Iranerinnen im Stadion bei der WM 2018 in Russland - Bildquelle: AFPSIDATTA KENAREIranerinnen im Stadion bei der WM 2018 in Russland © AFPSIDATTA KENARE

Köln - Der Fußball-Weltverband FIFA hat den Druck auf den Iran im Hinblick auf das Stadionverbot für Frauen deutlich erhöht. "Unsere Position ist klar und eindeutig. Frauen muss der Zugang zu den Stadien im Iran gewährt werden", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino am Donnerstag: "Ich habe die Hoffnung, das der iranische Verband und die Behörden unsere wiederholten Mahnungen mit Blick auf diese inakzeptable Situation verstanden haben."

Laut Infantino hält sich derzeit eine FIFA-Delegation im Iran auf. "Ich hoffe, gute Nachrichten von unseren Delegations-Mitgliedern zu hören", äußerte der Schweizer, der die Iraner nach eigenen Angaben in der jüngsten Vergangenheit mehrfach wegen dieses Themas kontaktiert hat.

Die FIFA fordert die Aufhebung des seit knapp 40 Jahren geltenden Verbots, das Frauen nach Lesart der erzkonservativen Geistlichen vor dem Anblick halbnackter Männer und einem vulgären Umfeld bewahren soll. Die Diskriminierung von Frauen ist laut der Statuten des Weltverbandes verboten. Dem Iran droht als Sanktion der Ausschluss der Nationalmannschaft von allen Wettbewerben.

FIFA erwartet "positive Entwicklungen" im Iran

Das Sportministerium hatte zuletzt angekündigt, dass Frauen zukünftig zumindest die Länderspiele besuchen dürfen. Deshalb werden im Teheraner Asadi-Stadion, in dem der Iran am 10. Oktober auf Kambodscha trifft, offenbar separate Eingänge, eine eigene Tribüne und Toiletten für Frauen eingerichtet.

"Es wurde uns mitgeteilt, dass Schritte unternommen werden müssen, um das Ganze sicher und korrekt durchführen zu können", sagte Infantino: "Die Zeit ist gekommen, um die Dinge zu ändern. Und die FIFA erwartet vor dem nächsten Heimspiel im Oktober positive Entwicklungen."

In der Vergangenheit durften Ausländerinnen und kleine Gruppen von Frauen bestimmte internationale Partien im Stadion verfolgen - andere wiederum wurden festgenommen und angeklagt. Zuletzt hatte sich eine 30-Jährige aus Protest gegen die Verbote selbst angezündet und war kurz darauf ihren Verletzungen erlegen.

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