Jonathan Pitroipa stand 23 Mal in der abgebrochenen Saison 2019/2020 für den... - Bildquelle: imago images / PanoramiCJonathan Pitroipa stand 23 Mal in der abgebrochenen Saison 2019/2020 für den Paris FC auf dem Platz. © imago images / PanoramiC

Paris/München - Paris, die Stadt der Liebe, die Stadt der Mode. Der Eifelturm, der Louvre, die weltberühmte Gastronomie und das ganz besondere Flair machen die Seine-Metropole zu einer der beliebtesten Städte der Welt.

Eine Fußball-Hochburg ist die französische Hauptstadt aber nicht. Paris St. Germain, das sich gerade erst das nationale Triple sicherte, war in den letzten 30 Jahren der einzige Pariser Klub in der Ligue 1, und das viele Jahre nicht einmal sonderlich erfolgreich. Erst nachdem 2011 eine katarische Investorengruppe bei PSG einstieg und im großen Stil investierte, mutierte der aktuell von Thomas Tuchel trainierte Klub zum französischen Serienmeister und ernsthaften Anwärter auf den Champions-League-Titel.

Die Absicht eines solchen Investments ist klar: Ein Staat wie Katar verfügt durch die Ölförderung über enorme finanzielle Mittel, hat aber im Westen nicht das beste Image. Durch Investitionen in den Sport und die Austragung der Fußball-WM 2022 soll dieses aufgebessert werden.

 

Auch Bahrain investiert in Fußball

Ähnliche Ziele verfolgt nun offensichtlich auch das Königreich Bahrain, der kleine Nachbarstaat von Katar stieg zu Wochenbeginn nämlich bei Paris FC ein und erwarb 20 Prozent der Klubanteile des Zweitligisten.

"Ein neuer strategischer Partner kommt in die Hauptstadt, um die Entwicklung und die Ambitionen des Paris FC zu unterstützen. Die Manager und Aktionäre des Paris FC freuen sich, die Ankunft einer neuen Verstärkung bekannt geben zu können: das Königreich Bahrain“, stand in einer Mitteilung des Vereins zu lesen.

Eine Frage drängt sich angesichts des Engagements des Golfstaats unweigerlich auf: Warum ausgerechnet der Paris FC? Nur knapp rettete sich der PFC in der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison 2019/20 vor dem Abstieg aus der Ligue 2, über eine große Tradition und erfolgreiche Geschichte verfügt der erst 1969 gegründete Verein nicht.

Etwas mehr als 74.000 Menschen folgen PFC bei Instagram (Zum Vergleich: PSG steht bei 29,5 Millionen Followern), abgesehen von ein paar Jahren in der Ligue 1 und einem zwölften Platz in der höchsten Spielklasse stehen keine Erfolge in der Vereinschronik.

Der einzige in Deutschland bekannte Spieler im Kader ist Jonathan Pitroipa, der einst für den SC Freiburg und den Hamburger SV spielte.

Bahrain geht nicht All-In

Die Antwort auf die Frage ist wohl zum einen mit dem zu Beginn des Textes beschriebenen Image von Paris zu erklären und dem durch PSG nicht vollends erschlossenen Potenzial der Millionenstadt. Zum anderen will das Königreich Bahrain im Gegensatz zu Katar bei PSG und Dubai bei Manchester City offenbar nicht All-In gehen.

Präsident Pierre Ferracci wird weiter 77 Prozent der Anteile des Klubs und somit die Zügel in der Hand halten. Die Ziele sind entsprechend auch nicht Europas Krone wie bei den beiden anderen Scheichklubs, sondern deutlich bescheidener.

"Das sportliche Ziel der ersten Männermannschaft ist es, in den nächsten drei Jahren in die Ligue 1 aufzusteigen und das Frauenteam soll so hoch wie möglich in der Division 1 platziert werden", wird in dem Klub-Statement mitgeteilt.

Kommt es wieder zum Pariser Derby?

Ziel der strategischen Partnerschaft ist es auch, dass junge Spieler und Trainer aus Bahrain in Paris ausgebildet werden sollen. Der Klub aus dem Süden von Paris wird seine Jugendarbeit forcieren und gleichzeitig den Etat für die Profis um rund 30 Prozent erhöhen.

Für die ganz großen Transfers, wie sie PSG und Manchester City getätigt haben, wird dies angesichts der eher bescheidenen Ausgangslage des PFC nicht reichen. Immerhin könnte der Paris FC aber dafür sorgen, dass mittelfristig wieder ein zweiter Verein aus der Hauptstadt in der Ligue 1 vertreten ist.

Die letzten Derbys in der Ligue 1 zwischen Paris FC und PSG datieren aus der Saison 1978/79. Damals trennten sich die Teams 2:2 und 1:1. Von ähnlichen Ergebnissen träumt bei Paris FC allerdings noch niemand. Überhaupt mal wieder in der höchsten Spielklasse gegen den großen Nachbarn anzutreten, wäre ein riesiger Erfolg.

Für den Paris FC. Und für das Königreich Bahrain.

Christian Stüwe

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