Mit Argentinien bei der Copa America ausgeschieden: Lionel Messi - Bildquelle: Getty ImagesMit Argentinien bei der Copa America ausgeschieden: Lionel Messi © Getty Images

München - Durch das 0:2 gegen Brasilien im Halbfinale der Copa America sind die Titelträume der Argentinier erneut geplatzt.

Exemplarisch dafür steht eine Szene kurz vor Spielende: Messi auf dem Platz, die Schultern hängen, der Blick ist ratlos auf den Rasen gerichtet. Ein sich wiederholendes Bild in den vergangenen Jahren.

Im Vereinsfußball unfassbar erfolgreich, beißt sich Messi mit der Nationalmannschaft seit Jahren die Zähne im Titelkampf aus. Mangelnde Unterstützung durch die Mitspieler - oder ist Messi selbst gar das Problem?

 

Das erfolglose Titelrennen mit Argentinien

Die Titellosigkeit mit der Nationalelf ist wohl das einzige Manko in Messis einzigartiger Karriere. Und sie ist fast legendär.

Bei der WM 2014 war er bereits mit einer Hand am Pokal, um dann in der Verlängerung gegen Deutschland krachend zu scheitern. Im Finale der Copa America 2015 musste er die Titelträume erst im Elfmeterschießen gegen Chile begraben.

2016 sollte sich dann zum persönlichen Tiefpunkt für Messi entwickeln. Erst verlor er die Copa America Centenario, wieder im Finale, wieder im Elfmeterschießen, wieder gegen Chile. Und dann musste er auch noch aus der Ferne beobachten, wie seine Nemesis Cristiano Ronaldo mit Portugal Europameister wird.

Rücktritt vom Rücktritt wirft Fragen auf

Nach all den Niederschlägen folgte, was unweigerlich folgen musste: Messi beendete seine Karriere im Nationaltrikot - nur um zwei Monate später wieder zurückzurudern.

2018 rettete sich Argentinien mit Ach und Krach ins Achtelfinale der WM, gegen den kommenden Weltmeister Frankreich war dann aber Schluss. Messi reagierte höchst emotional, ließ seine Zukunft erneut offen, spielte die restlichen Länderspiele des Jahres nicht mehr für sein Land.

Messis wankelmütige Handhabung seiner Nationalmannschaftskarriere: ein Schlag ins Gesicht für seine Mitspieler.

Nun, nach der jüngsten Niederlage gegen Brasilien, andere Töne. Der 32-Jährige meinte, weitermachen zu wollen, sofern er gebraucht werde.

Aber wird er das noch?

Behindert Messi die Entwicklung der Mannschaft?

Argentiniens Spielsystem ist ähnlich auf Messi zugeschnitten wie das des FC Barcelona. Argentinien verfügt zwar über eine qualitativ hochwertige Mannschaft, ist mit Barca aber in den Bereichen individuelles Niveau und vor allem Kaderbreite nicht zu vergleichen.

Die diesjährige Copa verdeutlicht dabei das Hauptproblem: Messi absolvierte alle fünf Partien über die volle Distanz, erzielte aber nur einen Treffer, bei keinem Assist. Die Nummer 10 wirkte lange wie ein Fremdkörper. Im Spiel gegen Brasilien zeigte er seine beste Leistung im Turnier, im Endeffekt steht aber die x-te Niederlage der Argentinier in den vergangenen Jahren bei einer Endrunde.

Argentiniens Mannschaft verfügt dabei durchaus über einen aussichtsreichen Kader, der immer besser zusammenfindet. Mit Giovani Lo Celso, Lautaro Martinez und Juan Foyth rücken vielversprechende Spieler nach. Eine Entwicklung der Mannschaft ist nicht von der Hand zu weisen. Dies erkannte auch Messi nach der Niederlage gegen Brasilien an.

Dies ist allerdings nichts Neues. Argentinien hatte über die Jahre große Talente in seinen Reihen. Ein Teil davon kam oder kommt an der Seite von Messi allerdings nicht richtig zum Zug - wegen Messi.

Messis Probleme mit seinen Co-Stars

Dass "La Pulga" in der "Albiceleste" nur bedingt mit seinen Co-Stars auskommt, wird seit jeher gemunkelt. Die Schuldfrage sei bei den kommenden Beispielen mal dahingestellt, allerdings fällt bei allen der Name des fünfmaligen Weltfußballers. Inter Mailands Mauro Icardi spielt seit Jahren keine Rolle in der Nationalmannschaft. Hintergrund: Icardi spannte Messis damaligem Barca-Mitspieler Maxi Lopez die Freundin aus. Messi soll fortan die Zusammenarbeit verweigert haben.

Messi wird auch nachgesagt, 2014 für das Ende von Fanliebling Carlos Tevez in der Nationalmannschaft gesorgt zu haben. Und auch Paulo Dybala funktioniert an der Seite der Nummer 10 nicht. Sie sind sich spielerisch zu ähnlich. Ein System mit beiden Spielern auf dem Platz scheiterte bisweilen kläglich, der Juve-Star drückt deswegen meist die Bank.

Persönliche Dispute hin oder her, Argentinien trat über die Jahre nie mit der individuell besten Besetzung an. Es drängt sich auf, dass es für Argentinien nun an der Zeit ist, einen Neustart zu wagen. Einen echten.

Einen ohne ihre Nummer 10.

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