Gibt es auch im DFB-Tor eine Verjüngung? - Bildquelle: imago/Norbert SchmidtGibt es auch im DFB-Tor eine Verjüngung? © imago/Norbert Schmidt

München – Joachim Löw macht keinen Hehl aus seiner Marschrichtung. Der Umbruch in der Nationalmannschaft läuft, der Bundestrainer treibt die Verjüngung voran. Das Bayern-Trio um Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller bekam das mit der Ausbootung bereits zu spüren.

Die Nominierungen von Lukas Klostermann (22), Niklas Stark (23) und Maximilian Eggestein (22) unterstreichen das. Die Forderung, dass unter anderem Jungs wie Joshua Kimmich oder Leon Goretzka Führungsrollen übernehmen sollen, ebenfalls.

Wo Löw den Umbruch allerdings weiterhin scheut, ist im deutschen Tor. Auf einer Position, wo Deutschland traditionell die wenigsten Probleme hat. Jammern auf Weltklasse-Niveau also. 

Suche nach der alten Form

Doch zuletzt wurden die Stimmen trotzdem immer lauter, die eine Ablösung von Manuel Neuer durch Marc-Andre ter Stegen forderten. Im Ausland, in Spanien zum Beispiel, kann sowieso niemand nachvollziehen, warum Marc-Andre ter Stegen immer noch die Nummer zwei ist. 

Während der bald 33-jährige Neuer nach seinem dreimaligen Mittelfußbruch beim FC Bayern seiner einstigen Form hinterherrennt und fehleranfälliger geworden ist, schwingt sich der 26-jährige ter Stegen beim FC Barcelona von einer überirdischen Leistung zur nächsten. 

Druck auf Löw

"Ich will Druck machen, bis sich Jogi Löw irgendwann für mich entscheidet und ich die Nummer eins im Tor werde", sagte ter Stegen zuletzt der "Sport Bild". Es wäre ein fast schon überfälliger Generationenwechsel, denn ter Stegen setzt den Bundestrainer so gesehen gehörig unter Druck, sammelt fleißig Argumente für sich. Doch die Wachablösung deutet sich zwar an, lässt aber noch auf sich warten. 

Wo Löw bei der Ausbootung des Bayern-Trios nach einem langen Prozess zu seiner unbequemen Entscheidung steht, die auch erst lange reifen musste, ist er beim spannendsten Zweikampf in der deutschen Nationalmannschaft weiterhin zögerlich, etwas zu verändern.

"Manuel Neuer ist aktuell unsere Nummer eins, er ist unser Kapitän", sagte Löw bei der Pressekonferenz vor den beiden Länderspielen gegen Serbien am Mittwoch in Wolfsburg und am 24. März in Amsterdam gegen die Niederlande. Gut möglich, dass die Binde, also sein Wert für Trainer und Mannschaft als Anführer, eine letzte Hürde ist. Vielleicht wäre das zu viel Umbruch auf einmal.

Doch auch das ist bei Neuer ein Kritikpunkt: Dass er seine Rolle nicht emotional genug ausführt, sich bei wichtigen Themen, wie zuletzt bei der Ausbootung seiner Teamkollegen, zu sehr zurückhält.

Löw nimmt Neuer in die Pflicht

Neuer wird der Zuspruch nach seinem Patzer in der Champions League gegen den FC Liverpool gut tun. Löw erhöhte aber auch den Druck, denn gleichzeitig nimmt er Neuer auch in die Pflicht. 

"Marc, der ebenfalls auf Weltklasse-Niveau agiert, wird seine Chancen bekommen", kündigte Löw an: "Dann wird man sehen was passiert. Manuel muss seine Leistungen zeigen, das weiß er auch." Für Löws Verhältnisse mehr als nur ein dezenter Hinweis: Der interessanteste Zweikampf ist offiziell eröffnet.

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