Der Fußball gab ihm das Glück fürs Leben: Diego Armando Maradona ist mit 60 ... - Bildquelle: Getty Images, imagoDer Fußball gab ihm das Glück fürs Leben: Diego Armando Maradona ist mit 60 Jahren gestorben © Getty Images, imago

München - Diego Armando Maradona war ein Phänomen. Natürlich. Denn er hatte auf dem Fußballfeld eigentlich in jeder noch so ausweglosen Lage eine Lösung.

Nicht immer waren echte Kabinettstückchen gefordert, wenn es der Sohn eines Fabrikarbeiters mit seinen oft bemitleidenswerten Kontrahenten aufnahm. Aber sie wurden zu seinem Handwerk. Einfach abzurufen, aber dafür umso effektiver.

Maradona ließ auf dem Platz alles so simpel aussehen

Maradona, im Alter von nur 60 Jahren in seinem Haus einem Herzstillstand erlegen, besaß diese Gabe, das Komplizierte so simpel aussehen zu lassen. Haken hier, Übersteiger da. Er allein verzauberte die Massen und schenkte damit zugleich jedem noch so untalentierten Balltreter den Irrglauben, so schwierig könne das mit dem Runden und dem Eckigen doch gar nicht sein.

Im heutigen Fußball werden Spieler hofiert, die Spiele alleine entscheiden und ihre Mannschaft auf ein neues Level heben können. Doch so viele Auszeichnungen zum Weltfußballer Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo noch einheimsen werden, mit Maradona werden es beide niemals aufnehmen können.

In seiner Heimat ist Fußball auch Religion

Denn der nur 1,65 Meter messende Ballvirtuose aus der Provinz Buenos Aires im Osten Argentiniens, wo Fußball auch Religion ist, war bereits ein Superstar, als die großen Turniere noch kein weltumspannendes Happening waren. Und nicht jede noch so unbedeutende Partie zum Topspiel hochstilisiert wurde.

Umso glücklicher konnten sich diejenigen schätzen, die ihn live bestaunen durften. Vor allem als Zuschauer, aber wohl manchmal auch als Gegenspieler.

Maradona - acht Buchstaben, ein Mythos

Maradona. Ein magischer Name. Diese acht Buchstaben, vier Konsonanten, vier Vokale, sind längst zum Mythos geworden. Spätestens seit dem WM-Titel 1986. Seinem WM-Titel. Der ohne "el dios", die Nummer zehn, wohl ein Wunschtraum geblieben wäre.

Unvergessen bleibt vor allem sein Auftritt beim 2:1 gegen England. An jenem 22. Juni vor gut 34 Jahren hielt die Fußball-Welt den Atem an, als sich Maradona in Minute 55 von der Mittellinie aus anschickte, sieben Gegner zu umkurven und das schönste Tor der WM-Geschichte zu erzielen.

"Hand Gottes" und Schaden nach der Karriere

Nur vier Minuten zuvor hatte er per "Hand Gottes" die Führung besorgt. Mit einem der umstrittensten Tore im Weltfußball. Genie und Wahnsinn in einem Atemzug. In keinem anderen Spiel spiegelte sich seine Ambivalenz so eindrucksvoll wider wie in diesem Viertelfinale.

Für viele war Maradona gottgleich. Trotz der zunehmenden Eskapaden zum Ende seiner aktiven Karriere und vor allem in seinen letzten Lebensjahren, die gerade in Argentinien seinem Status zusehends geschadet haben.

Sogar größer als Pele?

Klar, er war ein streitbarer Zeitgeist, der leider nur auf dem Platz so wirklich hell erstrahlte. Nicht nur in Neapel, wo Maradona für immer als Heiliger angesehen wird, konnte er die richtigen nicht von den falschen Freunden unterscheiden.

Und so fiel durchaus ein Schatten auf den - Pele-Jünger mögen es verzeihen - vielleicht Größten, den der Weltsport Nummer eins uns jemals geschenkt hat. Ein Jammer. Dabei wollte er zeitlebens nur eines: spielen.

Zum Glück bleibt uns allen dieser Trost: Seine besonderen Leistungen mit dem Ball am Fuß, wenn Maradona in seinem Element war, werden ihn nicht nur überdauern. Sie sind unsterblich.

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