Gegen City die besten Dortmunder: Jude Bellingham (li.) und Mahmoud Dahoud (... - Bildquelle: Imago/GettyGegen City die besten Dortmunder: Jude Bellingham (li.) und Mahmoud Dahoud (re.) © Imago/Getty

München/Dortmund - Die Enttäuschung in Dortmund ist groß. Mit insgesamt 2:4 nach Hin- und Rückspiel mussten sich die Schwarz-Gelben Manchester City geschlagen geben. Dabei zeigte der BVB jedoch gerade in der ersten Halbzeit eine Top-Leistung, angeführt von Jude Bellingham und Mahmoud Dahoud (Die Noten der BVB-Stars in der ran-Einzelkritik)

Jude Bellingham: Vom Unsicherheitsfaktor zum Unterschiedsspieler

Diese Spielfreude hatte sehr viel mit Bellingham zu tun. Der erst 17 Jahre alte Mittelfeldspieler brillierte in beiden Spielen gegen Manchester City, riss das Spiel an sich, gewann Zweikämpfe und ging fast schon als Leader voran.

Das war nicht immer so. Nach gutem Beginn (Vorlage am 1. Spieltag gegen Gladbach, Tor beim 5:0 im Pokal in Duisburg) tauchte Bellingham leistungsmäßig ab.

Ist das ein Vorwurf? Keinesfalls "Er ist noch jung und wird einige Aufs und Abs haben", sagte BVB-Coach Edin Terzic kürzlich. Ein großes "Ab" hatte Bellingham im Dezember, beim 1:5 gegen Stuttgart machte er sein schlechtestes Spiel im BVB-Trikot. Es war die letzte Partie von Lucien Favre.

Seit Frühjahr stetig bergauf - Terzic ist "nicht überrascht"

Seit dem Jahreswechsel jedoch steigerte sich Jude Bellingham von Spiel zu Spiel. Gerade in der Champions League stellte er am liebsten seine Klasse unter Beweis.

Über dem Achtelfinale gegen Sevilla (3:2, 2:2) stand der Name Erling Haaland mit seinen vier Treffern, doch auch Bellingham, gekommen aus der zweiten Liga in England, lieferte Top-Leistungen ab. "Wenn man ihn sich anschaut, wie er arbeitet und wie bereit er für die Spiele ist, sind wir nicht überrascht", sagte Terzic über seinen Youngster.

Seine beiden besten Partien im Jersey des BVB hatte sich Bellingham dann für das Viertelfinale gegen Manchester City aufgehoben. In Abwesenheit von Axel Witsel und Thomas Delaney war er es, der das Mittelfeld in Dortmund anführte.

Ob aggressives Zweikampfverhalten, gute und schlaue Arbeit gegen den Ball oder Torgefahr - all das zeigte Bellingham gerade im Rückspiel gegen Manchester City. "Es ist unglaublich, was er abliefert." Das sagte nicht sein eigener, sondern der gegnerische Trainer, Pep Guardiola.

Ist Dahouds Knoten endlich geplatzt?

Dennoch hängt Bellinghams Leistungssteigerung auch mit seinem neuen Partner, Mahmoud Dahoud, zusammen. Der ist acht Jahre älter, er kam bereits 2017 zu Borussia Dortmund.

Lange lief Dahoud den hohen Erwartungen an ihn hinterher. "Er ist ein sensibler Typ", sagte Michael Zorc kürzlich über seinen Schützling.

Sensibel, fast schüchtern präsentierte sich Dahoud in seinen Auftritten. Bloß keinen Fehler zu machen, das schien seine Devise zu sein - bis zum Frühjahr zumindest. Denn seitdem trägt "Mo" sein Selbstvertrauen regelrecht spazieren.

Seit Februar verpasste der in Syrien geborene Mittelfeldspieler keine Partie mehr. Bis zum Jahreswechsel waren es nur acht Pflichtspieleinsätze für Dahoud, im Jahr 2021 sind es bereits doppelt so viele. "Mo zeigt sein großartiges Potenzial endlich auch auf dem Platz. Genau das haben wir uns von seiner Verpflichtung erhofft", fährt Zorc fort.

Auch Dahoud spielte, wie Kollege Bellingham, stark gegen das Über-Mittelfeld von Manchester City um Ilkay Gündogan, Rodrigo und Kevin de Bruyne.

Warum verliert der BVB trotzdem beide Spiele gegen City?

Dennoch geht der BVB in beiden Spielen - wenn auch knapp - als Verlierer vom Platz. Warum? Im neu kreierten 4-3-3-System von Edin Terzic gibt es noch einen dritten Mann im Mittelfeld, nämlich Emre Can.

Emre Can ist deutscher Meister, italienischer Meister und Nationalspieler - und nicht zum ersten Mal die Ursache für entscheidende Fehler im BVB-Spiel. Das war sowohl im Hinspiel gegen Manchester City vor Kevin de Bruynes 1:0 der Fall, wie auch beim 1:1-Ausgleich im Rückspiel, als er einen Handelfmeter verursachte, der zugegeben strittig war. Dennoch macht der Ex-Bayer in der Szene eine unglückliche Figur.

Obwohl Dietmar Hamann bei "Sky" von einem "Skandal" sprach, diesen Elfmeter auszusprechen und auch Edin Terzic verwundert über das Strafmaß der Aktion war, Fakt ist, Can hat diesen Elfmeter verursacht. Die Rechnung ist zu einfach, aber am Ende kosten zwei Can-Fehler die Mühe seiner Mittelfeld-Kollegen.

Das betrifft jedoch nicht nur Can. Beim letzten Tor im Hinspiel taucht der eingewechselte Thomas Meunier, 29 Jahre alt, belgischer Nationalspieler, unter der Flanke hindurch und erlaubt Phil Foden so den Treffer. Ziehen die geholten "Veteranen" die Glanzleistungen der Jungen runter?

Auch das wäre zu einfach. So war es zum Beispiel Mats Hummels, der beim enttäuschenden 1:2 gegen Eintracht Frankfurt den einzigen Treffer markierte. Bei diesem Spiel gelang es weder Bellingham noch Dahoud, das Spiel nachhaltig an sich zu reißen.

Jedoch ist das genau das, was Terzic mit "Aufs und Abs" ansprach, das gesteht der Trainer seinen Spielern zu. Und möglicherweise ist es genau das, was Bellingham und Dahoud gerade so stark macht: Unbedingtes Vertrauen des Trainers und die Erlaubnis, auch Fehler machen zu dürfen.

Die BVB-Führung muss sich auf Dauer jedenfalls keine Sorgen um das Mittelfeld machen, sofern Bellingham und Dahoud ihre Form aus der Champions League mitnehmen und womöglich sogar verbessern können.

Gerade für Bellingham ist die Leistungsgrenze nach oben derzeit nur zu erahnen.

Kai Esser

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