Lewandowski schießt Bayern zum Sieg gegen Piräus - Bildquelle: AFPAFPChristof STACHELewandowski schießt Bayern zum Sieg gegen Piräus © AFPAFPChristof STACHE

München - Neuer Trainer, alte Probleme - aber zum Glück hat Bayern München Robert Lewandowski: Der polnische Stürmerstar hat Interimscoach Hansi Flick bei der vorzeitigen Qualifikation fürs Achtelfinale der Champions League einen Start nach Maß ermöglicht, Topspielgegner Borussia Dortmund machen diese Bayern aber keine Angst.

Drei Tage nach der Trennung von Trainer Niko Kovac zeigte der deutsche Fußball-Rekordmeister beim mageren 2:0 (0:0) gegen Olympiakos Piräus eine abermals uninspirierte Vorstellung. Erst Lewandowski brach mit seinem 21. Saisontreffer im 17. Pflichtspiel den Bann (69.). Kurz vor dem Schlusspfiff erhöhte der eingewechselte Ivan Perisic (89.).

Erstmals seit acht Pflichtspielen zu null

"Wir haben eine gute Leistung gezeigt, wir haben unser Spiel durchgezogen über 90 Minuten. Wir haben uns die Griechen zurechtgelegt und haben hier verdient gewonnen", sagte Mannschaftskapitän Manuel Neuer bei Sky. Zugleich zeigte er sich erfreut, dass gegen allerdings sehr schwache Griechen erstmals nach acht Begegnungen die Null stand: "Der Sieg steht über allem, aber für unser Selbstbewusstsein in der Defensivarbeit war das sehr wichtig."

Wer von den 70.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena eine nach der Kovac-Entlassung befreite Münchner Elf erwartet hatte, sah sich getäuscht. Benjamin Pavard traf in der enttäuschenden ersten Halbzeit den Pfosten (45.), in der zweiten Hälfte war wieder einmal auf "Lewy" Verlass. 

Wenig Torgefahr, viel Ballbesitz

Für den erhofften Prestigesieg im Bundesliga-Kracher gegen den BVB am Samstag bedarf es jedoch einer gehörigen Steigerung. Auch unter Flick litt das Bayern-Spiel an den bekannten Mängeln: Der Offensive fehlte die Struktur, den Spielern oft das Verständnis untereinander. 

Trotz statistischer Überlegenheit strahlten die Bayern wenig Gefahr aus, im Zentrum fehlte Kreativität. Wenigstens stand die neu formierte Defensive bei den wenigen Prüfungen sicher. Insgesamt drängte sich der aber Verdacht auf, dass die Bayern mehr brauchen als nur einen Trainer.

Neu formierte Abwehrreihe - Martinez im Zentrum

Die Suche nach dem neuen Mann lief rund um die Begegnung auf Hochtouren. Nach Thomas Tuchel und Erik ten Hag winkte auch Ralf Rangnick ab. Arsene Wenger dagegen signalisierte Interesse, das auch Jose Mourinho nachgesagt wird. "Ich werde über die Namen nicht sprechen", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic bei Sky, der Klub werde sich bei seiner Entscheidungsfindung "nicht unter Druck setzen lassen".

Auf dem Platz überraschte Flick mit einer neuen Abwehrreihe um die Innenverteidiger Javi Martinez und David Alaba. Joshua Kimmich beorderte er ins Mittelfeld und stellte ihm Leon Goretzka zur Seite, der wie Martinez und Kingsley Coman in die Startelf kam. Die Edeltechniker Thiago und Philippe Coutinho saßen draußen.

Taktisch ergab Flicks Umbau keine gravierende Veränderungen - nach nur einem Training wenig überraschend. Die Bayern suchten ihr Heil über die schnellen Außen oder im Zusammenspiel mit "Lebensversicherung" Lewandowski. Kimmich war im Zentrum etwas verschenkt, seine Aggressivität wurde dort kaum benötigt. 

Flick moderierte das Bemühen der Seinen eher zurückhaltend und beschränkte sich auf vereinzelte Anweisungen. Seine Mannschaft hatte deutlich mehr vom Spiel, wusste mit ihrem Ballbesitz aber selten etwas anzufangen. Lewandowski (25.), Coman (34.) und Müller (35.) vergaben die mögliche Führung.

"Die Mannschaft hat enorme Qualität", sagte Flick vor dem Anpfiff, "es ist wichtig, dass sie 100 Prozent Leistung bringt - nicht 95, nicht 98, sondern 100." Goretzka schien sich nach dem Seitenwechsel daran zu erinnern, scheiterte aber erneut (50.). Eine Initialzündung war auch diese Chance nicht. Coman vergab danach mehrfach.

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