Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge legt am 50. Jahrestag de... - Bildquelle: gettyBayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge legt am 50. Jahrestag des Flugzeug-Unglücks Blumen zur Einweihung des Denkmals in München-Trudering ab. © getty

München - Rund um das Duell zwischen dem FC Bayern und ManUnited gibt es viele Geschichten zu erzählen, wobei die erste gleich die tragischste ist. Am 6. Februar 1958 verunglückte am damaligen Münchner Flughafen in Riem eine Maschine, in der die Mannschaft von Manchester United saß. Das Flugzeug hatte auf dem Weg von Belgrad einen Zwischenstopp in der bayerischen Landeshauptstadt eingelegt - beim Start zum Weiterflug kam es dann zur Katastrophe.

"Sorry Ottmar, sorry"

23 der 43 Flugzeuginsassen, unter ihnen acht Spieler des englischen Klubs, fanden den Tod. Das tragische Unglück verbindet den FC Bayern und Manchester United bis zum heutigen Tage. In Old Trafford gibt es die gleiche Gedenktafel wie in München-Trudering, in der Nähe des Absturzortes. Bei Auswärtsspielen in München schmücken United-Fans die Gedenkstätte regelmäßig mit Trikots und Blumen.

Eine - zum Glück nur sportliche - Tragödie erlebten die Bayern 41 Jahre später ausgerechnet im Duell mit den Red Devils am eigenen Leib. Im legendär gewordenen Champions-League-Finale 1999 fühlte sich die Elf von Cheftrainer Otmar Hitzfeld kurz vor dem Abpfiff nach einem Tor von Mario Basler schon wie der Sieger, als Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer in der Nachspielzeit die Münchner mitten ins Herz trafen.

Als "Mutter aller Niederlagen" ging das 1:2 in die Fußballgeschichte ein und die Mienen des versteinerten Oliver Kahn, des entsetzten Michael Tarnat und des weinenden Sammy Kuffour sind nach wie vor jedem Bayern-Fan ins Gehirn gebrannt. "Es war ihm fast peinlich, dass er das Spiel noch gewonnen hatte", erinnerte sich Hitzfeld. United-Coach Sir Alex Ferguson sagte nur: "Sorry, Ottmar, sorry!"

Neun Akteure von 1999 beim Legendenspiel auf dem Platz

Auch Bayern-Ikone Paul Breitner erinnerte sich unlängst an die Schlussphase des Endspiels, das er mit Freunden vor dem Fernseher verfolgte. "Kurz vor dem Schlusspfiff bin ich zum Kühlschrank gegangen, um eine Pulle Sekt zu holen. Als ich wiederkam, sah ich jubelnde Spieler von Manchester United und konnte es nicht glauben."

Gut 15 Jahre nach dem Drama von Barcelona werden sich in der Allianz Arena einige Akteure wiedersehen. Markus Babbel, Michael Tarnat und Alexander Zickler standen im Camp Nou auf Seiten der Bayern auf dem Platz und sind auch am Samstag beim Legendenspiel dabei. Aus der damaligen Sieger-Elf sind mit Dwight Yorke, Ronny Johnsen, Denis Irwin, Jesper Blomqvist und Andrew Cole sogar fünf United-Profis vor Ort. Paul Scholes dürfte das bekannteste Gesicht sein, die United-Ikone fehlte im Finale 1999 allerdings wegen einer Sperre.

Doch so brutal die Finalniederlage auch war - sie hatte auch ihr Gutes. Die Münchner gingen gestärkt aus dem Trauma hervor und hielten schon zwei Jahre später den Champions-League-Pokal in die Höhe. Auf dem Weg zum Final-Triumph gegen Valencia schaltete der Rekordmeister auch Manchester United aus. 

Robbens Volleyknaller lässt Bayern jubeln

Gute Erinnerungen haben die Bayern-Fans auch an die beiden letzten Duelle mit dem Insel-Rivalen. In der Saison 2009/10, als der FCB erst im Endspiel an Inter Mailand scheiterte, feierte die Elf von Cheftrainer Louis van Gaal im Viertelfinale zunächst einen 2:1-Hinspielsieg in München. Eine Woche später wurden die Bayern im Rückspiel zunächst an die Wand gespielt und lagen schon 0:3 hinten. Ivica Olic und ein Volleyknaller von Arjen Robben sorgten aber letztlich für Uniteds K.o.

Das vorerst letzte Aufeinandertreffen der beiden Traditionsklubs gab's in der vergangenen Spielzeit, als sich die Münchner im Viertelfinale der Königsklasse souverän durchsetzten. Nur nach Patrice Evras Knallertor im Rückspiel schreckten die Bayern kurz auf, bevor Mario Mandzukic, Thomas Müller und Arjen Robben den 3:1-Sieg der Münchner sicherstellten.

Van Gaal soll United auf Kurs bringen

Während sich die Bayern seit 2009 mit drei Finalteilnahmen als europäische Supermacht etablierten, verblasste der Stern des englischen Rekordmeisters international etwas. Nachdem United zuletzt sogar das europäische Geschäft verpasste, soll nun Ex-Bayern-Coach van Gaal dem englischen Patienten wieder auf die Sprünge helfen. Und, wie es scheint, ist er schon auf einem guten Weg: Beim "International Champions Cup in den USA" ließ Manchester mit Real Madrid, dem FC Liverpool und dem AS Rom hochklassige Konkurrenz hinter sich.

Genug Stoff also beim Legendenspiel für den ein oder anderen Plausch abseits des Platzes. Auf dem Feld werden die ehemaligen Stars dagegen keine Zeit haben, in Erinnerung zu schwelgen. Dafür ist der Ehrgeiz immer noch zu groß…

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