Sergio Busquets ist wohl erneut zu einem Gehaltsverzicht bereit - Bildquelle: Imago ImagesSergio Busquets ist wohl erneut zu einem Gehaltsverzicht bereit © Imago Images

München - Der FC Barcelona steckt aktuell in einem Schlamassel. Im Sommer haben sich die Katalanen mit einigen Topstars verstärkt. Weil der Klub aber lange die Financial-Fairplay-Regeln der Liga nicht einhalten konnte, wurden zahlreiche Spieler erst einen Tag vor dem ersten Pflichtspiel registriert. 

Profis wie Ex-Bayern-Stürmer Robert Lewandowski drohte vor dem Saisonstart unverschuldet die Tribüne. Wie geht es weiter? ran fasst die Entwicklungen im Liveticker zusammen. 

+++ 18. August, 15:35 Uhr: Für Gehaltsreduzierung: Busquets-Forderung an Barca +++

Diese Frage dürfte Sergio Busquets ja bereits gewohnt sein. Genau wie im vergangenen Sommer hat der FC Barcelona den 34-Jährigen erneut darum gebeten, in der kommenden Spielzeit auf Teile seines Gehalts zu verzichten.

Laut der Zeitung "Sport" hat der Spanier sogar eingewilligt – nicht aber, ohne eine Forderung zu stellen. So soll Busquets am Ende der Saison selbst entscheiden wollen, ob seine Zeit im Camp Nou abgelaufen ist, er seine Karriere beendet oder noch einmal zu einem anderen Team wechselt.

Der Vertrag des Sportlers läuft nach der aktuellen Spielzeit aus. Um auf Gehalt verzichten zu können - Verzicht bedeutet Verteilung des Gehalts auf die restlichen Vertragsjahre - muss er aber einen neuen Kontrakt bis mindestens 2024 unterzeichnen, damit das Geld überhaupt verteilt werden kann.

Sollte sich der Mittelfeldspieler allerdings zu einem Wechsel oder Karriereende entschließen, bleibt Barca auf dem nun entzogenen Geld sitzen.

Busquets soll laut Berichten derweil mit einem Wechsel zu Inter Miami liebäugeln. Der Klub von David Beckham soll bereits Interesse bekundet haben.

Das Problem: Bei einem Transfer drohen Barca Schwierigkeiten. So könnte auf die Katalanen aufgrund des Vertragstricks eine ordentliche Summe an Steuern zukommen. Der Grad zwischen Geld einsparen und Zufriedenheit des Spielers ist also schmal.

+++ 13. August, 11:45 Uhr: Barca-Kader für Auftakt veröffentlicht +++

Der Saisonauftakt in LaLiga ist nur noch einige Stunden entfernt und nun hat der FC Barcelona sein Aufgebot für das erste Meisterschaftsspiel veröffentlicht. Wie erwartet sind vier der fünf Top-Neuverpflichtungen mit dabei.

Sowohl Robert Lewandowski als auch Andreas Christensen, Franck Kessie und Raphinha stehen vor ihrer Barca-Premiere in einem Pflichtspiel. Lediglich der noch nicht registrierte Jules Kounde fehlt. Während Memphis Depay und Pierre-Emerick Aubameyang trotz der Gerüchte über einen Weggang zum Kader gehören, sind die Verkaufskandidaten Samuel Umtiti und Martin Brathwaite nicht von Trainer Xavi Hernandez berücksichtigt worden.

+++ 13. August, 10:15 Uhr: Jeder eingesparte Euro kann ausgegeben werden +++

Der finanzielle Drahtseilakt der Blaugrana hält an, aber der Spielraum ist seit dem Freitag leichter zu berechnen. Wie "Mundo Deportivo" erklärte, könne der FC Barcelona ab sofort jeder eingesparten Euro direkt wieder ausgeben und würde die Regularien der spanischen Liga dennoch einhalten.

Dennoch bedeutet dies natürlich auch weiterhin, dass die beschriebenen Gehaltseinsparungen einerseits und mögliche Abgänge von Spielern wie Martin Brathwaite, Samuel Umtiti oder Memphis Depay die Voraussetzung für weitere Aktionen wie die Anmeldung etwa von Jules Kounde bleiben. Auch Pierre-Emerick Aubameyang bleibt eine denkbare Option, da das Interesse des FC Chelsea offenbar anhält. 

+++ 13. August, 09:45 Uhr: Alonso-Transfer steht kurz bevor +++

Das deutlichste Anzeichen dafür, dass Marcos Alonso die sechste Neuerwerbung des FC Barcelona wird, kam aus London. Thomas Tuchel, Trainer des FC Chelsea, sagte in seiner turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem Ligaspiel am Sonntag gegen Tottenham Hotspur, dass der spanische Linksverteidiger am zweiten Premier-League-Spieltag nicht im Kader stehen werde. Klare Begründung des deutschen Chefcoaches: "Marcos Alonso versucht, seinen Transfer zu vollziehen."

Wann dies aber geschieht, liegt in den Händen der katalanischen Finanzjongleure. Eine Einigung zwischen den Klubs bestünde seit einer Woche, heißt es unter anderem von Transferexperte Fabrizio Romano. Alonso werde einen Vertrag bis 2024 unterschreiben mit Option auf eine weitere Saison.    

+++ 13. August, 09:10 Uhr: Abgänge oder Gehaltsreduzierung nötig +++

Die Neuzugänge sind angemeldet und dürfen spielen - bis auf Jules Kounde. Der französische Innenverteidiger scharrt sprichwörtlich mit den Hufen, muss sich aber gedulden. Erst wenn weitere Abgänge vollzogen bzw. Gehaltsreduzierungen mit Spielern wie Gerard Pique oder Sergio Busquets ausgehandelt sind, kann der Einkauf vom FC Sevilla auch in Pflichtspielen auflaufen, so beschreiben es spanische Medien wie "Sport" oder "Mundo Deportivo".  

+++ 12. August, 23:30 Uhr: Barca registriert weitere Spieler +++

Neben Robert Lewandowski wurden beim FC Barcelona nun auch weitere Spieler registriert, die somit für den LaLiga-Auftakt gegen Rayo Vallecano (Samstag, 21 Uhr) spielberechtigt sind.

Andreas Christensen und Franck Kessie sind auf der Seite der LaLiga im Kader aufgeführt und dürfen somit beim ersten Saisonspiel auflaufen. Auch Raphinha, Ousmane Dembele und Sergi Roberto sind spielberichtigt.

Lediglich der Fall von Innenverteidiger Jules Kounde ist offenbar noch ungeklärt.

+++ 12. August, 20:00 Uhr: Lewandowski wohl spielberechtigt +++

Wie die "Bild" vermeldet, ist Robert Lewandowski für den Saisonauftakt des FC Barcelona gegen Rayo Vallecano (Samstag, 21 Uhr) spielberechtigt.

Durch das finanzielle Entlastungspaket der Firma Orpheus Media, an die Anteile der Barca Studios verkauft wurden, konnte der polnische Neuzugang wohl registriert werden.

Wie es mit den anderen - bislang nicht registrierten - Spielern aussieht, ist dem Bericht allerdings nicht zu entnehmen. Neben dem Lewandowskis sind auch die Einsätze von Jules Kounde, Raphinha, Andreas Christensen, Franck Kessie, Ousmane Dembele und Sergi Roberto fraglich.

+++ 12. August, 13:55 Uhr: 100 Millionen! Werden Barca-Stars dank Geldregen registriert? +++

Gelingt es den Katalanen doch noch rechtzeitig, die Sommer-Neuzugänge zu registrieren? Wie Barca am Freitagmittag meldete, hat sich der Klub mit der Firma Orpheus Media auf den Verkauf von zusätzlichen 24,5 Prozent der Anteile an den Barca Studios geeinigt.

Dadurch werden weitere 100 Millionen Euro in die arg strapazierten Kassen des Vereins gespült.

Langfristig soll der Deal dazu führen, das Wachstum in den Bereichen Digital-Strategie, NFT und Web.3 zu beschleunigen. Kurzfristig gesehen liegt der Nutzen freilich an ganz anderer Stelle: Das frische Geld soll helfen, die einen Tag vor Saisonbeginn immer noch nicht spielberechtigten Profis zu registrieren

+++ 12. August, 11:10 Uhr: Zwei Spieler können direkt wieder gehen +++

Gehen zwei Spieler tatsächlich noch vor ihrem ersten Auftritt? Bislang sind die beiden Neuzugänge Andreas Christensen und Franck Kessie nicht registriert worden. Laut "ESPN" können beide den Klub direkt wieder verlassen, sofern sie das denn wollen. 

Demnach haben beide jeweils eine Klausel in ihrem Vertrag, die es ihnen ermöglicht, den Klub zum Nulltarif zu verlassen, wenn sie nicht bis zum Auftaktspiel registriert worden sind. 

FC Barcelona: Welche Spieler sind aktuell nicht spielberechtigt?

Keine Spielberechtigung für die spanische Liga haben aktuell die Neuzugänge Robert Lewandowski, Raphinha, Jules Kounde, Andreas Christensen und Franck Kessie. Doch auch Profis aus dem bestehenden Kader sind nicht registriert.

So darf Ousmane Dembele nach jetzigem Stand nicht spielen. Er hat erst kürzlich einen neuen Vertrag unterschrieben und muss infolgedessen neu gemeldet werden. Gleiches gilt für Sergi Roberto.

FC Barcelona: Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Hält Barca die Financial-Fairplay-Regeln nicht ein, drohen zwei mögliche Strafen. Neben der Tatsache, dass die Neuzugänge nicht registriert werden können, sind ein Punktabzug in der Liga sowie eine Geldstrafe möglich.

Übrigens: Auch in der Zukunft droht Ungemach. Gleich mehrere Topstars des Klubs, darunter Gerard Pique und Sergio Busquets, hatten in der Vergangenheit zugestimmt, ihr Gehalt erst später zu kassieren, um dem Verein finanziellen Spielraum zu ermöglichen.

Doch auch dieses Entgegenkommen hat ein Ende und der Klub muss die ausstehenden Gehälter bezahlen. Alleine bei Verteidiger Pique sind es laut der katalanischen Zeitung "Ara" 52 Millionen Euro.

Barca im Dilemma: Wen kann der Klub noch verkaufen?

Schon seit Wochen versuchen die Katalanen alles, um einige ihrer Profis bei anderen Klubs unterzubringen. Mittelfeldspieler Frenkie de Jong scheint dabei der vielversprechendste Verkaufskandidat zu sein. Es soll bereits eine Einigung mit Manchester United gegeben haben, der Niederländer stimmte allerdings einem Abgang nicht zu.

Nun wurden von Seiten des Vereins offenbar härtere Geschütze aufgefahren. Barca drohe dem Spieler mit einer Klage, sollte er seinen aktuellen Vertrag nicht auflösen, den Barca für rechtswidrig hält, und wieder zu seinem vorherigen Kontrakt zurückkehren.

Zu den weiteren Verkaufskandidaten zählen unter anderem Samuel Umtiti und Martin Braithwaite. Präsident Joan Laporta hatte an beide eine unmissverständliche Botschaft. "Sie haben Vertrag, aber sie haben verstanden, dass der Trainer nicht mit ihnen rechnet. Sie wissen, dass es Zeit ist zu gehen", sagte er im Gespräch mit "Esport3".

Möglich ist zudem auch ein Abgang von Memphis Depay oder Pierre-Emerick Aubameyang.

FC Barcelona: Kann Lewandowski auflaufen?

Unklar. Bis jetzt ist der Pole für LaLiga nämlich nicht spielberechtigt. Laporta versuchte bereits zu beschwichtigen. Bei der Vorstellung des Stürmers erklärte der Präsident, Lewandowski habe vor seiner Unterschrift Bedenken gehabt. "Robert war auch besorgt, ob wir ihn registrieren könnten, sein Agent auch." Laut Laporta habe man Pini Zahavi und seinem Klienten diese Sorgen aber nehmen können.

Unberechtigt waren und sind die Bedenken aber offenkundig nicht. So berichtete der Barca-Boss weiter: "Ich glaube, ich habe sie in dem Sinne beruhigt, dass wir alles tun würden, um ihn zu registrieren. Dass, falls wir nur einen registrieren könnten, Robert der Erste sein würde." Lewandowski sei in der "ersten Reihe der Startaufstellung", wenn Barca den nächsten Spieler registrieren kann.

Wie ist die finanzielle Lage in Barcelona?

Alles andere als positiv. 1,3 Milliarden Bruttoschulden verkündete Präsident Joan Laporta bei seinem Amtsantritt 2021. Erst im Juni erklärte er, der Patient sei "in finanzieller Hinsicht praktisch tot". Auch mit der Einhaltung des Salary Cap klappt es nicht. So gab die Liga im März bekannt, dass Barca die Gehaltsobergrenze deutlich überschritten hat.

Das Budgetdefizit verhindert derzeit, dass Robert Lewandowski und Co. registriert werden können. Was kann Barca nun tun?

Langfristig muss der Klub Schulden reduzieren, um im Verhältnis wieder mehr für Spielergehälter ausgeben zu können. Kurzfristig braucht der Klub schlicht und ergreifend Geld. Hierbei hat sich schon einiges getan. Mehrfach wurden Fernseh- und Merchandising-Rechte an die globale Investmentfirma Sixth Street verkauft, dies brachte mehr als 500 Millionen Euro. Für die Registrierung der Neuzugänge reicht das trotzdem nicht.

FC Barcelona: Warum können Spieler nicht registriert werden?

In der spanischen Liga darf jeder Verein 25 Spieler für den regulären Spielbetrieb anmelden. Dabei sind die Klubs an eine Gehaltsobergrenze gebunden. Diese ist abhängig vom Budget bzw. den Finanzen des Vereins und wird für jede Mannschaft einzeln berechnet.

Hält sich ein Verein nicht an die Obergrenze, wird es mit der Aufnahme von neuen Spielern in den Kader schwierig. In diesem Fall müssen die Klubbosse weitere Geldquellen erschließen. Möglich sind beispielsweise Spielerverkäufe oder zusätzliche Sponsoren.

Das größte Problem aktuell: Barca hat statt 25 satte 33 Spieler im Kader. Acht Spieler muss der Klub also eigentlich noch loswerden.

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