügen", sagte Mislintat. "Das geschieht entweder durch Ressourcen-Einsatz oder durch Entwicklung. Bei uns ist es offensichtlich, dass es derzeit in erster Linie über Entwicklung gehen muss."

Die VfB-Verantwortlichen sind sich also durchaus bewusst, dass eine schwierige Saison auf sie wartet, dabei soll aber der eingeschlagene Weg der Verjüngung nicht aus den Augen verloren werden. Doch ein erneuter Abstieg könnte auch für die Zukunft des Duos Hitzlsperger/Mislintat gefährlich werden, denn nichts war in Stuttgart in den vergangenen Jahren so konstant wie der Wandel.

Auch das aktuelle VfB-Führungsduo muss sich dieser Verantwortung stellen, denn eine Garantie auf den Klassenerhalt gibt es für die Schwaben nicht - egal mit welcher Strategie.

So läuft die Saison

Für die Stuttgarter geht es darum, gut aus den Startlöchern zu kommen. Mit Freiburg, Mainz und Köln warten an den ersten fünf Spieltagen drei Gegner, gegen die man bestehen sollte, wenn der Klassenerhalt nicht von Anfang an zur Herkulesaufgabe werden soll.

Zudem würde ein erfolgreicher Start auch den schwäbischen "Bruddlern" den Wind aus den Segeln nehmen, die in Fankreisen durchaus vertreten sind. Gelingt es der jungen Stuttgarter Mannschaft mit ihren Leistungen für gute Stimmung im Klub sowie im Umfeld zu sorgen, ist der Klassenerhalt auf jeden Fall drin. Dazu ist das Potenzial in der schwäbischen Metropole viel zu groß.

Markus Bosch

Infos zum VfB Stuttgart

Kader

Spielplan

Transfers

Voraussichtliche Aufstellung: Kobel - Mavropanos, Anton, Kempf - Förster, Mangala, Castro, Thommy - Gonzalez, Kalajdzic, Didavi

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Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
11899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG22007:346
2FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA22005:146
3Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE21104:224
3RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL21104:224
5SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF21104:314
6Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeldDSC21102:114
7Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB21019:453
8VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB21016:423
9Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC21015:413
10Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB21013:213
11Werder BremenWerder BremenWerderSVW21014:5-13
12Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB0420201:102
12VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB20201:102
141. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU20112:4-21
15Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG20111:4-31
161. FC Köln1. FC KölnKölnKOE20022:4-20
171. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0520022:7-50
18FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0420021:11-100
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