Spieler von CA Bragantino - Bildquelle: imagoSpieler von CA Bragantino © imago

München - Den meisten Fußball-Fans wird Clube Atlético Bragantino, kurz CA Bragantino, wohl kein Begriff sein. Jahrelang dümpelte der Klub aus der Stadt Braganca Paulista, einem Luftkurort im Bundestaat Sao Paulo an der Atlantikküste, irgendwo zwischen Viertklassigkeit und Zweitklassigkeit umher.

Zumindest bis zum 27. März 2019. An diesem Tag kaufte sich der Red-Bull-Konzern bei dem Klub ein. Rund acht Monate später steigt der Verein aus einer rund 160.000-Einwohner großen Gemeinde in die erste brasilianische Liga auf.

Das nächste große Red-Bull-Projekt?

Brasilien als Standort für Red Bull ist keine Neuheit. Bereits 2007 gründet der Brause-Konzern Red Bull Brasil. Doch dem Verein gelingt der Aufstieg in die Viertklassigkeit nicht. Kurzerhand wird Bragantino übernommen, Red Bull "startet" in der zweiten Liga und Brasil wird zur Reservemannschaft umfunktioniert. 

Fünf Spieltage vor Saisonschluss bejubelt das Team von Trainer Antonio Carlos Zago den vorzeitigen Aufstieg. 

Talentschmiede für Leipzig

"Es ist wichtig in den nächsten Jahren dafür zu sorgen, dass sich an Standorten wie New York oder Brasilien mehr Spieler entwickeln, die für uns als Verstärkungen infrage kommen", erklärt Ralf Rangnick, seit Sommer als Head of Sport and Development Soccer bei der Red Bull GmbH, dem "kicker".

Ein Beispiel für das Gelingen dieses Konzeptes ist Tyler Adams. Der mittlerweile 20-jährige Mittelfeldspieler wechselte zur Rückrunde der Saison 2018/19 von New York nach Leipzig, sammelte in zehn Spielen Bundesligaerfahrung und festigte seine Rolle in der Nationalmannschaft der USA. 

40 Millionen für Investitionen

Die ersten potentiellen Stars von morgen wurden in dieser Woche bei Bragantino vorgestellt. Mittelstürmer Allerando kommt für drei Millionen Euro vom zukünftigen Liga-Konkurrenten Atletico Mineiro. Im Arbeitsnachweis des 19-Jährigen stehen im Kalenderjahr 2019 fünf Tore und ein Assist in 17 Einsätzen.

Vom kolumbianischen Erstligisten Independiente del Valle sichert sich Bragantino das Abwehrtalent Leonardo Realpe für knapp eine Millionen Euro. 

Red Bull setzt auf Jugendarbeit

Mit der Fusion von Red Bull und CA Bragantino ensteht ein weiterer potentieller Ausbildungsverein für den RB-Kosmos. "Wir wollen den Kader mit jedem Transferfenster mehr zu einer richtigen RB-Mannschaft machen", sagt Rangnick gegenüber "kicker". 

Eine richtige RB-Mannschaft zeichnet die Entwicklung junger Spieler aus. Ob Sadio Mane, Dayot Upcamecano oder Naby Keita, sie alle durchliefen mindestens einen Red-Bull-Verein und avancierten im Verlauf ihrer Karriere zu Stars.

Das "Fußball-Imperium" von Red Bull wächst und wächst, es wäre nicht verwunderlich, wenn in einigen Jahren weitere südamerikanische Youngster auf dem Feld stehen - aus der Talentschmiede am Amazonas.

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