Die Spieler von Union Berlin wurden trotz der Niederlage von ihren Fans gefe... - Bildquelle: imago images/Matthias KochDie Spieler von Union Berlin wurden trotz der Niederlage von ihren Fans gefeiert © imago images/Matthias Koch

Berlin/Prag - Die Gesänge im Gästeblock schienen nie zu enden. Minutenlang standen die Spieler von Union Berlin im Dauerregen von Prag und lauschten sichtlich beeindruckt, wie sie rund 3000 Köpenicker lautstark aufrichteten. Die am Ende unglückliche, aber nicht unverdiente 1:3 (0:1)-Niederlage bei Slavia Prag zum Auftakt der Gruppenphase der Conference League war für den eigenen Anhang sofort vergessen. 

"Die Fans würden uns auch feiern, wenn wir 0:5 verlieren", sagte Angreifer Max Kruse bei "Nitro": "Es ist ein Bonus-Wettbewerb, den wir uns verdient haben. Die Fans sind ein wichtiges Plus." 

Kruse und Co. warfen nach der ersten schweren Prüfung des lang ersehnten Europapokal-Abenteuers Trikots in den Block. Mit zumindest einem Punkt für einen phasenweise leidenschaftlichen Auftritt konnte das Team von Trainer Urs Fischer den Anhang aber nicht entschädigen. 

Jan Kuchta (84.) und Ivan Schranz (88.) sorgten spät für die Entscheidung. Zuvor hatte Abwehrspieler Alexander Bah (18.) Slavia in Führung gebracht. Kevin Behrens (70.) traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Berlins Paul Jaeckel (40.) sah in der ersten Halbzeit die Gelb-Rote Karte. Für die Berliner war es die erste Saisonniederlage.

Urs Fischer: "Bei den letzten Toren kam Pech dazu"

"Der Start war ein bisschen harzig. Wir hatten Mühe ins Spiel zu kommen. Die Mannschaft kam dann immer besser rein, mit einem Mann weniger hat sie es toll gemacht", sagte Fischer bei Nitro: "Bei den letzten Toren kommt auch ein bisschen Pech dazu."

Union erwischte einen guten Start. Die Berliner traten mutig auf, setzten den international erfahrenen Gegner früh unter Druck und kamen zu einer ersten Chance. Die Sicherheit, die Union zunächst ausstrahlte, ging in der Folge jedoch schnell verloren. 

Einfache Ballverluste störten den Spielaufbau. Vor allem über Jaeckels linke Seite waren die Berliner anfällig. Prag übernahm die Kontrolle - und traf. Bah ließ die Gastgeber nach einer Ecke jubeln. 

Union stabilisierte sich nur kurz. Taiwo Awoniyi rutschte an einer scharfen Kruse-Hereingabe am Ball vorbei (31.), danach waren die Köpenicker wieder vor allem defensiv gefordert. Jaeckels Platzverweis nach einem taktischen Foul erschwerte die Aufgabe. 

Fischers Team ließ sich nicht entmutigen, Union trat nach dem Seitenwechsel wie verwandelt auf. Die Berliner lauerten zunächst auf Konter, übernahmen dann aber immer stärker die Spielkontrolle und wurden gefährlich. Rani Khedira (55.) verzog, Awoniyi (57.) stand bei seinem Treffer im Abseits. Bei Behrens' Ausgleich nach starker Vorarbeit von Sheraldo Becker gab es nichts zu beanstanden.

Prag, das in der Qualifikations zur Champions League sowie der Europa League gescheitert war, machte aus seinem personellen Vorteil viel zu wenig. Erst ein Doppelschlag in der Schlussphase brachte den am Ende verdienten Sieg.

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