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München/Wolfsburg - Wer beim 1. FC Köln nach Gewinnern sucht, könnte voreilig abwinken. Gewinner beim FC? Die kann es doch gar nicht geben. In den ersten sieben Bundesligaspielen gelang kein Sieg, mit mickrigen drei Punkten belegt der stolze Traditionsverein Platz 16.

Doch für einen Spieler läuft es zumindest persönlich ganz gut: Ismail Jakobs. Der 21-Jährige begann seinen Aufstieg in der vergangenen Saison – und setzt ihn in dieser munter fort.

Seit er von einer Oberschenkelblessur kuriert ist, bestritt der Linksaußen jedes Spiel über 90 Minuten. Sein Durchbruch im DFB gelang ihm Anfang September, als er unter U21-Trainer Stefan Kuntz debütierte. Sollte die Kuntz-Elf im finalen EM-Quali-Spiel gegen Wales (17. November ab 17.45 Uhr auf ProSieben MAXX und im Livestream auf ran.de) gewinnen, wäre sie für die Europameisterschaft im kommenden Sommer qualifiziert. Jakobs könnte dann sein erstes Turnier im deutschen Dressbestreiten. Diese Entwicklung war vor Kurzem noch nicht abzusehen.

Steile Karrierekurve bei Jakobs

Der gebürtige Kölner ist keiner, der die Jugend-Nationalmannschaften Jahr für Jahr durchlief. "Ich hatte in meiner Jugendzeit viele Verletzungen und war auch nicht so auf dem Radar des DFB", erklärt der Linksaußen. "Wie man in meiner Karrierelaufbahn sehen kann, bin ich im letzten Jahr erst durchgestartet. Deswegen kann ich es auch völlig nachvollziehen, dass ich jetzt erst dazu stoße."

Doch seit vergangener Spielzeit zeigt seine Karrierekurve so steil nach oben, dass eine Nominierung zwangsläufig war. "Mit seiner athletischen Spielweise hat sich Iso in der vergangenen Saison zu einer Säule in unserem Team entwickelt. Und das, obwohl er mit seinen 21 Jahren immer noch ein junger Spieler ist, der mit jedem Einsatz wächst", lobte FC-Geschäftsführer Horst Heldt anlässlich der Vertragsverlängerung Anfang Oktober.

Großes Vorbild Lukas Podolski

Jakobs debütierte vor rund einem Jahr unter dem damaligen Cheftrainer Achim Beierlorzer, doch auf den Sprung zu den Profis hatte Assistent André Pawlak,der auch die U21 trainierte,einen großen Einfluss. "Er hat mich immer motiviert und gepusht", sagt Jakobs. "Das Vertrauen des Trainers ist bei mir der ausschlaggebende Punkt, dass ich mich so entwickeln konnte und entwickeln kann." Ein wenig Glück brauche man aber auch, sagt Jakobs. In Köln rutschte er in die Mannschaft, weil sich ein Konkurrent verletzte. "Das gehört im Fußball dazu", sagt er.

Als Vorbild bezeichnet Jakobs, der von sich selbst sagt, er habe manchmal "'ne große Klappe", die Kölner Vereinslegende Lukas Podolski. Dieser sei nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Vorbild. "Es gibt wenige Leute, die Lukas Podolski nicht mögen", sagt Jakobs. "Allein, dass die Nummer zehn bei Köln nicht vergeben wird, ist schon ein Zeichen, was für eine Legende er ist."

Testspiel gegen Slowenien

Seinen Helden traf Jakobs mal auf einem Sportplatz in der kleinen Gemeinde Weilerswist bei Köln, "da habe ich ein Foto mit ihm gemacht". Persönlich kennt er Podolski nicht, aber: "Ich glaube schon, dass er meinen Namen kennt, ich hoffe es zumindest."

Nachdem er die vergangenen zwei Partien bei der deutschen U21 wegen der Oberschenkelverletzung verpasste, greift er nun wieder an. Vor dem großen Finale gegen Wales in der EM-Quali gibt es noch ein Testspiel gegen Slowenien (Donnerstag ab 17.45 Uhr auf ProSieben MAXX und im Livestream auf ran.de). "Natürlich würde ich gerne beide Spiele spielen",sagt der Linksfuß – schränkt allerdings auch ein: "Ich muss nicht das Testspiel 90 Minuten durchknüppeln."

Selbstvertrauen eines Gewinners

Es gilt, die Kräfte für die wichtige Aufgabe gegen Wales zu sparen, wenn es um Platz eins in der Gruppe geht. Jakobs hat das Ziel fest im Blick. "Es wäre ganz besonders schön, mit einem Erfolgserlebnis ins Ziel zu gehen. Wir gehen fest davon aus, dass wir die EM nächstes Jahr spielen."

Gesprochen mit dem Selbstvertrauen eines Gewinners.

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