Reinhard Grindel ist nicht länger DFB-Präsident. - Bildquelle: GettyReinhard Grindel ist nicht länger DFB-Präsident. © Getty

München - Reinhard Grindel ist nicht länger Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Das gab der 57-Jährige in einer persönlichen Erklärung bekannt. Der Druck auf Grindel war zuletzt deutlich gewachsen, da berichtet wurde, dass der DFB-Präsident als Aufsichtsrats-Chef einer Tochterfirma des DFB fast 80.000 Euro zusätzlich kassiert und zudem vor 1,5 Jahren eine Luxus-Uhr geschenkt bekommen haben soll. Den Präsidentenposten interimsmäßig übernehmen werden zunächst die beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball. Hier gibt es die ersten Stimmen zum Rücktritt von Grindel (zusammengestellt vom SID). 

Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident): "Am Ende frage ich mich: Warum ist das passiert? Ich kann es mir nur so erklären, dass ich zutiefst davon überzeugt war, dass ich nichts Unrechtes tue und im Stress des Amtes einfach zu wenig hinterfragt habe. Noch mal: Dass ich wegen eines solchen Vorgangs öffentlich so dastehe, macht mich fassungslos und traurig, und ich bitte einfach um eine faire Beurteilung meiner am Ende leider nur dreijährigen Amtszeit."

Reinhard Rauball (DFL-Präsident und DFB-Interims-Präsident): "Amateur- und Profivertreter sind nun gemeinsam gefordert, bis zum kommenden DFB-Bundestag die Weichen für die Zukunft zu stellen. Nicht nur sportlich, sondern auch mit Blick auf die Positionierung in der Gesellschaft steht der DFB vor enormen Herausforderungen. Diese Herausforderungen gilt es, mit großer Ernsthaftigkeit, Empathie und Gestaltungswillen anzugehen. Ziel muss es dabei sein, jenseits von Einzelinteressen immer nach den besten Lösungen für den deutschen Fußball zu streben."

Rainer Koch (DFB-Interims-Präsident): "Reinhard Grindel hat sich mit hohem persönlichem Engagement für den DFB eingebracht und nicht nur in der Bewerbung um die EURO 2024 viel für den Verband getan. Wir sind ihm dafür sehr dankbar und haben großen Respekt vor seiner Entscheidung. Unser Ziel ist es jetzt, einen gemeinsamen Kandidaten von DFB und DFL außerhalb des Präsidiums zu finden, der die Anliegen des Amateurfußballs ebenso im Blick hat wie den Spitzenfußball."

Lothar Matthäus (Ehrenspielführer und Rekordnationalspieler bei Sky): "Eine kluge Entscheidung, die Geschichte mit der Uhr und auch mit den jüngsten Zahlungen ließen keine andere Entscheidung zu. Es gab auch Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten beim DFB. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es die beste Entscheidung für den deutschen Fußball. Der DFB unter der Führung von Herrn Grindel hat in den letzten Monaten einiges falsch beurteilt. Eine Neuaufstellung ist dringend notwendig."

Horst Heldt (Manager Hannover 96): "Der Präsident des DFB ist das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Jetzt gilt es, einen geeigneten und kompetenten Mann zu finden, der die Belange von Profi- und Amateurfußball in Einklang bringt."

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