Ibrahimovic ist erbost über sein virtuelles Pendant - Bildquelle: AFPSIDANDREAS SOLAROIbrahimovic ist erbost über sein virtuelles Pendant © AFPSIDANDREAS SOLARO

Köln - Fußball-Superstar Zlatan Ibrahimovic (39) begeistert nicht nur auf dem realen Platz die Massen, sondern gehört auch in der Simulation FIFA 21 vom Spielehersteller EA wieder zu den beliebtesten Spielern. Doch dem Schweden passt es so gar nicht, dass der im Videospiel steuerbare Avatar ziemlich genau wie er selbst aussieht - und auch noch so heißt. 

"Wer hat EA Sports die Erlaubnis gegeben, meinen Namen und mein Gesicht zu verwenden? Die FIFPro?", fragte Ibrahimovic ziemlich erbost bei Twitter. Er sei sich nie bewusst gewesen, ein Mitglied der Spielervereinigung FIFPro zu sein, schon gar nicht habe er der FIFA oder der FIFPro gestattet, "Geld mit mir zu machen. Jemand macht Geld mit meinem Gesicht und meinem Namen, und das seit Jahren", echauffierte er sich. Es sei an der "Zeit, das zu untersuchen."

Warum dem exzentrischen Ibrahimovic erst jetzt auffällt, dass er Teil des Spiels ist, ist ungewiss. Bereits seit vielen Jahren gehört Ibrahimovic zum jährlich erscheinenden Videospiel der FIFA-Reihe.

300 Fußball-Profis wollen klagen

Ibrahimovic-Berater Mino Raiola hat allerdings angekündigt, dass nun 300 internationale Fußball-Profis rechtliche Schritte einleiten möchten. "Es geht hier nicht gegen EA Sports, es geht gegen das System. Das System ist falsch. Und Zlatan will diesen Kampf für alle Fußballer auskämpfen", sagte Raiola gegenüber dem "Telegraph".

Der Spieleentwickler bleibt entspannt. "Die aktuelle Situation in den sozialen Medien ist ein Versuch, FIFA 21 in einen Streit zwischen mehreren Dritten zu verwickeln, und hat wenig mit EA SPORTS zu tun", lautet eine Stellungnahme gegenüber "express.de"

Weiter heißt es: "Um ganz klar zu sein: Wir haben die vertraglichen Rechte, die Ähnlichkeit aller Spieler, die derzeit in unserem Spiel sind, einzubeziehen. Wie bereits erwähnt, erwerben wir diese Lizenzen direkt von Ligen, Teams und einzelnen Spielern. Darüber hinaus arbeiten wir mit FIFPro zusammen, um sicherzustellen, dass wir so viele Spieler wie möglich einbeziehen können, um das authentischste Spiel zu erstellen."

Raiola über Verträge: "als würdest du ein Haus verkaufen, das gar nicht dir gehört"

Raiola bestreitet die Vertragssituation nicht, hält diese allerdings für fragwürdig. „Sie haben Verträge mit Leuten, die die Rechte besitzen. Aber das sind Leute, die behaupten etwas zu besitzen, was sie eben nicht besitzen. Das ist, als würdest du ein Haus verkaufen, das gar nicht dir gehört.“

EA scheint von dem Verhalten von Raiola und Ibrahimovic irritiert zu sein: "Mino Raiola ist ein respektierter Spielervertreter, mit dem wir seit vielen Jahren eine Partnerschaft haben, inbegriffen dieses Jahr, als unsere Zusammenarbeit dazu führte, dass Erling Haaland Teil unserer Marketing-Kampagne für FIFA 21 sein würde." Auch zu Ibrahimovic habe man ein "großartiges Arbeitsverhältnis".

Dieses scheint nun allerdings gelitten zu haben.

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