Wieder in der Kritik: Niko Kovac. - Bildquelle: imago images/ActionPicturesWieder in der Kritik: Niko Kovac. © imago images/ActionPictures

München - Wenn ein Trainer einen schweren Stand hat, werden Aussagen schon mal zum Bumerang. Dann werden Sätze ganz besonders auf die Goldwaage gelegt. Auseinandergenommen, durch den Reißwolf gedreht und vor die Füße geworfen.

Niko Kovac hat das beim FC Bayern schon öfter erlebt. Zuletzt erst mit seiner "Notnagel"-Aussage zu Thomas Müller.

Ein verbales Eigentor.

Wenn die Ergebnisse die eigenen Aussagen dann nicht stützen, sondern sogar konterkarieren, gibt es Gegenwind. Wie jetzt auch, denn Kovac hat sich einen weiteren Fauxpas geleistet, für den er nun erneut harsch kritisiert wird.

Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten VfL Bochum am Dienstag wurde Kovac gefragt, warum man nicht so ein pressingintensives Spiel abliefern könne wie zum Beispiel der FC Liverpool. 

Das Team von Jürgen Klopp bleibt nach einem teilweise furiosen Auftritt gegen Tottenham Hotspur unbesiegter Tabellenführer in der Premier League. 

Einen Mix finden

"Man muss auch die Spielertypen haben", sagte Kovac: "Man kann nicht versuchen, 200 km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn man nur 100 schafft. Man muss das anpassen, was man hat. Wir haben andere Spielertypen. Wir müssen einen guten Mix finden."

 

Diese Aussage kam bei den Fans nicht gut an, vor allem, weil sie (mal wieder) öffentlich getätigt wurden. 

Sie bemängelten fehlende Selbstkritik, bezeichneten die Aussagen als respektlos. Und nahmen den km/h-Vergleich auf.

Die im Grundsatz vielleicht nicht komplett falschen, aber angesichts der seit Monaten grundsätzlich angespannten Lage beim FC Bayern zumindest unglücklichen Aussagen kommen parallel zu neu aufkeimenden Gerüchten um Ex-Coach Erik ten Hag.

Die befeuert ausgerechnet dessen aktueller Sportdirektor bei Ajax Amsterdam: Marc Overmars. "Man muss immer realistisch bleiben: Wenn so große Klubs auf einen zu kommen, wie oft bekommt man so eine Chance?", sagt Overmars bei "Fox Sports" und räumt damit ein, ten Hag ziehen lassen, sollte es zu einem Angebot der Münchner kommen.

Overmars sieht ein mögliches Interesse der Münchner am ehemaligen Coach ihrer zweiten Mannschaft als Kompliment: "Je mehr Klubs Interesse zeigen, desto besser macht er seinen Job. Das ist ein gutes Zeichen."

Ten Hag lässt gewünschten Fußball spielen

Ten Hag hatte bereits von 2013 bis 2015 die zweiten Mannschaft des deutschen Rekordmeisters trainiert und andere Angebote abgelehnt, um vom damaligen Bayern-Trainer Pep Guardiola zu lernen.

Gerade nach der vergangenen Champions-League-Saison hatte ten Hag viele Augen auf sich gezogen, als er mit seiner jungen Mannschaft erfrischend offensiven und vor allem auch erfolgreichen Fußball hatte spielen lassen. Genau das, was sich die Münchner Oberen vorstellen.

Neben dem Gewinn des nationalen Doubles war der Trainer mit seiner jungen Mannschaft bis ins Halbfinale vorgedrungen, dort aber äußerst unglücklich an Tottenham Hotspur gescheitert.

Er schließe "nichts aus", sollten ihn die Bayern kontaktieren, hatte ten Hag vor rund einer Woche gegenüber dem kicker gesagt. "Aber ich bin fast 50 und kein Träumer", so der Niederländer weiter. "Es kommt - oder es kommt nicht."

In den vergangenen Wochen lässt sich ten Hags letzte Aussage auch auf Kovacs verbale Fauxpas' beziehen - wobei die eigentlich immer kommen.

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