Hans-Joachim Watzke nun im Board der Klubvereinigung ECA - Bildquelle: AFPSIDPATRIK STOLLARZHans-Joachim Watzke nun im Board der Klubvereinigung ECA © AFPSIDPATRIK STOLLARZ

Frankfurt/Main - Der deutsche Fußball ist künftig mit drei Vertretern in den neu zusammengesetzten Gremien der Europäischen Klubvereinigung ECA vertreten. Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund) wurde bei der Generalversammlung am Dienstag in Genf bis zum Jahr 2023 in das von 13 auf 24 Plätze erweiterte Board gewählt. Dem Vorstand gehört bereits Michael Gerlinger (Bayern München) an. Fernando Carro (Bayer Leverkusen) wurde von der ECA für das "UEFA Klub-Wettbewerbe Komitee" (CCC) nominiert. ECA-Boss bleibt der Italiener Andrea Agnelli (Juventus Turin).

Vor der Wahl hatte sich BVB-Geschäftsführer Watzke mit Carro (Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bayer) darauf geeinigt, dass nur er als deutscher Vertreter für das Board kandidieren wird. Carro löst dafür Gerlinger im CCC ab. Vor drei Wochen hatte Watzke seine Kandidatur für das Präsidium der Deutschen Fußball (DFL) zurückgezogen.

"Der europäische Vereins-Fußball steht vor bedeutenden Weichenstellungen. Es wird darauf ankommen, unterschiedliche Interessen zu bündeln und tragfähige Lösungen für alle Beteiligten zu finden", sagte Carro: "Diese Komplexität liegt mir, ich mag solche Herausforderungen und möchte in meiner Rolle einen Beitrag leisten - im Namen von Bayer 04 Leverkusen, für den deutschen Fußball und gemeinsam mit unseren Mitstreitern aus der Bundesliga."

Wichtige Rolle

Das CCC setzt sich aus 16 Mitgliedern der ECA und vier Mitgliedern der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zusammen. Es nimmt eine wichtige Funktion im Hinblick auf die Ausgestaltung der Europacup-Wettbewerbe sowie der Verteilung der Einnahmen ein. Die CCC-Vorschläge landen beim UEFA-Exekutivkomitee, das die Entscheidungen trifft.

Im Exekutivkomitee sitzt nach dem Rücktritt des früheren DFB-Präsidenten Reinhard Grindel kein deutscher Vertreter. Das Gremium hat mit Blick auf die angestrebte Reform der Europapokal-Wettbewerbe ab dem Jahr 2024 das letzte Wort. Mit einer Entscheidung wird allerdings erst im kommenden Jahr gerechnet, ein für Mittwoch geplantes Treffen von UEFA und ECA wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Derzeit werden verschiedene Modelle von diversen Interessengruppen diskutiert. Die ECA, der 246 Klubs angehören, will bis Ende des Jahres ein neues Konzept erarbeiten. Die ursprünglichen Pläne der ECA waren auf massive Kritik gestoßen. Auch der deutsche Profifußball sprach sich gegen das Konzept aus, wonach die Champions League mehr oder weniger zur geschlossenen Gesellschaft geworden wäre.

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