Uefa-Präsident Ceferin will die abtrünnigen Klubs weiterhin bestrafen - Bildquelle: 2020 imagoUefa-Präsident Ceferin will die abtrünnigen Klubs weiterhin bestrafen © 2020 imago

- Vier Teams droht die Maximalsperre

- "Dreckigem Dutzend" droht Champions-League-Sperre

- Brisante Details! BVB wäre finanziell wohl abgespeist worden

München - Der 18. April 2021 ging in die Fußball-Geschichte ein. Zwölf der größten europäischen Klubs verkündeten an diesem Tag die Gründung der European Super League. Mit dem neuen Wettbewerb, der in direkter Konkurrenz zur Champions League stehen sollte, planten Real Madrid und Co. den Aufstand gegen die UEFA.

Zwei Tage später folgte die Kehrtwende: Am 20. April zogen innerhalb von wenigen Stunden alle englischen Vereine ihre Teilnahme zurück, am 21. April bestätigte Vizepräsident Andrea Agnelli das endgültige Aus der Super League.

Die deutschen Klubs, allen voran der FC Bayern und Borussia Dortmund, lehnten das neue Konzept von Anfang an ab.

 

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+++ Vier Teams droht die Maximalsperre  +++

Update, 5. Mai, 20:00 Uhr: In den vergangenen zehn Tagen hat die UEFA zahlreiche Gespräche mit den zwölf Gründervereinen der Super League geführt. Wie "ESPN" berichtet, konnte sich der Verband mit gleich sieben Teams auf eine Vereinbarung einigen, in der die Vereine zusagen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. 

Demnach seien alle sechs englischen Klub (FC Arsenal, FC Chelsea, FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham Horspur) sowie der spanische Klub Atletico Madrid zu einem Verzicht bereit. Auch mit Inter Mailand soll die UEFA kurz vor einer Einigung stehen. Im Gegenzug will der Verband von harten Sanktionen absehen. 

Ganz anders ist die Lage bei den übrigen vier Vereinen. Laut dem Bericht halten Juventus Turin, Real Madrid, der FC Barcelona sowie der AC Mailand an ihrer Position fest und weigern sich weiterhin, die Super League aufzugeben. Die UEFA sei bereit, das Quartett mit der Maximalstrafe zu belegen. Diese sieht vor, dass die Teams zwei Jahre von allen UEFA-Wettbewerben - beispielsweise der Champions League - ausgeschlossen werden. 

+++ UEFA will abtrünnige Klubs trotz Rückzug bestrafen +++

Update, 26. April, 18:00 Uhr: Die "Daily Mail" nennt die zwölf Klubs, die sich von der UEFA lossagen wollten, das "dreckige Dutzend". Und genau dem droht jetzt offenbar richtig Ärger.

Zwar ruderten die Gründerklubs nach Fanwut und öffentlichem Druck zurück und nahmen von ihren Super-League-Plänen gezwungenermaßen wieder Abstand, UEFA-Präsident Aleksander Ceferin will sie aber nicht ungeschoren davonkommen lassen. "Jeder muss für das, was er getan hat, Konsequenzen übernehmen", sagte er gegenüber der "Mail on Sunday". 

Beim Strafmaß soll es jedoch Unterschiede geben. Demnach könnten die sechs englischen Klubs Manchester City, Manchester United, FC Chelsea, FC Liverpool, Tottenham Hotspur und Arsenal London auf Gnade hoffen, weil sie sich als erstes von den Super-League-Plänen wieder distanziert hatten. Real Madrid, dem FC Barcelona und Juventus Turin könnte es allerdings an den Kragen gehen. 

Ceferin bezeichnete das Trio als "Flacherdler", die immer noch glauben, die Super League existiere. Gut möglich also, dass diese drei in der kommenden Saison auf die Königsklasse verzichten müssen. 

Ganz kalt ließ die UEFA der Putschversuch des "dreckigen Dutzends" nicht. Der Verband kündigte an, die Reformpläne noch einmal zu überdenken. Demnach könnte die Regelung, dass zwei zusätzliche Startplätze an Großklubs vergeben werden, die sich sportlich nicht qualifiziert haben, wieder gekippt werden. 

+++ Brisante Details! BVB wäre finanziell wohl abgespeist worden +++

Update, 24. April, 19.35 Uhr: Nach dem vorerst gescheiterten Super-League-Projekt kommen immer mehr Details ans Licht. So sorgen aktuell die unterschiedlichen Antrittsgagen für Aufsehen. 

Wie der "Spiegel" unter Berufung auf vorliegende Verträge berichtet, wären die 3,5 Milliarden Euro, die die Bank "JP Morgan" als Einmalzahlung bereitstellen wollte, zu 88,5 Prozent an die 15 teilnehmenden Vereine gegangen - dabei sind auch Paris Saint-Germain, der FC Bayern und Borussia Dortmund aufgelistet.

Brisant ist vor allem der Verteilungsschlüssel. Denn elf Teams hätten jeweils 7,7 Prozent bekommen, vier Mannschaften aber nur 3,8 Prozent. Privilegiert gewesen wären Real Madrid, der FC Barcelona, Juventus Turin, Chelsea, Arsenal, Tottenham, Liverpool, Manchester United, Manchester City, PSG und der FC Bayern.

Für den BVB, Inter Mailand, Stadtrivale AC Mailand und Atletico Madrid wäre dagegen nicht einmal die Hälfte der Antrittsprämie der anderen Klubs angedacht gewesen.

Zudem pikant ist der Fakt, dass mit Real und Barca die beiden Klubs am meisten abgesahnt hätten, die als einzige noch nicht ihren Rückzug verkündet haben.

In den ersten beiden Jahren hätten die spanischen Vereine jeweils 30 Millionen Euro zusätzlich erhalten, also insgesamt je 60 Millionen mehr als die Konkurrenz.

+++ Pirlo über mögliche UEFA-Sanktionen: "Wir haben keine Angst" +++

Update, 24. April, 14:30 Uhr: Der italienischen Rekordmeister Juventus Turin befürchtet nach der Beteiligung an der Gründung der Super League offenbar keine Sanktionen durch die Europäische Fußball-Union (UEFA). "Wir haben davor keine Angst. Wir sind ruhig und konzentrieren uns auf unsere Arbeit", sagte Trainer Andrea Pirlo am Samstag: "Wir sind gelassen, was die UEFA entscheiden wird."

Juve-Präsident Andrea Agnelli gehörte zu den Anführern der zwölf Klubs aus Italien, England und Spanien umfassenden Super League. Die Gründung war in der Nacht zu Montag bekannt gegeben worden. Nach heftiger Kritik von Verbänden, Vereinen und Fans wurden die Pläne nach nur 48 Stunden jedoch wieder auf Eis gelegt.

"Agnelli? Ich habe ihn sehr ruhig empfunden", sagte Pirlo über seinen Vorgesetzten: "Es ist normal, dass viel über ihn geredet wird, und er wird sich nochmal äußern. Unser Ziel bleibt aber, uns für die Champions League zu qualifizieren. Mehr haben wir nicht im Kopf."

+++ Führungsebene wollte wohl RB Leipzig für Super League gewinnen +++

Update, 24. April, 12:00 Uhr: Laut einem Bericht der englischen "Daily Mail" sollen die Gründer der Super League auch Kontakt zu RB Leipzig aufgenommen haben. Demnach wollte die Führungsebene um Real-Präsident Florentino Perez unbedingt mit einer Anzahl von 15 Teams in die Liga starten. 

Nach den Absagen vom FC Bayern München, Borussia Dortmund und Paris St. Germain sollten die Leipziger einer der Nachrücker werden. Gleiches gilt für die französischen Klubs Olympique Lyon und Olympique Marseille. 

Zu einem formellen Angebot kam es allerdings nicht mehr, RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hatte dem Projekt ohnehin bereits im Vorfeld eine Absage erteilt. 

+++ UEFA-Boss Ceferin: Geringe Wahrscheinlichkeit von Halbfinal-Absage +++

Update, 23, April, 23:22 Uhr: UEFA-Boss Aleksander Ceferin hat sich noch einmal zu möglichen Konsequenzen für die an der Super League beteiligten Teams geäußert. Im slowenischen Fernsehen sprach er von einer "kleinen Wahrscheinlichkeit" einer Absage der der beiden Halbfinal-Begegnungen in der Champions League. Von den vier Halbfinalisten war nur Paris St. Germain nicht an der Super League beteiligt, Real Madrid, der FC Chelsea und Manchester City hingegen schon. 

"Der entscheidende Punkt ist, dass wir die Saison schon gestartet haben und Rechteinhaber unter den TV-Stationen uns ansonsten wegen des finanziellen Schadens belangen würden, sollten wir die Halbfinal-Spiele nicht austragen", erklärte Ceferin "channel 24UR". 

+++ 300 Millionen! Aussteiger-Klubs droht Mega-Strafe +++

Update, 23, April, 18:37 Uhr: Den Vereinen, die die geplante Super League verlassen wollen, droht offenbar eine hohe Strafe. Wie das spanische Online-Portal "vozpopuli" berichtet, müssen die Klubs 300 Millionen Euro blechen. Dies sei als Klausel in den Vertrag eingebunden, den die zwölf Gründungsmitglieder unterschrieben hatten.

Bereits am Mittwoch hatte sich Real-Präsident Florentino Perez in diese Richtung geäußert. "Bislang hat niemand die Super League verlassen, weil niemand die Strafe dafür gezahlt hat", erklärte er. Die Höhe der Strafe wollte er dabei nicht bekanntgeben.

Laut des Berichts steht die Klausel im Zusammenhang mit dem Darlehen über 3,2 Milliarden Euro, dass die Super League von der Bank JP Morgan erhalten hat. Demnach sollte die Summe mit sofortiger Wirkung an die teilnehmenden Klubs gehen. 

Entscheiden sich die Teams, die Liga zu verlassen, sind sie offenbar verpflichtet, eine Entschädigung in der Höhe des Anteils zu zahlen, den sie zu Beginn erhalten würden.

+++ Barca-Boss Joan Laporta: "Super League ist nötig" +++

Update, 23. April. 6:30 Uhr: Im Gegensatz zu den englischen "Big Six", die ihre Teilnahme an der Super League bereits zurückgezogen haben, will der FC Barcelona an dem Projekt festhalten. Das teilten die Katalanen in einem offiziellen Statement mit. Der Vorstand des Klubs habe "mit größter Dringlichkeit akzeptiert, als Gründungsverein an der Super League teilzunehmen", heißt es in der Mitteilung.

Gegenüber dem katalanischen Fernsehsender "TV3" legte Präsident Joan Laporta nach: "Die Super League ist nötig. Es ist absolut nötig, dass wir große Klubs, die einen beträchtlichen Teil der Ressourcen beitragen, auch ein Wort mitreden bei der Verteilung der Einnahmen."  

Dabei betonte der 58-Jährige, dass man keineswegs einen Austritt aus der nationalen Liga anstrebe, jedoch "brauchen wir mehr Ressourcen, damit der Fußball eine großartige Show bleibt." Derzeit seien vor allem die "sehr hohen Gehälter" der Spieler ein großes Problem für die Top-Klubs. 

+++ Real Madrids Präsident Florentino Perez: "Super League ist nicht tot" +++

Update, 22. April. 6:45 Uhr: Real Madrids Vereinspräsident Florentino Perez war als geplanter Liga-Boss der Super League eine der treibenden Kräfte hinter dem Milliardenprojekt. Trotz des Austritts fast aller Gründungsmitglieder aus der Super League zeigte sich der 74-Jährige in einem Interview mit dem Radiosender "Cadena Ser" kämpferisch. Das Projekt Super League bleibt für ihn eine Notwendigkeit im Fußball. Die wichtigsten Zitate aus dem Interview mit Florentino Perez:

Perez zum wahrscheinlichen Aus der Super League: "Die Super League ist nicht tot. Wir werden weiter an dem Projekt arbeiten. Momentan ist es auf Stand-By. Juventus und Milan haben die Super League nicht verlassen. Real Madrid, Barcelona, Juventus und Milan suchen weiter in Gesprächen nach Lösungen. Alle zwölf Klubs haben bindende Verträge unterschrieben und sind weiter an Bord. Keiner hat bislang die Liga verlassen, denn noch keiner hat die vertraglich geregelte Strafe für einen Austritt bezahlt. Wie hoch diese ist, sage ich nicht."

Perez über die Fan-Proteste in England: "Die Chelsea-Fans? Das waren 40 Leute vor der Stamford Bridge. Und ich kann ganz genau sagen, wer sie da hingebracht hat: die gleichen Leute, die Cadiz heute mit den Anti-Super-League-Shirts versorgt haben."

Perez zum Zoff mit UEFA-Präsident Alexander Ceferin: "Noch nie habe ich so viel Aggressivität bei einem UEFA-Präsidenten gesehen. Es gab Drohungen und Beleidigungen, als hätten wir jemanden umgebracht."

Perez über den Modus mit gesetzten Teams: "Diese Teams haben sich das auf dem Platz erarbeitet. Sie sind es, die die meisten Fans in den sozialen Netzwerken haben."

Perez über die finanziellen Belastungen: "Die zwölf beteiligten Vereine hatten letzte Saison insgesamt 650 Millionen Euro verloren. Diese Spielzeit werden es zwei oder drei Mal so viel. Mit der Super League hätten wir deutlich mehr Geld einnehmen können, das jedem geholfen hätte. Wir haben eine Pandemie, wir nehmen diese Saison 600 Millionen statt 900 Millionen ein."

Perez über Top-Transfers wie Kylian Mbappe: "Ohne die Super League wird es dazu nicht kommen, weder für Real Madrid noch für irgendeinen anderen Verein. Das heißt nicht, dass Mbappe nicht kommt. Das wäre eine Sache für nächstes Jahr, aber generell ist es unmöglich, wenn das Geld nicht fließt. Aber wenn Mbappe nicht kommen sollte, wird sich deswegen auch niemand erschießen."

+++ Premier League fordert Rücktritt der Vorstandsvorsitzenden der SL-Klubs aus Liga-Gremien +++

Update 21. April, 23:45 Uhr: Die Premier League hat die Vorstandsvorsitzenden der sechs am Super-League-Chaos beteiligten englischen Klubs zum Rücktritt aus den Gremien der höchsten englischen Fußball-Spielklasse aufgefordert.

Nach Informationen des Portals "The Athletic" richtete Premier-League-Geschäftsführer Richard Masters eine entsprechende Forderung an die Führungskräfte von Manchester United und Manchester City, des FC Chelsea, des FC Arsenal und des FC Liverpool. Tottenham Hotspur, der sechste Klub, ist in den Liga-Gremien nicht vertreten.

Die weiteren 14 Klubs und der Vorstand der Premier League waren nach einem Treffen am Dienstag der Meinung, dass die "Big 6" in böser Absicht handelten, indem sie an Gesprächen und Verhandlungen hinter dem Rücken der anderen Vereine teilnahmen.

Demnach hätten die Klubs explizit gegen zwei Regeln verstoßen. Zum einen gegen Regel B.16, die besagt, dass "in allen Angelegenheiten und Transaktionen, die die Liga betreffen, jeder Verein sich gegenüber jedem anderen Verein und der Liga mit dem größtmöglichen Wohlwollen zu verhalten hat".

Und gegen Regel L9: "Außer mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Vorstands darf ein Verein während der Saison mit seiner ersten Herrenmannschaft an keinem anderen Wettbewerb teilnehmen als der UEFA Champions League, der UEFA Europa League, dem FA Cup, dem FA Community Shield, dem Football League Cup oder Wettbewerben, die von dem Kreisverband, dem er angehört, bewilligt werden".

Ob die Absetzung der Vorstandsvorsitzenden die einzige Sanktion bleiben soll, hänge davon, wie reumütig sich die "Big 6" zeigten.

+++ Al-Khelaifi ersetzt Agnelli an Spitze der ECA +++

Update 21. April, 21:45 Uhr: Auch die europäische Fußball-Klubvereinigung ECA hat nach dem Super-League-Beben ihre Spitze neu sortiert. Paris St. Germains Klubchef Nasser al-Khelaifi wurde am Mittwoch zum neuen Vorsitzenden berufen, das teilte die ECA am Abend mit. Der 47-Jährige folgt damit auf den abtrünnigen Andrea Agnelli. Zudem wurde Michael Gerlinger, Direktor Recht bei Bayern München, zum ersten Vize-Vorsitzenden ernannt.

Agnelli, Boss von Juventus Turin, war am Montag von der ECA-Spitze und aus der UEFA-Exekutive zurückgetreten, nachdem zwölf Klubs um den italienischen Rekordmeister die Gründung einer Super League verkündet hatten. Nur zwei Tage später ist das Projekt angesichts eines beispiellosen Proteststurms aus dem Fußball und der Fanszene schon wieder gescheitert. Auch die ECA hatte sich klar gegen die Super League positioniert.

"Führung, Integrität und Zusammenhalt unserer Organisation waren nie so notwendig wie zu diesem wichtigen Moment für den europäischen Fußball", sagte al-Khelaifi: "Wir wollen die ECA in ihrer Rolle als legitime und alleinige Stimme der europäischen Klubs wieder stärken." Wie die deutschen Kandidaten Bayern und Borussia Dortmund hatte auch al-Khelaifis Klub Paris St. Germain kein Interesse an einer Teilnahme an der Super League.

Schon am Dienstag war Karl-Heinz Rummenigge als Nachfolger Agnellis in die Exekutive der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gewählt worden. Der Vorstandsvorsitzende von Bayern München ist dort neben al-Khelaifi nun einer von zwei Vertretern der ECA. Rummenigge selbst hatte der ECA seit ihrer Gründung 2008 bis 2017 vorgestanden.

+++ UEFA-Delegierte fordern Ausschluss der Super-League-Klubs +++

Update 21. April, 19:45 Uhr: Die Super League ist Geschichte, doch noch ist unklar, welche Sanktionen die UEFA für die Super-League-Klubs aussprechen wird. UEFA-Insider Chris Williams berichtet, dass UEFA-Delegierte sogar den Ausschluss der Klubs fordern.

UEFA-Boss Aleksander Ceferin rät hinsichtlich einer derart drastischen Strafe zur Vorsicht, Ceferin "freue sich, wieder mit den Klubs zusammenzuarbeiten." Williams berichtet weiter, dass Rücktritte der Super-League-Verantwortlichen das wahrscheinlichste Szenario sind.

Nachdem bereits einige europäische Klubs Sanktionen forderten, hat die UEFA Strafen bereits angekündigt. 

+++ Super-League-Klubs drohen Millionen-Verluste +++

Update 21. April, 16:52 Uhr: Eigentlich sollte die European Super League den finanziell angeschlagenen Topklubs einen Geldsegen bescheren, doch im Zuge des spektakulären Kollapses des Vorhabens drohen den abtrünnigen Zwölf nun Millionenverluste: Wie die "Daily Mail" vermeldet, hat jeder der ursprünglichen Gründungsvereine acht Millionen Pfund (9,3 Millionen Euro) investiert und sich Anteile am Projekt gesichert.

Verwendet wurde das Geld unter anderem, um eine interne Infrastruktur aufzubauen sowie für Verhandlungen mit potenziellen Werbepartnern und TV-Anstalten. Dem Bericht zufolge darf bezweifelt werden, ob die Vereine jemals wieder etwas von ihrem investierten Geld sehen werden. Vielmehr könnte auf sie nach den Rückziehern zusätzliche Strafzahlungen zukommen, so hätten sich beispielsweise die englischen Klubs verpflichtet, für drei Jahre an der Super League teilzunehmen.

+++ Börsenmarkt: Klub-Aktien krachen ab +++

Update 21. April, 16:33 Uhr: Der Börsenmarkt hat empfindlich auf die Querelen um die gescheiterten Pläne zur Gründung einer Super League im Fußball reagiert und den italienischen Rekordmeister Juventus Turin böse abgewatscht.

Der Aktienkurs des Klubs von Super-League-Mitinitiator Gianni Agnelli stürzte bis zum Börsenschluss am Mittwoch um 12,7 Prozent auf 0,76 Euro ab. Am Dienstagabend hatten sich die sechs englischen Top-Klubs aus der umstrittenen Super League zurückgezogen, am Mittwoch gaben weitere Vereine auf.

Geht es nach dem Konsumentenschutzverband Codacons, bleibt der spektakuläre Vorstoß für die Initiatoren nicht ohne Folgen. Wegen des Verdachts der Marktmanipulation droht der Verband mit einer Sammelklage gegen Juventus bei der Börsenaufsicht.

"Das Projekt der Superliga ist gescheitert, es hinterlässt jedoch Schäden bei Fans und Investoren, für die die Klubs aufkommen müssen", schrieb Codacons in einer Pressemitteilung: "Das Verhalten von Juventus, AC Mailand und Inter Mailand darf nicht unbestraft bleiben."

Bereits am Dienstag war die Aktie von Manchester United um sechs Prozent nach unten gerutscht, nachdem am Montag noch Zuwächse zu verzeichnen waren.

+++ Agnelli bestätigt Super-League-Aus +++

Update 21. April, 11:49 Uhr: Jetzt ist es offiziell! Vizepräsident Andrea Agnelli hat erklärt, dass die geplante Super League nicht stattfinden wird. Gestern hatten bereits alle sechs englischen Klubs ihren Ausstieg aus dem Projekt verkündet.

Auf die Frage, ob die restlichen Gründungsmitglieder den geplanten Wettbewerb weiterhin durchführen können, antwortete Agnelli: "Um offen und ehrlich zu sein, nein, das ist offensichtlich nicht der Fall." 

+++ Liverpool-Eigentümer entschuldigt sich bei den Fans +++

John W. Henry, der Eigentümer des FC Liverpool, hat sich per Videobotschaft an die Fans gerichtet und sich für die geplante Teilnahme an der neuen Super League entschuldigt: "Das Projekt hätte nie ohne Zustimmung der Fans funktioniert. In den letzten 24 Stunden wurde das klar. Wir haben euch gehört, ich habe euch gehört." Er entschuldigte nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Verantwortlichen des Vereins, bei Trainer Jürgen Klopp und den Spielern, die so hart dafür gearbeitet hätten, den Verein stolz zu machen. "Sie tragen keinerlei Verantwortung dafür." Henry selbst hätte nie gegen den Willen der Fans handeln wollen, sondern habe lediglich "Verbesserungen" im Sinne des Vereins angestrebt.

+++ Bericht: UEFA soll englische Klubs für Ausstieg aus der Super League bezahlt haben +++

Update 21. April, 10:03 Uhr: Mit dem FC Liverpool, Tottenham Hotspur, dem FC Arsenal, dem FC Chelsea, Manchester City und Manchester United sind alle sechs englischen Vereine, die an der geplanten europäischen Super League teilnehmen wollten, bereits ausgestiegen. Ein Grund dafür könnten offenbar finanzielle Leistungen von der UEFA gewesen sein. Dies berichtet die spanische Sportzeitung "Mundo Deportivo".

Die Zeitung schreibt über den Austritt der englischen Vereine, "dass die UEFA bei dieser Entscheidung eine Schlüsselrolle gespielt hat. Nicht wegen der Drohungen, sondern weil er den Big Six eine beträchtliche Summe für den Austritt aus der Super League angeboten hat. Eine Super League hätte ansonsten das Überleben der UEFA bedroht."

Den spanischen Vereinen hingegen soll keine Zahlung angeboten worden sein. Die UEFA betrachtet insbesondere Florentino Perez, den Präsidenten von Real Madrid, als Initiator der Super League und damit als "Erzfeind der UEFA", so der Bericht.

+++ Englische Klubs ziehen sich offiziell aus Super League zurück +++

Update 21. April, 02:14 Uhr: Die geplante Super League im Fußball nimmt nach dem Rückzug aller englischen Klubs Abstand von ihren bisherigen Plänen. "Wir werden die angemessenen Schritte erwägen, um das Projekt umzugestalten", gab die Liga in der Nacht zu Mittwoch bekannt.

Allerdings ist unklar, wer überhaupt noch hinter dem Projekt steht. Der FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, der FC Arsenal, Tottenham Hotspur und der FC Chelsea haben ihre Teilnahme angesichts des heftigen Widerstands von Fans, Spielern, Verbänden und Politik zurückgezogen. Auch Inter Mailand hat angeblich kein Interesse mehr an der milliardenschweren Liga.

Somit blieben aus Italien derzeit noch der AC Mailand und Juventus Turin sowie aus Spanien Real Madrid, der FC Barcelona und Atletico Madrid.

Update 20. April, 23:59 Uhr: Wahnsinn ist noch zu wenig, was die Entwicklungen rund um die Super League angeht. Nachdem sich Manchester City keine 48 Stunden nach der großen Verkündung als erstes Team schon wieder aus der Super League des Fußballs zurückgezogen hat, ziehen nun auch die anderen Premier-League-Klubs nach. Tottenham Hotspur, der FC Liverpool, Arsenal und Manchester United verkündeten am späten Abend, dass sie sich aus der frisch gegründeten Super League zurückziehen werden. 

"Wir haben einen Fehler gemacht, und dafür entschuldigen wir uns", teilte Arsenal mit. Nur der FC Chelsea hat seinen Rückzug noch nicht verkündet.

Damit verbleiben von zwölf Klub aktuell noch sechs mit Real Madrid, FC Barcelona, Atletico Madrid, Juventus FC, Inter und der AC Milan. Allerdings soll Milan berichten zufolge auch vor dem Austritt stehen.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat nach dem Rückzug von Manchester City in einer ersten Stellungnahme mitgeteilt: "Ich freue mich sehr, City wieder in der europäischen Fußballfamilie begrüßen zu dürfen. Sie haben große Klugheit gezeigt, auf die vielen Stimmen - vor allem ihrer Fans - zu hören, die auf die vielen Vorteile des aktuellen Systems für den ganzen europäischen Fußball hingewiesen haben."  

+++ Super-League-Beben! Vier Klubs sollen Ausstieg prüfen +++

Update 20. April, 20.25 Uhr:  Der FC Chelsea und Manchester City machen offenbar nach nur zwei Tagen einen Rückzug aus der Super League. Das berichten mehrere englische Medien übereinstimmend. Beide Klubs gehören zu den zwölf Gründungsmitgliedern der exklusiven Liga, die auf großen Widerstand bei Fans und Ligakonkurrenten gestoßen war.

Am Montag hatten mindestens 1000 aufgebrachte Fans vor dem Chelsea-Stadion gegen die geplante Super League protestiert. Die Anhänger verschiedener Vereine kamen ungeachtet ihrer Rivalitäten zum Stadion an der Stamford Bridge zusammen, wo die Blues um Teammanager Thomas Tuchel am Abend (21.00 Uhr) auf Brighton & Hove Albion treffen.

Schilder mit Aufschriften wie "Ruhe in Frieden Fußball 1863 - 2021" und "Von den Armen geschaffen, von den Reichen gestohlen" waren auf den Schildern zu lesen, die die Fans hoch hielten.

Neben City und Chelsea will man auch beim FC Barcelona auf einmal nichts mehr von einem Beitritt zur Super League wissen. "Barcelona wird nicht Teil der Super League sein, bis unsere Mitglieder dafür gestimmt haben. Es ist ihr Klub, also auch ihre Entscheidung", teilte Barca-Präsident Joan Laporta in einem Statement mit.

Auch bei Atletico Madrid gibt es Berichte, dass der Klub sich aus der Super League zurückziehen möchte.

Laut "talkSPORT" kommen am Abend ohnehin alle zwölf Klubs zusammen, um eine Auflösung der Super League zu besprechen.

+++ Juve-Coach Andrea Pirlo nennt Super League "Projekt für die Zukunft" +++

Update 20. April, 18:31 Uhr: Trainer Andrea Pirlo vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin geht nicht von einer zeitnahen Einführung der europäischen Super League aus.

Das neue Konstrukt sei ein "Projekt für die Zukunft", sagte Pirlo am Dienstag. Juventus, eines der zwölf Gründungsmitglieder der Super League, werde sich daher in den kommenden Wochen ganz auf die Qualifikation für die Champions League konzentrieren.

Pirlo nannte die Schaffung einer Super League eine "Entwicklung im Welt-Fußball. Es gab über all die Jahre viele Veränderungen, von der Champions League über die Regeln bis hin zu der Art des Spielens", sagte der Juve-Coach.

Der Weltmeister von 2006 betonte zudem, nicht der richtige Ansprechpartner für Fragen zur neuen Liga zu sein. "Unser Präsident steht in der ersten Reihe. Es liegt an ihm, darüber zu sprechen. Wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit, und das bedeutet die Qualifikation für die Champions League."

Juve-Boss Andrea Agnelli war einer der Initiatoren der Super League. "Er hat uns heute morgen das Projekt erklärt. Nicht im Detail, aber er hat es umrissen. Es ist nur ein Projekt. Die Spieler wissen, dass sie ruhig bleiben müssen", sagte Pirlo.

+++ Bayern-Fans mit Protestmarsch gegen Super-League-Pläne +++

Update 20. April, 18:20 Uhr: 150 Bayernfans haben sich am Dienstag zur Säbener Straße aufgemacht, um die Stellungnahme der Südkurve an den Klub abzugeben. In einem Statement teilt das Bündnis "Bayernfans gegen die Super League mit:"Die heutige Stellungnahme des Vereins erteilt immerhin der Super League eine klare Absage, was uns natürlich sehr freut. Allerdings kommt dabei zu kurz, dass auch die gestern verabschiedete Reform der Champions League dieselben Ziele verfolgt. "

Und weiter: "Mehr Spiele bedeuten mehr garantierte Einnahmen und über die zusätzlichen Startplätze gibt es eine Absicherung für die großen und erfolgreichen Vereine, immer am Wettbewerb teilnehmen zu können, auch wenn sie sich sportlich nicht qualifiziert haben. Wir sind genauso gegen diese Reform wie gegen eine Super League!"

+++ Liverpool-Kapitän Jordan Henderson beruft Krisensitzung ein +++

Update 20. April, 17:27 Uhr: Mannschaftskapitän Jordan Henderson vom englischen Meister FC Liverpool hat einen Krisensitzung mit seinen Kollegen der anderen Premier-League-Klubs einberufen.

Dies berichten englische Medien. Henderson plant demnach eine gemeinsame Antwort auf die Gründung der europäischen Super League (ESL), zu deren Initiatoren auch die Besitzer von Liverpool gehören. 

Neben den Reds zählen aus England auch Manchester United, Manchester City sowie die Londoner Klubs FC Arsenal, FC Chelsea und Tottenham Hotspur zu den Mitgliedern der neuen Superliga.Vor allem Anhänger von Liverpool haben dies scharf kritisiert. Teammanager Jürgen Klopp wiederholte, er halte die neue Liga weiter "für keine gute Idee".

Nach Informationen der "Daily Mail" hatten die Spieler von Manchester United am Montag eine Sitzung mit Geschäftsführer Ed Woodward.

Darin sollen sie ihren Unmut darüber zum Ausdruck gebracht haben, nicht direkt vom Klub über die Entwicklungen informiert worden zu sein.

+++ "Der FC Bayern sagt Nein zur Super League" +++

Update, 20. April, 16:07 Uhr: Der FC Bayern hat seine Absage an die Super League noch einmal bekräftigt. In einer Pressemitteilung sagte Präsident Herbert Hainer: "Unsere Mitglieder und Fans lehnen eine Super League ab. Es ist unser Wunsch als FC Bayern und unser Ziel, dass die europäischen Vereine diesen wunderbaren und emotionalen Wettbewerb Champions League leben und zusammen mit der UEFA entwickeln. Der FC Bayern sagt Nein zur Super League."

Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich. "Ich darf im Namen des Vorstandes ausdrücklich feststellen, dass der FC Bayern nicht an der Super League teilnimmt. Der FC Bayern steht solidarisch zur Bundesliga. Es war und ist für uns immer eine große Freude, als deutscher Vertreter in der Champions League spielen zu können", sagte er und ergänzte: "Für den FC Bayern ist die Champions League der weltweit beste Klubwettbewerb."

+++ Bericht: Britische Regierung erwägt, Super-League-Spielern Arbeitserlaubnis zu verweigern +++

Update, 20. April, 16:00 Uhr: Greift die Politik jetzt gegen die Super League durch? Laut eines Berichts der "Daily Mail" erwägt die britische Regierung, den sechs Super-League-Klubs aus der Premier League die Arbeitserlaubnis für ausländische Spieler zu verweigern. Damit könnten die "Big Six" keine ausländischen Spieler mehr verpflichten.   

Seit dem Brexit erhalten ausländische Neuzugänge der Premier-League-Klubs nur dann eine Arbeitserlaubnis, wenn die Regierung dies billigt. Normalerweise eine Formsache - doch nun könnte diese Regelung die Durchführung der Super League erheblich erschweren.

 "Mir gefällt dieses Konzept nicht. Gemeinsam mit den Fußball-Verbänden werden wir alles tun, was wir können, damit dieser Wettbewerb nicht in der aktuell geplanten Form stattfindet", hatte der britische Premierminister Boris Johnson bereits am Montag angekündigt.   

+++ Guardiola kritisiert Super League scharf: "Das ist kein Sport" +++

Update, 20. April, 15:30 Uhr: Manchester City ist einer der Gründer-Klubs der Super League. Doch Pep Guardiola, Trainer des englischen Klubs, hat die neue Liga jetzt scharf kritisiert: "Es ist kein Sport, wenn die Wechselbeziehung zwischen Aufwand und Lohn nicht gegeben ist. Es ist kein Sport, wenn es keine Konsequenzen hat, wenn man verliert", sagte der Ex-Bayern-Coach bei einer Pressekonferenz.

 

Die zwölf Gründungsmitglieder müssen sich nicht sportlich für die neue Liga qualifizieren. Außerdem kann keiner der Top-Klubs aus dem Wettbewerb absteigen.  

+++ Eberl spricht vom "Klub der Super-Verschuldeten" und Vereinen, die "ihren Arsch retten" wollen +++

Update, 20. April, 13:45 Uhr: Florentino Perez, der als Initiator der Super League gilt, erklärte den Schritt der zwölf Gründer-Klubs auch damit, dass die Vereine aufgrund der Corona-Pandemie vor immenden finanziellen Problemen stehen würden. Die neue Liga sei somit der letzte Rettungsanker für die Klubs.

Für Max Eberl ist das ein Offenbarungseid des Präsidenten von Real Madrid. "Für uns ist es ein absolutes No-Go, was da gerade geplant ist, was zwölf Vereine für sich im Kopf haben", wetterte der Gladbacher Sportdirektor auf der Spieltags-Pressekonferenz.

Und dann nahm er sich Perez und dessen Erklärung vor: "Wenn ich jetzt das Zitat von Herrn Perez höre, der Plan sei alternativlos, weil es 2024 diese Vereine wegen Corona nicht mehr geben würde, dann weiß ich nicht, ob das jetzt der Klub der Superreichen ist oder der Klub der Super-Verschuldeten. Das sind Vereine, die in den letzten Jahren maßlos über ihre Möglichkeiten gelebt haben und einfach jetzt mit dieser Super League versuchen, ihren Arsch zu retten."

+++ Rummenigge kritisiert Super League scharf: "Schadet dem gesamten europäischen Fußball +++

Update, 20. April, 12:40 Uhr: Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, hat erneut bekräftigt, dass die Münchner nicht an der European Super League teilnehmen werden und den Vorstoß deutlich kritisiert. "Die Super League schadet dem gesamten europäischen Fußball. Und das müssen wir vermeiden", sagte der Bayern-Boss der "Corriere della Sera".

Der deutsche Rekordmeister sei damit zufrieden, weiterhin in der Bundesliga und der Champions League anzutreten "Wir sind nicht dabei, weil wir nicht dabei sein wollen. Und wir vergessen nicht die Verantwortung gegenüber unseren Fans, die im Allgemeinen gegen eine solche Reform sind. Wir fühlen auch eine Verantwortung gegenüber dem Fußball im Allgemeinen", stellte Rummenigge klar.

Der Alleingang der zwölf Gründer-Klubs sei vor allem finanziell motiviert, erklärte der 68-Jährige: "Es ist an der Zeit, dass der Fußball weniger arrogant wird. Mit der Super League versuchen die Vereine, das Problem der Verschuldung zu lösen, das sich mit der Pandemie verschlimmert hat. Aber der Weg kann nicht sein, immer mehr zu kassieren und Spielern und Beratern immer mehr zu bezahlen."

Rummenigge glaubt nicht daran, dass der neue Wettbewerb langfristig eine Lösung für die finanzielle Schieflage sei, in der sich viele der Super-League-Klubs befinden. Der Bayern-Boss ruft in einem Appell zu einer ganzheitlichen Lösung auf:  Alle Vereine in Europa sollten solidarisch daran arbeiten, dass die Kostenstruktur, insbesondere die Spielergehälter und die Honorare für die Berater, den Einnahmen angepasst werden, um den gesamten europäischen Fußball rationaler zu gestalten."

+++ Super-League-Klubs droht Ausschluss aus der Champions League - Rücken Bayern und BVB nach? +++

Update, 20. April, 10:30 Uhr: Die UEFA wehrt sich mit allen Mitteln gegen die European Super League. Den Gründungsmitgliedern könnte wohl sogar der Ausschluss aus der laufenden Europapokal-Saison drohen. Das glaubt zumindest Jesper Möller, Vorsitzender des dänischen Verbandes und Mitglied des UEFA-Exekutiv-Komitees.

"Am Freitag findet eine außerordentliche Sitzung des Exekutiv-Komitees statt. Dort habe ich die Erwartung, dass die 12 Vereine rausgeworfen werden. Dann muss man sehen, wie man die Champions League beendet", sagte Möller gegenüber "DR Sporten".

In der Champions League wären mit Real Madrid, dem FC Chelsea und Manchester City drei der vier Halbfinalisten betroffen. Wie könnte die Königsklasse also fortgesetzt werden, wenn die UEFA diesen drastischen Schritt wagt? Die "Bild" bringt zwei Szenarien ins Spiel: Zum einen könnte Paris Saint-Germain als einzig verbliebener Klub vorzeitig zum Sieger erklärt werden.

Möglicherweise könnten aber auch die deutschen Klubs profitieren. Sollte die UEFA Nachrücker für das Halbfinale nominieren, wären die logischen Kandidaten der FC Bayern, Borussia Dortmund und der FC Porto die logischen Kandidaten. Alle drei Vereine sind im Viertelfinale ausgeschieden und beteiligen sich nicht an der Super League.

In der Europa League wären die Halbfinalisten Manchester United und FC Arsenal betroffen. Der AS Rom und der FC Villlarreal wären somit die einzig verbliebenen Teilnehmer.

+++ Perez wehrt sich gegen Kritik: Super League "ist zum Wohl des Fußballs" +++

Update, 20. April, 08:45 Uhr:Die Kritik an der europäischen Super League in den vergangenen 24 Stunden war enorm. Der allgemeine Tenor in der Fußball-Welt ist jedoch Ablehnung. Nun hat sich Real Madrids Präsident sowie Initiator der Super League, Florentino Perez, gegen die Kritik gewehrt.

"Wenn gesagt wird: Das sind die Reichen – nein. Ich bin nicht der Eigentümer von Real Madrid, Real ist ein Mitgliederverein. Alles, was ich tue, ist zum Wohl des Fußballs. Jetzt machen wir dies, um den Fußball zu retten, der sich in einer kritischen Situation befindet", sagte Perez beim spanischen Sender "El Chiringuito de Jugones".

Als Begründung liefert der 74-Jährige die Covid-19-Pandemie, die mehrere Klubs finanziell nachhaltig beschädigt habe: "Es geht darum, den Fußball zu retten, damit wir zumindest für die nächsten 20 Jahre in Ruhe leben können. Die Situation ist sehr dramatisch."

Starten soll die Super League "sobald wie möglich", wenn es nach Perez geht. Laut Medienberichten sollen rund 3,5 Milliarden Euro an die teilnehmenden Klubs ausgeschüttet werden.

+++ Liverpool-Star Milner zur Super League: "Hoffe, dass es nicht passiert" +++

Update, 20. April, 08:00 Uhr: James Milner hat eine klare Haltung zur geplanten Super League, auch wenn sein FC Liverpool zu den Gründungsmitgliedern gehört. "Ich kann nur meine persönliche Meinung sagen, und ich mag es kein bisschen und hoffe, dass es nicht passiert", sagte der Mittelfeldspieler der BBC nach dem 1:1 (1:0) des englischen Meisters bei Leeds United am Montagabend.

"Das aktuelle System hat lange gut funktioniert. Was es besonders gemacht hat, was wir in den letzten Jahren getan haben, ist, dass wir uns das Recht verdient haben, die Champions League zu gewinnen und das Recht, die Premier League zu gewinnen", führte Milner aus: "Das Produkt, das wir derzeit haben, ist sehr gut."

Die massiven Super-League-Proteste rund um die Begegnung in Leeds seien für die Liverpool-Profis nicht einfach gewesen. "Als Spieler haben wir nicht wirklich ein Mitspracherecht, also fühlt es sich ein bisschen ungerecht an."

+++ UEFA will Super-League-Spieler aus Nationalmannschaften ausschließen +++

Update, 19. April, 15:30 Uhr: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kämpft mit allen Mitteln gegen die Einführung der Super League, die von zwölf europäischen Spitzenteams beschlossen wurde. Die Profis, die ihre Klubs in einer solchen Liga vertreten will er gnadenlos ausschließen.

"Meiner Meinung nach müssen die Teams und Spieler von all unseren Wettbewerben ausgeschlossen werden. Es wird ihnen auch nicht mehr erlaubt sein, für ihre Nationalmannschaften aufzulaufen", sagte Ceferin am Montag in Montreux. Ob dies schon bei der EM im Sommer gelten werde, könne er noch nicht sagen.

Allerdings hält der Slowene den Rebellen die Tür für eine Rückkehr offen. "Sie werden nicht für immer vom europäischen Fußball verbannt sein. Wie sie sich verhalten haben, war falsch. Das wissen wir alle", sagte Ceferin. Die Vereine und Spieler seien immer noch "willkommen bei einem fantastischen Projekt".

Generell habe er in seinem Leben "viel gesehen, aber sowas noch nicht", schimpfte der UEFA-Boss. "Es geht um Gier, Eigennutz und Narzissmus einiger Personen. Wir sind alle vereint gegen diesen Nonsens eines Projekts." Den Menschen, die den Fußball lieben, werde "ins Gesicht gespuckt". Die UEFA werde alles tun, um das Super-League-Projekt zu verhindern.

Zwölf Größen des europäischen Fußballs, darunter alle englischen Giganten, Real Madrid und der FC Barcelona, hatten eine UEFA-unabhängige Superliga angekündigt, die sie selbst organisieren wollen. Der FC Bayern München und Borussia Dortmund wollen nach jetzigem Stand nicht mitmachen.

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