Joachim Löw mit seinen Co-Trainern Andreas Köpke und Marcus Sorg - Bildquelle: ImagoJoachim Löw mit seinen Co-Trainern Andreas Köpke und Marcus Sorg © Imago

München - Deutschland wäre um ein Haar als Gruppenletzter aus der EM ausgeschieden. Wie schon bei der WM 2018. Wie kann das sein, wenn Champions-League-Sieger, Weltmeister und Titelhamster das Gerüst der Mannschaft bilden?

Die bittere Antwort: Joachim Löw hilft dem Team nicht weiter. Gegen Ungarn wurde er zur Schwachstelle.

Joachim Löw überlegt am Mittwochabend sehr lange, wie er wechseln soll. Die Ursprungspläne haben schon nicht funktioniert. Die kleine Halbzeit-Umstellung von Joshua Kimmich in die Mitte reicht noch nicht. Über eine Stunde ist vorbei. Die Mannschaft liegt hinten. Gegen Ungarn.

Die Konstellation: Deutschland ist Vierter in der Gruppe und raus aus der EM. Ein Tor muss her, irgendwie. Löws Plan: Kai Havertz und Serge Gnabry sollen raus, Thomas Müller und Timo Werner rein.

Havertz-Tor ändert alles - außer Löws Plan

Beide stehen in der 66. Minute bereit und sehen, wie Havertz das 1:1 erzielt und alles auf den Kopf stellt. Die Ausgangssituation für das DFB-Team ändert sich komplett. Aus dem vierten Platz und dem Turnier-Aus wird in dieser Sekunde Platz zwei und das Achtelfinale gegen England. Deutschland muss nicht mehr anrennen, muss kein Tor schießen. Wenn Neuer kein Tor kassiert, ist das DFB-Team sicher weiter. 

 

Der Treffer ändert alles - nur nicht die Pläne von Löw... Der zieht die Wechsel durch, als wäre nichts passiert. Er nimmt sich noch nicht mal ein oder zwei Minuten Zeit, um kurz nachzudenken: Passt der Plan, den ich mir für Situation A überlegt habe, auch auf Situation B? Wie wirkt sich die Ausgangssituation auf meine Spielanlage und die der Ungarn aus? Könnte ich mir sogar einen anderen Plan ausdenken? Lasse ich zum Beispiel den Torschützen auf dem Platz?

Alle diese Gedanken macht sich Löw entweder nicht oder denkt sie in Rekordtempo. In Sekunden.

Löw hätte das Chaos verhindern können

Das Ergebnis: Seine Mannschaft wird noch mitten im Jubel durcheinander gewürfelt, steht beim Anpfiff der Ungarn total unsortiert und der bemitleidenswerte Leroy Sane sieht sich plötzlich schon wieder als rechter Außenverteidiger. Ungarn schießt das 1:2 und Deutschland ist wieder raus. Joachim Löw hätte das verhindern können.

Auch wenn die eingewechselten Jamal Musiala und Leon Goretzka entscheidend zum rettenden 2:2 beitragen, das fahrlässige Handeln von Löw unmittelbar nach dem 1:1 zeigt: In Sachen In-Game-Coaching ist Joachim Löw völlig außer Form und eine Schwachstelle der deutschen Mannschaft.

Aber vielleicht sitzt gegen England ja der Anfangsplan - und die Spieler brauchen danach keine Hilfe mehr.

Es wäre ihnen zu wünschen.

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