UEFA-Präsident Ceferin kritisiert den Videobeweis - Bildquelle: AFPSIDFabrice COFFRINIUEFA-Präsident Ceferin kritisiert den Videobeweis © AFPSIDFabrice COFFRINI

Nyon - UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat den Videobeweis mit deutlichen Worten kritisiert. "Das Spiel verändert sich. Und wir haben Angst, dass es sich zu sehr verändert", sagte Ceferin am Rande der Sitzung des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union in Nyon. 

Für Ceferin müssten die Entscheidungen weiterhin vom Referee auf dem Platz getroffen werden. "Die Schiedsrichter sollten die Verantwortung haben. Nicht irgendwelche Leute, die versteckt in einem Übertragungswagen oder in einem Gebäude 500 Kilometer vom Stadion entfernt sitzen", stellte er klar.

Besonders die Interventionen des VAR bei Abseitssituationen sorgen bei dem Slowenen teilweise für Kopfschütteln. "Wenn du eine große Nase hast, bist du heutzutage im Abseits", sagte er dem englischen Mirror und forderte eine Toleranzgrenze von "zehn bis 20 Zentimeter". 

"Ein bisschen seltsam"

Die viel diskutierte kalibrierte Linie nahm Ceferin ebenfalls nicht von seiner Kritik aus. "Die Linie ist sehr dünn und wird vom Videoassistenten gezeichnet. Es ist also eine subjektive Linie für einen objektiven Fakt, das ist ein bisschen seltsam", sagte er.

Die Fußball-Regelhüter des International Football Association Boards (IFAB) wollen zumindest die Transparenz der VAR-Entscheidungen für die Fans verbessern. Demnach gibt es Überlegungen für eine Testphase, in der Schiedsrichter Durchsagen machen könnten oder zumindest der Schiedsrichterfunk im Fernsehen übertragen wird.

Veränderungen sind gewünscht

"Wir wollen den Spielraum der Verbände möglicherweise vergrößern", sagte IFAB-Geschäftsführer Lukas Brud bei "sportschau.de": "Manchmal können Fans oder Spieler die Entscheidung nicht nachvollziehen. Wir überlegen, wie man das verbessern kann." In der Bundesliga gibt es derzeit Texttafeln auf den Videowänden, die über die Entscheidung aufklären sollen.

"Dass der Schiedsrichter auf dem Feld die Entscheidung kommuniziert, halte ich perspektivisch für eine gute Option", sagte Jochen Drees, Projektleiter Video-Assistent beim DFB: "So könnte man die Zuschauer stärker mitnehmen." Ob diese Testphase tatsächlich gestartet und welche Maßnahmen eingeführt werden, entscheidet das IFAB am 29. Februar.

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