Angelo Stiller stand bei der TSH Hoffenheim in allen drei Bundesligaspielen ... - Bildquelle: imago images/EibnerAngelo Stiller stand bei der TSH Hoffenheim in allen drei Bundesligaspielen in der Startelf und nimmt auch bei der U21-Nationalmannschaft eine wichtige Rolle ein © imago images/Eibner

München - Er zählt zu den Entdeckungen der ersten drei Bundesliga-Spieltage, absolvierte am Donnerstagabend sein Debüt für die U21-Nationalmannschaft und könnte auch beim bevorstehenden Länderspiel gegen Lettland (Dienstag, 17:45 Uhr, live auf ProSieben MAXX und ran.de) eine wichtige Rolle einnehmen.

Gemeint ist Angelo Stiller: Ein 20 Jahre alter defensiver Mittelfeldspieler, der beim FC Bayern München den Durchbruch nicht schaffte und der nun bei der TSG Hoffenheim so richtig durchstartet.

Erster Kontakt zu den Bayern: Gemeinsames Foto mit Schweinsteiger

Stiller hat den Großteil seines Lebens beim Rekordmeister verbracht. Gerade einmal zehn Jahre war er alt, als er der Nachwuchsabteilung der Bayern beitrat. "Ich habe zuvor beim TSV Milbertshofen gespielt. Dann kamen Scouts auf meine Eltern zu und haben mich zum Probetraining eingeladen", erzählt er über die Anfänge.  

Fan dieser Mannschaft war er bereits vorher: "Als ich sechs Jahre alt war, habe ich an der Säbener Straße gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger ein Foto gemacht. Das werde ich nie vergessen." Dementsprechend groß war die Freude, eines Tages selbst Bestandteil der Profimannschaft zu sein.

Im Sommer 2018, als die meisten Nationalspieler aufgrund der Weltmeisterschaft beim Trainingsstart nicht vor Ort waren, absolvierte er seine ersten Trainingseinheiten bei der Profimannschaft.

Die Erinnerungen daran sind bei ihm weiterhin präsent: "Ich bin dorthin gefahren, war ein wenig aufgeregt, weil ich nicht so richtig wusste, was auf mich zukommt. Aber ich hatte mich auch sehr gefreut, dass nun der Tag gekommen ist." 

Es war zwar ein merkwürdiges Gefühl, sich plötzlich in der gleichen Kabine zu befinden wie seine Vorbilder. Doch das Eis war schnell gebrochen: "Sandro Wagner hat direkt das Gespräch mit mir gesucht, auch Franck Ribery. Ich wurde sehr gut aufgenommen."

Begeistert von Flinck: "Er ist super menschlich"

Auch von Hansi Flick, dem heutigen Bundestrainer und vorherigen Bayern-Trainer, hat er Positives zu berichten: "Er ist super menschlich, hat immer sofort das Gespräch zu jungen Spielern wie mir gesucht. Er hat uns gesagt, dass wir Selbstvertrauen haben und uns zeigen sollen, ansonsten einfach so bleiben müssen, wie wir sind."

Im Sommer 2019 reiste er mit der Profimannschaft des FC Bayern in die USA und wurden bei den Testspielen gegen den FC Arsenal und den AC Mailand eingewechselt. Dies war für ihn das bis dahin größte Erlebnis seiner Laufbahn: "Man arbeitet ja darauf hin, bei solchen Spielen dabei zu sein. Ich war mega-glücklich, mitspielen zu dürfen."

In der Bundesliga kam er beim FC Bayern zwar nicht zum Einsatz, dafür aber in Pokal und Champions League. Gegen Atletico Madrid und Lokomotive Moskau wurde er in der Schlussphase des Spiels eingewechselt, beim Pokalspiel gegen den 1. FC Düren stand er sogar eine komplette Halbzeit auf dem Platz.

Gleichwohl war abzusehen, dass er als Sechser keine echte Chance haben würde, sich in München als junger Spieler durchzusetzen. An Nationalspielern wie Joshua Kimmich oder Leon Goretzka war kein Vorbeikommen.  

Sebastian Hoeneß ist sein Förderer

Spielpraxis sammelte er vorwiegend bei der zweiten Mannschaft in der 3. Liga. Mit unterschiedlichem Erfolg: 2020 gewann FC Bayern II die Meisterschaft, ein Jahr später folgte der Abstieg. 

Die Konsequenz: Stiller wechselte in diesem Sommer zu seinem Förderer Sebastian Hoeneß zur TSG Hoffenheim. Bereits bei den A-Junioren und der 2. Mannschaft des FC Bayern hatte er unter dem Sohn von Dieter Hoeneß gespielt.  

"Er war ein wichtiger Grund für den Wechsel. Wenn einer deine Stärken kennt, dann ist das schon leichter", sagte Stiller in der "Heilbronner Stimme."

So gesehen ist es keine allzu große Überraschung, dass Stiller in den bisherigen drei Bundesligaspielen in der Startelf stand und beim 2:2 gegen Union Berlin sogar einen Treffer vorbereitet hat. Hoeneß lobte ihn danach: "Er war in der ersten Hälfte sehr dominant unterwegs, hat ein paar richtig gute Pässe gespielt."

"Der Rechte kann nix"

Gleichwohl befindet er sich noch am Beginn seiner Entwicklung. Eine Schwäche von dem Linksfuß ist die nicht vorhandene Beidfüßigkeit. "Der Rechte kann nix", gibt er selber lachend zu. 

Die Spiele in der U21 könnten seine persönliche Entwicklung fördern. Nachdem er in der U18 und U20 lediglich zu jeweils einem Einsatz kam, möchte er sich bei der höchsten U-Nationalmannschaft des DFB nun fest etablieren.

"Es ist etwas ganz Besonderes, die Nationalmannschaft zu vertreten und die Hymne vor dem Spiel zu singen", sagt er. "Das ist Gänsehaut pur für mich."

Oliver Jensen

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