Sternkopf hatte in seiner aktiven Zeit Depressionen - Bildquelle: SIDSternkopf hatte in seiner aktiven Zeit Depressionen © SID

Köln - Für den früheren Bundesliga-Profi Michael Sternkopf hat sich seit dem Tod von Robert Enke in der Fußball-Branche "nichts geändert". Wie der selbst von Depressionen betroffene 49-Jährige dem SWR Sport sagte, würden die Medien Spieler teilweise noch immer gnadenlos kritisieren, ohne zu hinterfragen, was sie bei dem Menschen anrichten. Auch Trainer würden trotz Erfolgen schnell infrage gestellt.

"Ich würde mir wünschen, dass sich etwas dahingehend ändert, dass man in der Öffentlichkeit auch mal über Schwächen sprechen darf, ohne dafür bestraft zu werden", sagte der Ex-Profi, der in der Bundesliga für Bayern München, den Karlsruher SC, den SC Freiburg, Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach spielte. 

Während seiner Zeit beim Rekordmeister musste er selbst Hilfe in Anspruch nehmen: "Ich bin damals zum Mannschaftsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt gegangen. Ich habe ihm gesagt 'Ich kann mich kaum konzentrieren. Ich zittere. Meine Augen werden schnell müde.' Ich weiß nicht, ob das eine Depression war, aber es hat sich scheiße angefühlt." Der Druck, die Erwartungen der Fans und Medien und der eigene hohe Leistungsanspruch machten ihm zu schaffen.

"Ich saß teilweise im Bus - egal, mit welchem Verein - vom Hotel ins Stadion, dann sind wir da angekommen, und ich war nassgeschwitzt, vor lauter Angst zu versagen später auf dem Platz", sagte Sternkopf: "Wenn du solche Gedanken und Gefühle hast, dann ist es natürlich wahnsinnig schwer, deine Leistung zu bringen." In der Öffentlichkeit sollte Sternkopf über seine Probleme nicht reden.

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