Österreich hat sich zum zweiten Mal in Folge nach 2016 für eine EM-Endrunde ... - Bildquelle: ImagoÖsterreich hat sich zum zweiten Mal in Folge nach 2016 für eine EM-Endrunde qualifiziert. © Imago

München - Ein glanzloser 2:1-Heimsieg über Nordmazedonien besiegelte am vorletzten Spieltag der Qualifikationsgruppe G endgültig die zweite EM-Teilnahme Österreichs in Folge. Die dritte erst insgesamt nach der Teilnahme 2008 als Ausrichter.

Soweit die Fakten.

Doch wie ist die erneute Qualifikation sportlich einzuordnen und welche Erwartungen sind damit für die Endrunde 2020 verbunden?

Kein Vergleich zur EM-Qualifikation für 2016

So recht wollte weder vor, während, noch nach dem Länderspiel Österreichs gegen Nordmazedonien im Wiener Ernst-Happel-Stadion Feierstimmung aufkommen.

Zu klar waren wohl schon vor dem Anpfiff die Vorzeichen, dass es mit dem einen, noch fehlenden Punkt für die definitive EM-Quali gegen Außenseiter Nordmazedonien klappen würde. Nach dem letztlich verdienten Sieg ist die Bilanz zur EM-Qualifikation aber nicht nur positiv.

Es schwingt Skepsis mit im Land. Obwohl die Bundesliga-Stars David Alaba und der zuletzt bei RB Leipzig groß aufspielende Marcel Sabitzer Hoffnungen schüren und die Erwartungen steigern.

Zu frisch sind noch die Erinnerungen ans Scheitern bei der EM 2016 in Frankreich - damals noch hochgejubelt nach der so souveränen Qualifikation. 

Diesmal glich der Weg - vor allem der Beginn - eher einem Horrorszenario. Nach einer vielleicht noch zu erwartenden Heimniederlage gegen Polen mit Stürmerstar Robert Lewandowski folgte drei Tage später, im März 2019, eine 2:4-Klatsche in Israel - und der österreichische Fehlstart war perfekt.

ÖFB-Präsident Leo Windtner platzte der Kragen, er attestierte dem Nationalteam einen "Schülermannschaft-Charakter". Und tatsächlich ließ das ÖFB-Team doch über weite Strecken der Quali jene Souveränität vermissen, die sie noch auf dem Weg zur Endrunde 2016 auszeichnete.

Damals holte Österreich als Gruppensieger unter dem Schweizer Teamchef Marcel Koller 28 von 30 möglichen Punkten - dieses Mal könnten es bei gleich vielen Spielen höchstens noch 22 Zähler werden. 

Ex-Star Janko: "Team wird die Gruppenphase überstehen"

Dennoch zeigten sich die österreichischen Spieler nach dem Erreichen der Endrunde sehr selbstbewusst. "Wir haben Großes vor. Wir haben eine hohe individuelle Qualität, das können wir auf der großen Bühne zeigen. Große Bühne, großes Turnier, das fordert große Leistungen", sagte etwa Rechtsverteidiger Stefan Lainer von Bundesliga-Tabellenführer Borussia Mönchengladbach. 

Mit Marc Janko, einem mittlerweile in Fußball-Rente gegangenen Ex-Nationalspieler, der im Laufe der EM-Quali sogar noch zum Einsatz kam, sieht ein ehemaliger Profi sogar ein noch konkreter definiertes Ziel für Österreich bei der EM-Endrunde 2020.

"Das Team von Franco Foda wird bei der EURO die Gruppenphase überstehen, davon bin ich überzeugt", sagte der 36-Jährige in einer Kolumne der Zeitung "Kurier".

Janko war einer jener Spieler, die einen großen Anteil daran hatten, dass sich Österreich mit neun Siegen und einem Remis für die EM-Endrunde 2016 qualifizierte - um dann in Frankreich in der Vorrunde mit nur einem Punkt sang- und klanglos rauszufliegen.

EM 2016: Vorrunden-K.o. statt K.o.-Phase

Dabei war vor jener Endrunde 2016 in Frankreich die Euphorie in und um das österreichische Nationalteam scheinbar grenzenlos.

"Ich hoffe, dass wir so spät wie möglich auf Deutschland, Frankreich oder Spanien treffen. Diese drei Mannschaften stehen sicher etwas über uns, aber vor den anderen Teams brauchen wir uns nicht zu fürchten, wenn wir einen halbwegs guten Tag haben", hatte etwa Österreichs Fußball-Ikone Toni Polster damals noch groß getönt.

Statt der erhofften Spiele gegen Deutschland, Frankreich oder Spanien wurden es in der Vorrunde zwei Pleiten gegen Ungarn und Island - alles andere als Fußball-Großmächte - sowie ein schmeichelhaftes Remis gegen den späteren Europameister Portugal.

Statt K.o.-Phase hieß es Vorrunden-K.o!

Es gibt also wirklich keinen Anlass für übertriebene Euphorie.

Christoph Gailer

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