Joshua Kimmich gewann mit dem FC Bayern 2020 die Champions League. - Bildquelle: imago images/MISJoshua Kimmich gewann mit dem FC Bayern 2020 die Champions League. © imago images/MIS

München - Es ist die vielleicht spannendste und meistdiskutierte Frage rund um das DFB-Team vor der Europameisterschaft. Soll Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger oder im Mittelfeld auflaufen?

Die ran-Redakteure Christian Stüwe und Tobias Hlusiak haben unterschiedliche Ansichten. Das Pro und Kontra zur Kimmich-Frage.

Pro: ran-Autor Christian Stüwe

Aller Voraussicht nach wird im ersten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich Kylian Mbappe die deutsche Abwehr hauptsächlich über die linke Seite attackieren. Beim zweiten Gegner Portugal wird Diogo Jota den linken Flügel bespielen, auch Cristiano Ronaldo wird das eine oder andere Mal über links angreifen.

Die rechte Abwehrseite dicht zu machen, wird für die DFB-Elf in den ersten beiden EM-Spielen ein absoluter Schlüsselfaktor sein. Und der beste Rechtsverteidiger im Kader, der den nötigen Biss, die Klasse und die nötige Geschwindigkeit mitbringt, ist Joshua Kimmich. Bundestrainer Joachim Löw muss den Antreiber des FC Bayern deshalb hinten rechts aufbieten. Daran geht kein Weg vorbei!

Natürlich wird Kimmich im defensiven Mittelfeld fehlen, aber klonen kann Löw den 26-Jährigen nun mal nicht. Außerdem stehen für die Zentrale mit Ilkay Gündogan, Toni Kroos und Leon Goretzka - der gegen Frankreich noch ausfällt, dann aber wieder zur Verfügung stehen wird - drei Spieler zur Verfügung, die auf dieser Position auf allerhöchstem Niveau spielen können.

Während Gündogan und Kroos als Ballmagneten und Passmaschinen glänzen und den Spielrhythmus der deutschen Mannschaft bestimmen, bringt Goretzka seine Physis und Torgefahr ein. Um das deutsche Mittelfeld muss uns also nicht bange sein, auch wenn Kimmich hinten rechts spielt.

Und wer jetzt noch zweifelt, soll sich bitte an die WM 2014 zurückerinnern. Damals tat sich Deutschland bis einschließlich des Achtelfinales gegen Algerien ziemlich schwer. Erst als Philipp Lahm aus dem Mittelfeld nach hinten rechts rückte, drehte das DFB-Team so richtig auf und sicherte sich den Titel. Die Parallelen sind offensichtlich.

Joshua Kimmich hinten rechts, das ist für diese EM die Ideallösung!

Kontra: ran-Redakteur Tobias Hlusiak

Natürlich können wir argumentieren, dass Deutschland keinen besseren Rechtsverteidiger als Joshua Kimmich hat. Und wahrscheinlich ist diese Annahme auch alles andere als falsch. Trotzdem aber muss der Bayern-Star bei der EM in der Mitte spielen. Denn die "Sechs" ist schlicht und ergreifend seine beste Position.

Als Metronom einer Mannschaft, Taktgeber, Rückgrat, oder wie auch immer wir es nennen mögen, ist der 26-Jährige am wertvollsten. Kimmich gehört zu den besten drei defensiven Mittelfeldspielern der Welt. Dieses Faustpfand muss Löw nutzen.

Auch weil sich der Bundestrainer auf die Stärken seiner Mannschaft berufen und nicht auf die besten Kräfte des jeweiligen Gegners reagieren sollte. Das ging in der Vergangenheit meist schief.

Kimmich ist ein Spieler, der Einfluss auf alle seine Kollegen nimmt. Er treibt an, faltet - wenn nötig - auch mal einen Mitspieler zusammen, kommt blitzschnell zur Hilfe, wenn Unterzahl besteht und gibt die Grundfärbung seiner Mannschaft vor. Er erzielt und bereitet Tore vor, wenn sich die Möglichkeit ergibt, geht aber ebenso rigoros dazwischen, wenn er defensiv gefordert ist.

Ein solcher Anführer ist wichtig und kann in einem Turnier den Unterschied machen. Von hinten rechts ist der Weg in die Köpfe der Mitspieler und Gegner zu weit.

Deshalb muss Kimmich bei der EM in der Mitte spielen.

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