Maximilian Eggestein könnte die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft mit... - Bildquelle: imagoMaximilian Eggestein könnte die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft mitprägen © imago

München - Es soll in Deutschland noch immer einige Fußball-Experten geben, denen der Name Maximilian Eggestein noch nicht richtig geläufig ist. Sogar der Bundestrainer zählt dazu. Joachim Löw hat den Mittelfeldspieler vom SV Werder Bremen zwar für die Länderspiele gegen Serbien und am Sonntag gegen die Niederlande nominiert, nannte ihn bei der öffentlichen Kader-Verkündung fälschlicherweise aber immer "Eggenstein"

Der 22-Jährige nahm den Versprecher gelassen. "Ich bin da entspannt. Das passiert und ist auch schon bei anderen vorgekommen", sagte er. Der gebürtige Hannoveraner hat allen Grund zur Lockerheit. Zählt er doch zu den großen Durchstartern der Bundesliga-Saison 2018/2019.

Er ist stark im Dribbling, hat einen guten Blick für seine Nebenleute, ist extrem laufstark (meist über 12 Kilometer pro Spiel), öffnet Räume für die Mitspieler, arbeitet gut gegen den Ball und hat eine herausragende Schusstechnik. In der laufenden Saison schlägt sich das auch in der Statistik nieder: Mit fünf Toren und vier Vorlagen spielt er die effektivste Spielzeit seiner jungen Karriere.

Beeindruckender als die nackten Zahlen ist allerdings, auf welche Art er sich diese erspielt hat. Seine Vorlage am vergangenen Spieltag zum 1:0 gegen Bayer Leverkusen bezeichnete Matthias Sammer als "weltklasse". Noch schöner anzusehen war sein Traumtor gegen Eintracht Frankfurt, als er sich im Stil eines Lionel Messi im Strafraum gegen drei Gegenspieler durchsetzte und schlussendlich ins Tor traf.

Pizarro: "Potential war von Anfang an zu sehen"

"Bei ihm war von Anfang an das viele Potential zu sehen", sagt sein erfahrener Mannschaftskamerad Claudio Pizarro. "Er ist läuferisch stark, zudem ein sehr intelligenter Spieler, versteht viel von Taktik und kann mit beiden Füßen gut schießen. Er ist bereits ein sehr kompletter Spieler und hat eine gute Entwicklung genommen. In den nächsten Jahren wird er ein noch besserer Spieler werden."

Pizarro zählt innerhalb der Mannschaft zu den wichtigsten Ratgebern des Shooting-Stars. "Claudio ist ein Spieler, der auf die Jüngeren zugeht und ihnen Tipps gibt", verrät Eggestein. Und welchen Tipp hat er von Pizarro bekommen? "Er hat mir gesagt, ich soll einfach öfter auf das Tor schießen. Das hat bislang gut funktioniert", antwortet er grinsend.

Eggestein wurde das Talent offenbar in die Wiege gelegt. Sein Vater Karl war Fußballprofi und hat in der 2. Bundesliga gespielt. Sein jüngerer Bruder Johannes zählt ebenfalls zu den Nachwuchshoffnungen des deutschen Fußballs, hat diese Saison bereits drei Tore für Werder geschossen und ist zudem U21-Nationalspieler.

"Natürlich war Fußball bei uns immer ein großes Thema", sagt Maximilian in Erinnerung an seine Kindheit. "Wir haben viel zusammen gespielt und am Samstag natürlich die Sportschau geguckt. Unsere Eltern haben uns aber nie dazu gedrängt, dass wir unbedingt Fußball spielen müssen. Das war unser Wunsch."

Kohfeldt: "Fleißig und akribisch"

Werder-Trainer Florian Kohfeldt sieht charakterlich viele Parallelen zwischen den Brüdern: "Beide sind extrem fleißig, akribisch und arbeiten in allen Bereichen immer an sich." Bei Maximilian hat das nun dazu geführt, dass er sich im Kreise der A-Nationalmannschaft präsentieren kann. Für seinen bisherigen U21-Bundestrainer Stefan Kuntz kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Im exklusiven Interview mit "ran.de" bezeichnet er ihn nicht umsonst als "absoluten Unterschiedsspieler, der unserer Mannschaft auch gut zu Gesicht stehen würde".

Mittwoch gegen Serbien kam er noch nicht zum Einsatz. Ob er am Sonntag gegen die Niederlande sein Debüt geben wird? Er bleibt auch hier gelassen: "Ich bin nicht in der Lage Ansprüche zu stellen. Ich will einfach alles mitnehmen."

Mit seiner Fähigkeit, eine gegnerische Defensive mit einer Einzelaktion aufzubrechen, könnte er speziell bei Rückstand als Einwechselspieler eine Geheimwaffe sein. Für den Gegner dürfte er zudem schwer auszurechnen sein. Denn sicherlich wird es auch unter den Niederländern ein paar Akteure geben, denen der Name Maximilian Eggestein noch nicht richtig geläufig ist.

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