München/Lissabon - "Wir diskutieren immer über die gleichen Fehler die wir machen", sagte ein sichtlich frustrierter Marco Reus nach dem ebenfalls frustrierenden Aus in der Champions League - das auch und gerade finanziell ein schwerer Schlag ist - am "DAZN"-Mikro. Mit 1:3 (0:2) ging das entscheidende Spiel bei Sporting Lissabon verloren.

"Die haben heute einfach gar nix für's Spiel gemacht", analysiert der Dortmunder Kapitän, dem im Spiel nach vorne wenig gelang.

Standards und kapitale Böcke: Der BVB schlägt sich regelmäßig selbst

Dabei ist diese saloppe Aussage nicht einmal eine Ausrede. Tatsächlich war Sporting Lissabon nur bedingt am Gestalten des Spiels interessiert. Wieso gewannen die Grün-Weißen trotzdem?

Weil, und das zieht sich bei Borussia Dortmund wie ein Faden durch die Saison, der BVB den Gegner mehrmals zum Toreschießen einlud. Vor dem 0:1 war es Nico Schulz, der einen Ball völlig falsch einschätzte. Beim 0:2, einem Fernschuss, fühlte sich im zentralen Mittelfeld niemand für Doppeltorschütze Pedro Goncalves zuständig.

Dem 0:3 ging ein absolut vermeidbarer Elfmeter voraus, der zwar vom starken Gregor Kobel abgewehrt wurde, aber, wie es zu einem gebrauchten Abend passt, auf dem Kopf eines einlaufenden Portugiesen landete, der das Tor erzielte. Mit Standards hat der BVB, der in der Bundesliga die fünftmeisten Gegentreffer kassiert hat, auch national arge Probleme.

"Das ist dann halt schwer, nach sowas immer wieder zurück zu kommen", konstatierte Reus, der sich aber als Spielführer vor Spieler wie Schulz stellte: "Wir brauchen hier nicht auf Einzelne zu gehen."

Rote Karten, Verletzungspech, aber auch fehlende Qualität

Drei Champions-League-Halbzeiten vorher war die schwarz-gelbe Welt noch in Ordnung. Nach einer prima Halbzeit gegen Ajax Amsterdam lag der BVB 1:0 in Führung und war punktgleich mit dem Tabellenführer. Mats Hummels war da schon vom Platz gestellt. Eine rote Karte, bei der heute noch gerätselt wird, warum diese vollstreckt wurde.

Überhaupt sind rote Karten ein Thema an der Strobelallee: Ob es Mo Dahoud in der Bundesliga in Mönchengladbach (0:1), angesprochener Hummels gegen Ajax (das Spiel ging hintenraus noch mit 1:3 verloren) oder jüngst Emre Can in Lissabon sind. Dortmund kassiert zu viele Platzverweise und schwächt sich dadurch selbst.

Und das, obwohl der BVB ohnehin schon arg gebeutelt ist. Neben Tormaschine Erling Haaland fehlen und fehlten auch Raphael Guerreiro, Can, Hummels, Dan-Axel Zagadou, Mateu Morey, Giovanni Reyna und so weiter über weite Strecken der Saison.

Logisch, wenn mit Haaland und Guerreiro zwei deiner drei wichtigsten, beziehungsweise besten, Spieler ausfallen, dann ist jede Mannschaft schwächer.

Man kann nur nüchtern festhalten: Borussia Dortmund hat nicht die Qualität, um diese Ausfälle aufzufangen. Marin Pongracic, Nico Schulz, Marius Wolf, Steffen Tigges und Co. sind keine Spieler, die - unter normalen Umständen - uneingespielt das Champions League-Achtelfinale erreichen.

Hoffnung Bundesliga und Europa League

Was bleibt, ist das Positive aus Dortmunder Sicht: Der BVB liegt in der Bundesliga auf Platz zwei, nur einen Punkt hinter dem FC Bayern und steht, im Gegensatz zum FCB, im Achtelfinale des DFB-Pokals und in der K.O.-Runde der Europa League.

Letzteres klingt zwar größtmöglich unsexy, ist aber eine realistische Chance auf einen Titel. Es bleibt aus Dortmunder Sicht zu hoffen, dass sich alle Verletzten schnellstmöglich erholen und keine unnötigen Sperren im Jahr 2022 hinzu kommen.

Dann kann Dortmund mit einer weiteren Mini-Vorbereitung neu angreifen und die momentan enttäuschende Lage noch ins Versöhnliche drehen.

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