Dem FC Bury droht nach 134 Jahren Profifußball das Aus. - Bildquelle: 2019 Getty Images & Twitter/__Michael_PriorDem FC Bury droht nach 134 Jahren Profifußball das Aus. © 2019 Getty Images & Twitter/__Michael_Prior

München - Im Stadion des FC Bury an der Gigg Lane in Greater Manchester liegt eine einzelne Rose auf dem Rasen. Die Fans weinen bitterlich.

Nach 134 Jahren Profifußball droht dem Drittligist die Insolvenz und damit der Absturz in den Amateurbereich. "Es ist ein wenig so, als wäre Bury auf der Intensivstation und du hoffst das Beste, aber siehst es einfach nicht. Es ist pure Trauer", sagt Bury-Fan Ryan Turner bei "Radio 1 Newsbeat".

Tatsächlich ist der Traditionsverein kaum mehr zu retten. Ganze zehn Spieler stehen noch im Kader von Trainer Paul Wilkinson, der Rest ist nach dem souveränen Aufstieg aus der vierten Liga längst zur Konkurrenz abgewandert. Sogar Klubikone Ryan Low.

Der Grund: Seit Monaten bekommen Spieler und Mitarbeiter keine Gehälter mehr. Viele Angestellte wurden entlassen.

Ultimatum bis Freitag

Die "English Football League" (EFL), der Verband für den Unterbauch der Premier League, verhängte daher ein Registrierungsembargo. Neue Spieler können derzeit nicht verpflichtet werden. Damit nicht genug. Bis Freitag muss Klubbesitzer Steve Dale nachweisen, dass er über die finanziellen Mittel verfügt, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

In der laufenden Saison wurden bislang alle vier Ligaspiele abgesagt.

Dale hatte die "Shakers" erst im Dezember 2018 für die symbolische Summe von einem Pfund übernommen. Für die Fans ist er der Totengräber des FC Bury.

Und auch die Liga ermittelt. Denn eigentlich steht in den Statuten festgeschrieben, dass Interessenten vor der Übernahme eines Klubs sich einem umfangreichen Check unterziehen müssen. Damit soll sichergestellt werden, woher das Geld des Investors kommt und dass er sich das Projekt überhaupt leisten kann.

Dale aber hat laut "Guardian" bislang noch keine Sicherheiten vorgelegt. Reagiert der Geschäftsmann auch bis Freitag nicht, muss der FC Bury Insolvenz anmelden. Dann war es das mit dem Profifußball in der 61.000-Einwohner-Stadt. 

Mitarbeiter setzen Klubbesitzer unter Druck

Der Klub kämpft schon länger mit finanziellen Schwierigkeiten. Mitte der 2000er Jahre stand es schon einmal Spitz auf Knopf. Damals hatte der Vater der früheren Nationalspieler Gary und Phil Neville Bury als Geschäftsführer gerettet. Ihm zu Ehren wurde eine Tribüne an der Gigg Lane benannt.

Und wer eilt jetzt zu Hilfe? Seit 13. August gibt es ein Kaufangebot. Es wäre die Rettung für den FC Bury.

Aber der Besitzer stellt sich stur. Die verbliebenen Mitarbeiter forderten Dale daher auf der vereinseigenen Homepage dazu auf, das Angebot anzunehmen. "Dieses Angebot ist die einzige Rettungsleine für die Zukunft des Klubs. Wir bitten Steve Dale, es anzunehmen, da es die volle Unterstützung aller leitenden Mitarbeiter des Bury FC genießt."

Die frühere Direktorin Joy Hart kettete sich aus Protest sogar ans Stadion.

Verhärtete Fronten

Dale aber schiebt der EFL den Schwarzen Peter zu. Der Verband sei schuld, würde nicht im Sinne des Vereins handeln. Ligachefin Debbie Jevans entgegnete, dass man dem Überleben des Klubs nicht im Weg stünde.

"Wir stehen weiterhin im aktiven Dialog mit dem Klub über die ausstehenden Informationen, wie sie nach dem EFL-Reglement erforderlich sind", sagt sie, "wir werden Unterstützung anbieten, wenn der Klub versucht, eine langfristige Lösung für die komplexen Probleme zu finden, mit denen er derzeit konfrontiert ist."

Die Fronten scheinen verhärtet. Und die Uhr tickt gnadenlos.

Es sieht tatsächlich alles danach aus, als würde der FC Bury noch in dieser Woche begraben werden.

Carolin Blüchel

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