Sie zählten zu den größten Monaco-Talenten: Kylian Mbappe, Bernardo Silva un... - Bildquelle: Imago ImagesSie zählten zu den größten Monaco-Talenten: Kylian Mbappe, Bernardo Silva und nun Aurelian Tchouameni © Imago Images

München - Manchmal bringen es die blanken Zahlen am besten auf den Punkt: 802 Millionen Euro in sechs Jahren. Das ist die Summe der Transfererlöse der AS Monaco. Wie eine gut geölte Maschine produziert der französische Erstligist Profispieler am Fließband. 

Aurelian Tchouameni wird die Monegassen für schätzungsweise 100 Millionen Euro verlassen und sich Real Madrid anschließen. Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler ist das jüngste Aushängeschild für die überaus erfolgreiche Transferpolitik des Teams von Philippe Clement. 

Paul Mitchell: Der Kopf des aktuellen Erfolges

Aktuell zieht Paul Mitchell als Sportdirektor die Fäden im Hintergrund. Dem 40-Jährigen wird eine Verliebtheit in Datensätze nachgesagt, er sehe das Spiel aus einer daten-analytischen Brille. Seit knapp zwei Jahren ist er im Amt und hat eine klare Vision: "Der Kern, das Herz unseres Projekts sind die jungen Spieler. Besonders unsere Eigengewächse sollen dem Team helfen, einen Sprung nach vorne zu machen", sagte er Anfang letzten Jahres auf einer Pressekonferenz. 

Und er hielt sein Wort. Vergangene Saison bot Monaco durchschnittlich die zweitjüngste Startelf der gesamten Liga auf. Die Saison beendeten sie auf dem dritten Tabellenplatz - Champions League. Aktuell stehen sechs Eigengewächse im Kader des Meisters von 2016/17, insgesamt 25 ehemalige Jugendspieler laufen für europäische Erstligisten auf.

Spieler wie Kylian Mbappe, Yannick Carrasco oder Abdou Diallo streiften sich bereits in der Jugend das Trikot von Monaco über. Die Nachwuchsabteilung wurde 2021 vom französischen Verband als eine der besten des Landes ausgezeichnet

Clevere Transfers

Aber nicht nur in der eigenen Jugend werden Talente geschmiedet. Monaco findet immer wieder Wege, Rohdiamanten zu kaufen und zu schleifen. Spieler wie Thomas Lemar, Anthony Martial, Bernardo Silva und Fabinho kosteten die Monegassen insgesamt knapp 30 Millionen Euro - und spülten einige Jahre später beim Verkauf zusammengerechnet 225 Millionen Euro in die Kassen ein. 

"An meiner Seite arbeitet ein technischer Direktor, der schaut, wie wir Spieler in der Vergangenheit rekrutiert haben und welche Spieler in Zukunft zu unserem Team passen", sagte Mitchell. 

AS Monaco: Nicht kritikfrei

AS Monaco, spezieller gesagt, die Führungsebene, schreibt allerdings auch immer wieder negative Schlagzeilen. Dmitry Rybolovlev, ein russischer Oligarch mit zyprischem Pass, gehört die Mehrheit des Klubs. Der 55-Jährige war in der Vergangenheit immer wieder in Skandale verwickelt, von Panama Papers bis hin zu Transfermarkt-Verzerrung. Das geht aus Artikeln der "Süddeutschen Zeitung" und des "Spiegels" hervor. Rechtliche Konsequenzen sind nicht bekannt, Rybolovlev und Monaco verneinen jegliche Involviertheit.  

Bei den zwei Vorgängern von Sportdirekor Mitchell soll es zudem zu einem Zerwürfnis zwischen Präsidium und Sportdirektor gekommen sein. Das berichtete "The Sun". Seit einigen Jahren investiert AS Monaco zudem in den belgischen Erstligisten Cercle Brügge. Monaco leiht regelmäßig Spieler an den belgischen Klub aus, das Team wird von Experten als eine Art "Ausbildungsmannschaft" für Monaco gesehen. "Geld sticht Identität", titelte "11 Freunde" vor einigen Jahren. 

Im Gespräch mit ran sagte ein Stellvertreter von Brügge, dass sie "nicht nur eine Ausbildungsmannschaft für Monaco sind und auf eine lange Vereinstradition zurückblicken". Zwischen Monaco und Brügge herrsche ein "fruchtbarer Austausch von Wissen". In der vergangenen Saison lieh Monaco keinen Spieler an Brügge aus, der Klub. Durch die Investitionen konnten Modernisierungen in vielen Bereichen vorgenommen werden, beispielsweise wurden die Trainingsplätze und Fitnessräume verbessert.

Weitere Talente im Anmarsch

Trotz kritischen Stimmen kann der Erfolg der AS Monaco nicht vom Tisch gewischt werden. Der Klub hat über die letzten Jahre einige der besten Talente und Spieler Europas hervorgebracht. Und ist noch lange nicht am Ende. 

Innenverteidiger Benoit Badiashile und Rechtsverteidiger Vanderson zählen zu den talentiertesten Kickern auf ihrer Position und gehören längst zum Stammkader. Und in wenigen Jahren könnten auch sie die blanken Zahlen noch aussagekräftiger machen. 

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