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München/Paris – Am Ende war da die Leere, das große Nichts.

Die schmerzhafte Erkenntnis, dass es für den FC Bayern dann doch nicht reichte. Vermischt mit dem lauten Jubel von Neymar, von Kylian Mbappe, von Julian Draxler versuchten die Bayern-Stars, den 1:0-Sieg bei Paris Saint-Germain irgendwie sacken zu lassen. 

Denn der war nichts wert, nach dem 2:3 aus dem Hinspiel bedeutet er, dass der Titelverteidiger im Viertelfinale ausgeschieden ist.

Wie geht es weiter?

Und schnell steht bei einem Klub wie dem FC Bayern die Frage über allem: Was bleibt jetzt noch von dieser Saison? Und wie geht es weiter, jetzt wo das große Ziel verfehlt wurde?

"Wir sind in dieser Saison Klub-Weltmeister geworden und die Chancen stehen gut, dass wir Meister werden. Ich gehe davon aus, dass alles positiv aussieht", sagte Kapitän Manuel Neuer und vermied es, auch nur einen Tropfen Öl ins Feuer zu gießen. 

Denn natürlich ist nach dem Trara der vergangenen Wochen, dem Zoff zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic, den Gerüchten um die Zukunft des Trainers und dem Aus in Pokal und Champions League längst nicht alles positiv.

"Wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft, ich muss ihr ein Kompliment machen, sie war konzentriert und hat alles versucht. Wir haben jetzt das Pech, dass wir Verletzte haben und müssen das so akzeptieren", sagte Flick bei "Sky": "Wir waren nicht ganz so entschlossen, der letzte Punch hat gefehlt."

Doch das war nur das Vorgeplänkel. Denn interessant wurde es, als Flick einmal mehr auf das Verhältnis zu Salihamidzic und seine Zukunft angesprochen wurde.

Das Miteinander mit Salihamidzic, die so schwierige und komplizierte Zusammenarbeit, sie sei "stabil", sagte Flick, "daran wird sich auch nichts ändern".

Konter mit Humor

Als es um ihn selbst ging, konterte Flick mit Humor. "Ja, ich habe mich gerade entschieden", antwortete er auf die Frage, ob er sich jetzt Gedanken mache, wie es für ihn weitergehe. "Wir sind gerade ausgeschieden. Was soll ich mir da für Gedanken machen?", sagte Flick.

Einen Termin bei Bayern-Vorstand Oliver Kahn habe er noch keinen, sagte Flick, auf einen angeblichen Krisengipfel angesprochen, "ich habe aber Zeit, wenn er Lust hat, mit mir zu quatschen, kann er das gerne tun."

Ja, und dann entfuhr es ihm irgendwie. Denn plötzlich legte Flick los und hörte gar nicht mehr auf. Er redete sich dabei nicht in Rage, wie man es jetzt annehmen könnte. Nein, es war eine Mischung, wie man sie wohl nur nach so großen, engen Spielen antrifft.

Der Ärger war noch frisch bei Flick, über das Aus, denn man habe die Mannschaft für einen erneuten Finaleinzug gehabt, sagte er. Aber auch über Entscheidungen auf dem Platz ärgerte er sich, wie er zugibt. 

Hinzu kamen die Emotionen der vergangenen Wochen, die Streits, Diskussionen und die immer wiederkehrenden Fragen zu seiner Zukunft, in allen Variationen, während er versucht, seine Mannschaft durch die wichtigste Phase der Saison zu führen, diese aber durch Verletzungen auf dem Zahnfleisch geht.

Fünfminütiger Monolog

Flick startet einen knapp fünfminütigen Monolog, der ein Plädoyer für seinen Job wird, wie gerne er bei den Bayern arbeitet und die schwierige Zeit. 

Als Zuhörer wird man aber das Gefühl nicht los, dass es auch ein bisschen nach Abschied klingt. Zwischen den Zeilen ist das eigentlich nicht zu überhören, denn auf den Subtext kommt es an.

"Die letzten Wochen waren von Fragen gespickt, die nicht so einfach waren. Man muss dann auch respektieren wenn man sagt, dass man keine Lust hat, darüber zu sprechen", sagte Flick.

"Man macht sich immer Gedanken, wie es weitergeht und ob das hier alles wunderbar läuft. Es geht immer darum, wie man Mannschaft und Verein weiterentwickeln kann. Diese Dinge sind mir wichtig: Wo geht es hin, wie geht weiter? Wir haben mit den sechs Titeln einen Maßstab gesetzt und da mache ich mir immer Gedanken, denn Erfolg ist ein steter Prozess. Für mich geht es darum, alles immer neu zu bewerten", so Flick: "Da habe ich natürlich auch meine Vorstellungen."

"Sky"-Experte Lothar Matthäus hatte zuvor Flicks Familie erwähnt, dass der Bayern-Trainer die Entscheidung über seine Zukunft in Ruhe treffen solle und auch im Einklang mit seiner Familie. Auch auf das Thema ging Flick ein.

"Ich hänge am Trainer-Job und kann mir aktuell nichts anderes vorstellen. Meine Familie würde mich immer unterstützen, ob ich jetzt beim DFB wäre und einen anderen Rhythmus hätte, das wäre für sie völlig egal. Entscheidend ist für sie, dass der Job mir Spaß macht. Deswegen wird sie in allen Dingen, egal wie meine Entscheidung ausfällt, komplett hinter mir stehen", sagte der Bayern-Coach. Und betonte: "Das ist ein gutes Gefühl."

Dafür dürfte das Gefühl der Leere beim FC Bayern wohl noch ein wenig länger anhalten.

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