Erling Haaland (l.) unterlag mit dem BVB gegen Lazio Rom - Borussia Möncheng... - Bildquelle: imago/ran.deErling Haaland (l.) unterlag mit dem BVB gegen Lazio Rom - Borussia Mönchengladbach erkämpfte gegen Inter Mailand einen Punkt © imago/ran.de

München - Am Ende überwog bei müden Gladbachern dann doch der Frust. Jonas Hofmann sprach nach der Partie sogar von "zwei verlorenen Punkten". Das späte Gegentor beim 2:2 der Borussia bei Inter Mailand in der Champions League war bitter, trotzdem sollte die Mannschaft von Marco Rose stolz auf ihre Leistung sein. Inter ging als Favorit in die Partie, dass die Italiener mehr individuelle Qualität auf dem Rasen bringen, war über weite Strecken ersichtlich. Ein Remis ist für die Gladbacher ein gutes Ergebnis.

Anders war die Ausgangslage bei der zweiten Borussia in der Königsklasse. Die Dortmunder gingen als Favorit in die Partie gegen Lazio Rom. In der Gruppe F, in der noch Zenit St. Petersburg und Club Brügge spielen, muss der BVB den Anspruch haben, sich als Gruppen-Erster für die K.o.-Phase zu qualifizieren. Doch bei einem erschreckend mutlosen Auftritt setzte es ein deutliches 1:3 in Rom. In Sachen Kampfbereitschaft, Mut und Aggressivität sollte sich der BVB an der anderen Borussia mal ein Beispiel nehmen.

BVB implodiert nach Rückschlägen

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre leistete sich in Rom teils haarsträubende individuelle Fehler, das Abwehrverhalten war desolat, die Offensive ideenlos. Statt nach dem frühen Gegentor mit Wut im Bauch zurückzuschlagen, ergaben sich die Schwarz-Gelben schnell ihrem Schicksal. Kein neues Phänomen beim BVB.

Die Dortmunder sind genervt von der Mentalitäts-Debatte. Sie würde aber gar nicht so häufig bemüht werden, wenn die Mannschaft nicht immer wieder bestes Anschauungsmaterial dafür liefern würde. Läuft alles nach Plan, kann der BVB phänomenalen Fußball spielen, nach Rückschlägen implodiert die Favre-Truppe viel zu oft und hat keine Antworten parat. Aktuellstes Beispiel vor der Lazio-Pleite wäre die 0:2-Niederlage in Augsburg oder auch die Spitzenspiele gegen den FC Bayern in der Bundesliga, bei denen die Dortmunder in den letzten Jahren häufiger eine kräftige Abreibung kassierten. 

Gladbach wächst gegen Inter über sich hinaus

Während die Dortmunder gegen einen schwächeren Gegner nicht mal Normalform auf den Rasen brachten, wuchsen die Gladbacher über sich hinaus. Doppelpacker Romelu Lukaku ist ein absoluter Weltklasse-Stürmer, die Abwehrrecken der Borussia sind von diesem Prädikat doch ein ganzes Stück entfernt. Am Tore schießen hindern konnten sie den Belgier auch nicht, dennoch hängten sie sich an seine Fersen, warfen sich aufopferungsvoll in jeden Schussversuch, wenn auch nur eine winzige Chance bestand, ein Gegentor noch irgendwie zu verhindern.

Als Inter verdient in Führung ging bäumte sich die Rose-Elf nochmal auf wurde sogar stärker als beim Stand von 0:0. Keiner war sich für einen Extra-Laufweg zu schade, jeder Zweikampf wurde geführt, als würde die Fohlenelf gerade im Finale um den Henkelpott spielen. Florian Neuhaus spielte einen Pass, auf den Lionel Messi stolz gewesen wäre und Jonas Hofmann schob so cool ein, als würde er schon seit Jahren in der Champions League auf Torejagd gehen.

 

Borussia Mönchengladbach hat Bock auf die Königsklasse und lässt sich nicht einschüchtern. Anstatt nach dem Gegentreffer die weiße Fahne zu schwenken, nahmen die "Fohlen" nochmal alle Kräfte zusammen und landeten einen Wirkungstreffer. Von dieser Mentalität sollte sich die Borussia aus Dortmund eine Scheibe abschneiden.

Julian Huter

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