FIFA-Präsident Gianni Infantino setzt seine Pläne zur Klub-WM durch - Bildquelle: Getty ImagesFIFA-Präsident Gianni Infantino setzt seine Pläne zur Klub-WM durch © Getty Images

München - Zwei Tage vor Weihnachten war es so weit: Real Madrid gewann die Klub-WM 2018. Ein Sieg, mit dem die Königlichen ihrem Erzrivalen FC Barcelona an der Spitze enteilten und zum alleinigen Rekordhalter wurden. Und wen interessierte diese famose Leistungen? Niemanden.

An der Klub-WM, die jährlich zum Jahresende mit sieben Mannschaften ausgetragen wird, nehmen die Sieger der höchsten Vereinswettbewerbe der Föderationen teil. Aus Europa also der Gewinner der Champions League. Doch der Wettbewerb stößt traditionell auf wenig Interesse - selbst wenn der FC Bayern den Wettbewerb mal gewinnt, wie 2013.

Infantinos Pläne

Eine Reform soll die Klub-WM nun attraktiver machen, sportlich und (vor allem) finanziell, so wünscht sich das FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der Plan: Die neue Klub-WM ersetzt künftig den Confederations Cup (der 2017 zum letzten Mal stattfand) und wird ab 2021 alle zwei Jahre ausgetragen, das berichten mehrere Medien übereinstimmen. 24 Mannschaften sollen am überarbeiteten Wettbewerb teilnehmen, zwölf aus Europa.

Widerstand gegen Infantinos Pläne kam zunächst von der Europäische Fußball-Union (UEFA). Zweimal hatten die UEFA-Abgeordneten im FIFA-Rat, der über die Reform entscheidet, die Ideen des Präsidenten sogar blockiert - damals hatte Infantino aber mehrere Revolutionen auf einmal durchdrücken wollen.

Nun stehen die europäischen Vertreter den Plänen zur Ausweitung der Klub-WM laut "Kicker" aufgeschlossener gegenüber. Doch es gebe noch entscheidende Differenzen wie die Anzahl der europäischen Teilnehmer. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin will nur acht statt zwölf Vereine aus Europa dabeihaben. Bereits am kommenden Freitag soll aber die Reform bei der Sitzung des FIFA-Rats in Miami verabschiedet werden, das berichtet das "ZDF".

Viel Geld für Klub-WM

"Ja, so wird es kommen, wir wollen die neue Klub-WM verabschieden und werden diese Entscheidung treffen", bestätigte das brasilianische Ratsmitglied Fernando Sarney dem Sender. Infantino wird seine Pläne auch deswegen umsetzen können, weil er offenbar wieder viel Geld versprochen hat: 25 Prozent der Nettoeinnahmen sollen an alle FIFA-Verbände ausgezahlt werden - also auch an die, deren Vereine keine Chance auf eine Teilnahme haben.

Die Reform der Klub-WM könnte der erste erfolgreiche Schritt eines Großprojekts werden. Der FIFA-Präsident hat für einen Rechteverkauf, die Klub-WM und die globale Nations League, ein weltweites Pendant zur europäischen Nations League, ein Angebot über 25 Milliarden Dollar von einer ominösen Gruppe vorliegen. Wer die Bieter sind, darüber schweigt Infantino bisher.

Infantinos Pläne kaum aufzuhalten

In Miami soll laut "ZDF" vorerst allerdings nur über die Klub-WM entschieden werden. Doch gestorben ist das Großprojekt mit der globalen Nations League und dem Rechteverkauf noch nicht. Aus der UEFA-Delegation ist längst zu hören, dass Infantinos großer Plan in Gänze nicht mehr zu verhindern sein wird. Der Schweizer war in den vergangenen Monaten eifrig unterwegs, er sammelte bei mehreren Gipfelkonferenzen des Weltverbandes Unterstützer.

Die nächste Gelegenheit um sein Großprojekt voranzutreiben, bietet sich Infantino im Rahmen des FIFA-Kongresses im Juni in Paris, dort tritt er ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl an. In der französischen Hauptstadt müsste zudem eine Entscheidung über die Aufstockung der WM 2022 in Katar auf 48 Mannschaften fallen. Eine Machbarkeitsstudie dazu soll am Freitag diskutiert werden.

ran.de beantwortet Euch die wichtigsten Fragen zur neuen Klub-WM:

Wann findet die Klub-WM erstmals statt? Das Turnier wird laut "Kicker" erstmals vom 17. Juni bis zum 4. Juli 2021 ausgespielt. Danach soll es alle zwei Jahre stattfinden und zwischen 18 und 21 Tage dauern.

In welchem Modus soll gespielt werden? 24 Mannschaften treten an. Sie werden laut "Kicker" in acht Gruppen zu jeweils drei Teams antreten. Die Gruppensieger ziehen in die K.-o.-Runde ein und machen dort den Klub-Weltmeister unter sich aus.

Wie viele Mannschaften aus Europa nehmen Teil? Die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino sehen laut "ZDF" zwölf Teams aus Europa vor.

Wer qualifiziert sich? Der Champions-League-Sieger dürfte wie auch schon im bisherigen Format einen Platz haben. Wer zusätzlich teilnimmt, ist noch nicht sicher. Die jeweiligen Konföderationen (UEFA, CONMEBOL, CONCACAF, CAF, AFC, OFC) entscheiden laut "Kicker" selbst über die Auswahlkriterien der Teilnehmer in ihrem Zuständigkeitsbereich.

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