Die Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft zählen zu den Besserverdie... - Bildquelle: imagoDie Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft zählen zu den Besserverdienerinnen im Frauen-Fußball, erreichen aber längst nicht die Dimensionen der Männer. © imago

München - Kaum wurden die Prämien der Frauen-Nationalmannschaft vor der Weltmeisterschaft in Frankreich öffentlich gemacht, ist eine Debatte über die unterschiedlichen Bezahlungen von Männern und Frauen entstanden. Sollten die deutschen Damen den Weltmeister-Titel gewinnen, erhält jede Spielerin eine Prämie von 75.000 Euro.

Zum Vergleich: Den Männern wurde bei der Weltmeisterschaft 2018 eine Prämie von 350.000 Euro in Aussicht gestellt.

Die höchsten Gehälter gibt es in Frankreich

Überhaupt sind die Verdienstmöglichkeiten im Frauen-Fußball längst nicht mit denen der Herren zu vergleichen. Laut Statista verdient eine Fußballspielerin am besten in Frankreich. Das durchschnittliche Gehalt soll in der dortigen ersten Liga 44.135 Euro pro Jahr betragen. Die Deutschen rangieren auf Platz 2 mit durchschnittlich 38.766 Euro. Die weiteren Plätze belegen England (31.344 Euro), die USA (23.985 Euro) und Schweden (12.553 Euro).

Das klingt erst einmal besser als es ist. Tatsache ist nämlich, dass wenige Top-Verdienerinnen den Gehaltsschnitt höher erscheinen lassen als er für die durchschnittliche Bundesligaspielerin wirklich ist.

Die deutsche Spielführerin Alexandra Popp berichtet, wie sehr sich die Verdienstmöglichkeiten innerhalb der Bundesliga unterscheiden. "Ich persönlich kann davon leben. Allerdings bin ich nicht für das Leben nach dem Fußball abgesichert", erzählt die Offensivspielerin des VfL Wolfsburg. "Es gibt allerdings auch Mannschaften in der Bundesliga, wo Spielerinnen nebenbei arbeiten müssen oder ein Studium machen."

Das bedeutet: In einigen Bundesligaspielen treffen Profis auf Amateure. "Es wäre wünschenswert, dass alle Frauen in der Bundesliga den Fußball als Hauptberuf haben", sagt Popp.

Bundesliga-Verdienst von 200 Euro im Monat

Die deutsche Nationaltorhüterin Almuth Schult sagt beim WDR: "Es gibt Spielerinnen, die 200 Euro verdienen, es gibt auch Spielerinnen, die dann vielleicht 10.000 Euro verdienen. Das ist sehr krass. Ich hoffe, dass man da etwas machen kann, dass jede Frau, die in dieser Liga spielt, diesen Sport professionell ausführen darf. Dafür muss sie mehr als 200 Euro im Monat bekommen." 

Verrückt: Laut den Global Sports Salaries Survey verdienten die 1700 Fußballspielerinnen aus den sieben Top-Ligen USA, Deutschland, Frankreich, England, Schweden, Australien und Mexiko im Jahre 2017 zusammen 32,8 Millionen Pfund (rund 36,91 Millionen Euro). Damit kassierten sie etwa 100.000 Euro weniger als der brasilianische Megastar Neymar alleine.  

Nur Hope Solo kassiert einen Millionenbetrag

Während bei den Herren gefühlt jeder Bundesligaspieler schnell zum Millionär wird, ist dies bei den Frauen kaum möglich. Laut der schweizerischen Handelszeitung war die US-amerikanische Torhüterin Hope Solo die einzige Fußballspielerin auf der Welt, die im Jahr 2017 einen siebenstelligen Betrag kassierte – und zwar umgerechnet 2,05 Millionen Euro.

Auf Platz 2 rangierte die Brasilianerin Marta, die auf ein Jahreseinkommen von 335.000 Euro kommt.

Um die Kassen richtig klingeln zu lassen, genügt es nicht, einfach nur eine gute Fußballspielerin zu sein. Hope Solo beispielsweise ist in den USA eine Ikone und mit ihrer Reichweite (866.000 Follower bei Instagram) auch für die Werbebranche interessant.

Ähnlich verhält es sich bei den deutschen Frauen. Lena Goeßling ist laut Bild-Zeitung die einzige deutsche Nationalspielerin, die mit einem Shampoo-Hersteller einen persönlichen Sponsor hat. 

Gleichstellung in Norwegen und Australien

Ob die Frauen jemals in ähnliche Dimensionen vordringen wie die Männer? In einigen Ländern gibt es positive Ansätze. Der Fußballverband in Norwegen hat zum Beispiel das Budget der Frauen-Nationalmannschaft an das Budget der Herren-Nationalmannschaft angepasst. Pro Jahr werden dort nun insgesamt rund 610.000 Euro an die Nationalspielerinnen ausgeschüttet.

Und wie verhält es sich im Ligabetrieb, wo die Männer die großen Beträge kassieren? Hier könnten die Spielerinnen aus Australien als Vorbild dienen. Sie haben in dem neuen Tarifvertrag durchgesetzt, dass die Profis der W-League das gleiche Grundgehalt kassieren wie die Männer.

Das Problem ist nur: Da Fußball in Australien nicht zu den Nationalsportarten zählt, beträgt das jährliche Grundgehalt umgerechnet nur rund 10.100 Euro.

Oliver Jensen

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