Niklas Süle (Bildmitte) war auch gegen Werder Bremen zum Zuschauen verdammt. - Bildquelle: 2020 Getty ImagesNiklas Süle (Bildmitte) war auch gegen Werder Bremen zum Zuschauen verdammt. © 2020 Getty Images

München - Hansi Flicks Lob für Niklas Süle kam mit einer nicht unbedeutenden Einschränkung daher.

Der Nationalspieler habe "wahnsinnige Qualitäten, die wir brauchen", sagte der Trainer von Bayern München vor dem Champions-League-Spiel gegen RB Salzburg (heute ab 20:30 Uhr im Liveticker bei ran.de), fügte dann aber hinzu: "Wenn er 100 Prozent fit ist und 100 Prozent seiner Leistung abrufen kann."

Das ist aktuell aber nicht der Fall.

 

Spielen "auf Bewährung"

Wegen Trainingsrückstands verzichtete Flick wie zuletzt gegen Bremen (1:1) auch beim Duell mit dem österreichischen Dauermeister auf Süle.

Und, noch schlimmer für den Mann, der einst in München und der Nationalmannschaft als Abwehrchef vorgesehen war: Beim FC Bayern mehren sich offenbar die Zweifel, ob er nach seinem zweiten Kreuzbandriss im linken Knie überhaupt wieder zurück zu alter Stärke findet.

Süle spiele "auf Bewährung", heißt es laut einem Bericht der "Sport Bild" im Klub. Die Bosse zögerten deshalb mit Gesprächen über eine Verlängerung des 2022 auslaufenden Vertrages.

Der 25-Jährige muss angeblich nachweisen, dass er "ein Bayern-Spieler" sei. Sprich: Das "Mia san mia" mit Haut und Haaren verkörpert - mit Hingabe, Gier und vor allem: Professionalität.

Gewichtsprobleme begleiten Süles Karriere

Der Vorwurf, dass er es vor allem mit letzterer nicht immer so genau nehme, begleitet Süle seit Beginn seiner Profikarriere in Hoffenheim. Immer wieder ist von Gewichtsproblemen die Rede, auch jetzt. Er selbst nannte sich mal einen "Lebemann".

Später beteuerte Süle, gar nicht genau gewusst zu haben, was das Wort bedeute. Er hat eine ausgeprägte Vorliebe für Fast Food und Softdrinks, auch wenn das "schon besser geworden" sei, wie er zuletzt betonte.

Hat ihn Flick rausgenommen, weil er mit zwei Kilo Übergewicht von der Nationalmannschaft zurückkam? Die "Bild"-Zeitung behauptet dies. Steckt also mehr dahinter als "nur" etwas Nachholbedarf? "Wie Sie es interpretieren, ist Ihre Sache", sagte Flick.

Länderspielreise trotz Trainingsrückstand

Doch der Trainer warb auch um Verständnis für Süle. Das Hickhack um einen offensichtlich falsch positiven Corona-Test zehrte an den Nerven - und warf ihn wegen der achttägigen Quarantäne körperlich zurück. Dann wurde Süle nach nur einem Training eiligst für die DFB-Auswahl nachnominiert - trotz Knieproblemen.

Bei der Nationalmannschaft sei kaum Zeit für das notwendige intensive Training geblieben, betonte Flick, der mit Bundestrainer Joachim Löw bei dieser Personalie engen Kontakt hatte. Stattdessen musste Süle spielen.

 

Das tat er gegen die Ukraine (3:1) über die volle Distanz ordentlich. Bei der Schmach von Sevilla gegen Spanien (0:6) schien er jedoch überfordert und wurde nach 45 Minuten ausgewechselt. Für eine Chefrolle, das gibt Süle selbst zu, ist er "zu ruhig".

Flick hofft dennoch, ihn trotz des schwierigen Kalenders, der kaum Trainingsinhalte zulässt, schnellstmöglich spielfit zu kriegen. Eine Prognose, wann dies genau der Fall sein könnte, wollte er nicht abgeben.

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