Branimir Hrgota will mit Borussia Mönchengladbach in die Gruppenphase der Eu... - Bildquelle: ImagoBranimir Hrgota will mit Borussia Mönchengladbach in die Gruppenphase der Europa League einziehen © Imago

ran.de: Herr Hrgota, die Saison geht gerade erst los, aber Sie haben schon für eine ganze Menge Schlagzeilen gesorgt...

Branimir Hrgota: Sie meinen bestimmt die Szene aus dem Spiel gegen Stuttgart, als ich den Ball am leeren Tor vorbeigeschossen habe...

ran.de: ...auch, aber längst nicht nur. Denn dazu kommen noch die meisten Tore in der Vorbereitung, eine blöde Verletzung außerhalb des Spielfeldes im Trainingslager, dennoch eine schnelle Rückkehr, und zuletzt je zwei Tore im DFB-Pokal und im Europa League-Playoff-Hinspiel in Sarajevo...

Hrgota: Stimmt, das waren fast schon mehr Schlagzeilen als sonst in einer ganzen Saison. Aber verrückt machen lasse ich mich davon nicht, weder von den negativen noch von den positiven Meldungen.

ran.de: Sie spüren keinen Druck?

Hrgota: Nein. Ich nehme das alles möglichst cool, was die Zeitungen schreiben.

ran.de: Machen Sie sich im Laufe eines Spiels selbst Druck nach einer vergebenen Großchance, oder ist das für Sie schon im nächsten Moment abgehakt?

Hrgota: Nein, ich denke darüber im Spiel kaum nach. Das passiert doch jedem irgendwann mal in seiner Karriere.

ran.de: Zwei Tage zuvor war es der Wolfsburger Malanda gegen die Bayern...

Hrgota: Und diesmal war unglücklicherweise ich an der Reihe. Ich glaube, dass ich mich in dem Moment, als der Ball sehr gut hereingegeben wurde, zu früh gefreut und die Kugel schon im Tor gesehen habe. Dann aber hat Stuttgarts Keeper Ulreich den Ball irgendwie doch noch berührt, und das hat den Ball und vor allem mich etwas aus der Fassung gebracht (lacht). Später habe ich zwar doch noch getroffen, aber leider stand ich dabei leicht im Abseits. Das war eben einfach nicht mein Tag, und für die Mannschaft tut mir das sehr leid.

ran.de: Aktuell vertreten Sie den Rekonvaleszenten Max Kruse, der nun aber in den Startlöchern steht; bedeutet das für Sie automatisch wieder nur Kurzeinsätze, irgendwann ab der 80. Minute?

Hrgota: Nein, das sehe ich nicht so. Max ist ein hervorragender Fußballer, aber ich kann mit der Kugel auch etwas anfangen. Und die vergangene Saison hat gezeigt, dass wir durchaus gleichzeitig spielen können. Und wenn ich weiter so gut trainiere und meine Einsätze nutze, mache ich es dem Trainer schwer, mich draußen zu lassen.

ran.de: Sie gehen mit Borussia in Ihre dritte Saison; sehen die Fans aktuell den bisher besten Branimir Hrgota?

Hrgota: Das ist schwer zu sagen, ich habe auch in den zwei Spielzeiten zuvor immer versucht, mein Bestes zu geben. Aber ich denke schon, dass ich erwachsener geworden bin und in den vergangenen zwei Jahren eine Menge gelernt habe. Zudem sollte man nicht vergessen, dass ich erst 21 bin. Da kann also noch einiges kommen.

ran.de: Welches ganz persönliche Ziel haben Sie sich für diese Saison gesetzt?

Hrgota: Ganz klar: Ich möchte so oft wie nur eben möglich in der ersten Elf stehen!

ran.de: Trainer Lucien Favre hält sehr viel von Ihnen, sein "Vergessen Sie Hrgota nicht" ist schon Kult in Gladbach...

Hrgota:Der Trainer hat mich von Beginn an unterstützt, er redet viel mit mir und nimmt sich häufig auch nach dem Training Zeit für die eine oder andere zusätzliche Einheit. Er hat eine ganz besondere Ausstrahlung gerade auch auf junge Spieler und kann jeden noch besser machen. Das ist für uns junge Spieler ein Segen. Und dass Lucien Favre mit dieser Aussage mein Selbstvertrauen stärkt, das brauche ich wohl kaum besonders zu betonen. Aber keine Sorge, ich bleibe ganz bestimmt mit beiden Füßen auf dem Boden. Die Saison hat doch gerade erst begonnen, und es sollten schon noch ein paar Treffer dazu kommen.

ran.de: Am besten gleich im Rückspiel gegen Sarajevo (Do. live ab 20:30 Uhr bei kabel eins und auf ran.de)...

Hrgota: Stimmt, das wäre klasse, wenn ich gegen Sarajevo erneut treffen könnte...

ran.de: Hat die Mannschaft aber im Hinterkopf, dass man trotz des 3:2-Auswärtssieges und der sehr guten Ausgangsposition gewarnt sein sollte, weil Sarajevo in den beiden Runden zuvor jeweils nach einer Heimniederlage auswärts doch noch das Weiterkommen gesichert hat?

Hrgota: Das ist uns bewusst, wir haben die Auswärtsspiele von Sarajevo analysiert. Angst haben sollten wir aber dennoch nicht. Wir spielen zuhause, in unserem Stadion und mit unseren tollen Fans im Rücken. Und wenn wir unser Spiel durchziehen, sollte es auch klappen mit der Europa League.

ran.de: Das Hinspiel war für Sie eine ganz besondere Angelegenheit...

Hrgota: Das stimmt. Ich habe zwar keine bosnischen, sondern kroatische Wurzeln, bin aber in einem Ort, nur etwa 50 Kilometer entfernt von Sarajevo, geboren worden. Das hat dieses Spiel natürlich zu etwas Besonderem gemacht, nicht zuletzt weil ich eine ganze Reihe von Verwandten habe, die dort leben und auch im Stadion waren.

ran.de: Sie sind – wie Sie erwähnt haben – gerade einmal 21, aber weit weg von Ihrer Familie und Ihrer schwedischen Heimat; wer ist in der Mannschaft Ihr erster Ansprechpartner?

Hrgota: Das sind ganz klar Oscar (Wendt; d. Red.) und "Howie" (Havard Nordtveit). Ich verstehe mich mit jedem in der Mannschaft sehr gut, aber die beiden sind meine besten Freunde und haben mir gerade zu Beginn sehr geholfen. Mit Oscar teile ich zudem die Leidenschaft für US-TV-Serien wie "Entourage", die ich mir gerade schon zum zweiten Mal komplett anschaue. Wobei meine Liebe nicht ganz so weit geht wie bei Oscar. Er macht wirklich nichts anderes als ein bisschen Fußball zu spielen und US-Serien zu schauen (lacht). Nein, mal ernsthaft, Oscar ist ein Superjunge, und seitdem er eine kleine Tochter hat, spielen für ihn selbst US-Serien nur noch die zweite Geige!

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