Neymar und Kylian Mbappe haben es nicht immer leicht miteinander - Bildquelle: ImagoNeymar und Kylian Mbappe haben es nicht immer leicht miteinander © Imago

München - Als sich Kylian Mbappe im Sommer gegen Real Madrid und für die Verlängerung seines Vertrages bei PSG entschied, schien ihm ganz Paris zu Füßen zu liegen.

Auch der Klub selbst rollte ihm den roten Teppich aus. Er wollte einen neuen Sportdirektor. Er bekam ihn mit Luis Campos. Er wollte seinen langjährigen Freund Julien Maynard als Pressechef. Auch dieser Wunsch wurde Mbappe erfüllt.

Nur auf dem Spielfeld wollen sie ihn noch nicht so unterstützen, wie er das gerne hätte.

Neymar, das andere Alpha-Tier in Paris, spielt in dieser Saison auf dem Feld lieber mit Lionel Messi zusammen. Mbappe? Ist außen vor. Das belegen Statistiken. Während die beiden Südamerikaner schon auf jeweils acht Torvorlagen kommen, fand sich für Mbappe bislang noch kein einziger Abnehmer von Pässen, die zu Toren führten.

Seine Assist-Statistik steht exakt bei null.

Mbappe, Neymar und der Kampf um Autorität 

Und auch in der Kabine ist Mbappe längst nicht der unumstrittene Wortführer. Sein brasilianischer Sturmpartner genießt, so hört man aus Frankreich, bei den Mitspielern etwa dieselbe Anerkennung wie der Franzose.

Um diese Konkurrenzsituation nicht noch weiter eskalieren zu lassen, sollen sich beide Superstars unter Mitwirkung der Vereinsbosse auf einen "kalten Frieden" geeinigt haben. So betitelt es jedenfalls die "L'Equipe".

Was darunter zu verstehen ist, demonstrierte Neymar nach dem 3:0-Sieg mit Brasilien gegen Ghana am vergangenen Wochenende eindrucksvoll.

Auf die Nachfrage eines Reporters zu Neymars Verhältnis zu Mbappe sagte er: nichts. Wortlos ließ er die Journalisten-Schar stehen, nachdem er zuvor noch gutgelaunt deren Fragen beantwortet hatte.

Soll heißen: Der "kalte Frieden" besteht darin, lieber gar nichts über den jeweils anderen zu sagen, als mit einer unbedachten oder auch missverstandenen Aussage wieder das Fass aufzumachen, das gerade mühsam geschlossen wurde.

Hat Mbappe den PSG-Frieden schon wieder gebrochen?

Dass das Eis dieses "Friedens" nicht nur kalt ist, sondern auch dünn, bewies Mbappe nach seinem Nations-League-Auftritt gegen Österreich.

"Ehrlich gesagt habe ich mehr Spaß mit der Nationalmannschaft als mit meinem Verein, hier genieße ich auch mehr Freiheit", sagte er im Bauch des Stade de France.

Neymar erwähnte er mit keinem Wort. So gesehen, hat auch Mbappe sich an die Friedenspflicht gehalten.

Und dennoch wird es wieder ein paar Leute geben, die diese Aussage sehr wohl auf sein Verhältnis zu Neymar bei Paris beziehen.

Am Samstag stehen beide wieder für ihren Klub auf dem Platz. Man darf gespannt sein, wie friedlich es da zwischen den beiden zugehen wird.

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