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München - Neben dem Platz gelten letzten Endes dann doch die gleichen Regeln wie auf dem Platz: Wenn es brenzlig wird, dann müssen die Führungsspieler ran. Das wird sich auch die Medien-Direktion des FC Bayern gedacht haben, als man sich entschied, Thomas Müller zur Pressekonferenz vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Paris St. Germain (Di., 21 Uhr im Liveticker auf ran.de) am frühen Montagnachmittag zu schicken. Es war eine gute Entscheidung.

Der Ur-Bayer sah dabei mit dem taillierten Anzug und der Krawatte nicht nur wie der Chef-Diplomat des FC Bayern aus, er gab sich auch so und stellte mit seinem Auftritt die fragwürdige Kommunikations-Strategie seines Cheftrainers ("Nächste Frage!") gekonnt in den Schatten.

Die Ausgangslage vor dem Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale bei Paris Saint-Germain ist für den deutschen Rekordmeister höchst unangenehm. Schließlich müssen die Münchner mit zwei Toren Unterschied oder mit mindestens vier Treffern siegen, um die groteske 2:3-Niederlage im Hinspiel wettzumachen und ins Halbfinale einzuziehen.

Müller liefert bei der Pressekonferenz ab

Hinzu kommt die Verletzungsmisere und natürlich das pikante Thema, das den ganzen Verein und fast ganz Fußball-Deutschland umtreibt: Wie lange geht das noch gut mit Hansi Flick und Hasan Salihamidzic beim FC Bayern?

Grund genug also, den wortgewandten Thomas Müller aufs Podium zu schicken. Und er lieferte.

 

Der 31-Jährige, von diversen medialen Gewittern in den letzten Jahren gestählt, fing Fragen nach "der ganzen Geschichte rund um den Verein" locker ab. "Ich versuche das - wie immer - mit der nötigen Lockerheit zu nehmen. Beim FC Bayern, als ich noch ganz klein war und Fan, da gab es den FC Hollywood", antwortete Müller und betonte, dass man sich dadurch sicher nicht die Freude am anstehenden Spiel nehmen lassen werde.

Kampfansage vor Spiel in Paris

Doch Freude am Spiel allein wird es diesmal nicht richten und so hatte der Chef-Diplomat auch eine deutliche Botschaft an seine Mitspieler: "Der FC Bayern ist die Spitze des deutschen Fußballs und an der Spitze halten sich meistens diese Spieler auf, die am widerstandsfähigsten sind". Wenn jemand in Topspielen in der Lage sei, "noch einen draufzusetzen", dann natürlich die Spieler des "besten Vereins in Deutschland".

Die Botschaft war klar: Beim FC Bayern ist Aufgeben keine Option und Müller schickte, diesmal wenig diplomatisch, hinterher: "Wenn da einer locker lässt, dann wird der wieder in die Spur gebracht".

Deutliche Worte, kein Ausweichen – eine Kunst, die dem FC Bayern zuletzt gefehlt hatte. Müller hatte es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, das Bild des Rekordmeisters in der Öffentlichkeit im Alleingang geradezurücken. Dabei schonte er auch seine Vorgesetzten nicht.

Versteckte Botschaft an die Bosse

Als er nach dem feststehenden Abschied von Jerome Boateng gefragt wurde, zeigte Müller seine Lausbuben-Seite und versteckte womöglich eine kleine Botschaft an die Bosse: "Wenn jetzt Spieler sich zu Transfer- oder Vertragsgeschichten äußern würden, dann würde es hier zugehen [Kunstpause] … wie es ja zugeht."

Das schallende Gelächter des Chef-Diplomaten über die eigene Pointe, konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, was Müller der Führungsriege wohl gerne eigentlich sagen würde, nämlich: Haltet endlich zusammen!

Auch wieder so eine Situation, in der deutlich wurde, dass neben dem Platz letzten Endes die gleichen Regeln gelten, wie auf dem Platz…

Stefan Kumberger

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