U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz plagen Personalprobleme. - Bildquelle: Getty ImagesU21-Nationaltrainer Stefan Kuntz plagen Personalprobleme. © Getty Images

Freiburg - Die Vorfreude auf das volle Stadion lässt sich Stefan Kuntz auch von den schwierigen Voraussetzungen nicht nehmen. "Wir freuen uns wie Bolle. Eine große Kulisse war immer der unerfüllte Traum der U21", sagt der DFB-Trainer vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien am Sonntag. Etwa 16.000 Zuschauer werden in Freiburg (am Sonntag ab 15:40 LIVE auf ProSieben und ran.de) erwartet, für das DFB-Team eine enorme Kulisse.

"Ich glaube, dass die Atmosphäre uns tragen wird", sagt Kuntz im SID-Gespräch. Den Rückenwind kann seine Mannschaft für das Spitzenspiel gut gebrauchen: Noch immer hält Kuntz die Belgier für den größten Konkurrenten in der Gruppe, doch der Nachbar hat aus drei Spielen erst vier Punkte geholt. "Mit einem Sieg könnten wir daher schon für relativ viel Klarheit sorgen", sagt Kuntz, dessen Elf mit zwei Siegen gestartet war.

U21-Spieler mit wenig Erstligaerfahrung

Die Ausgangslage könnte allerdings besser sein: Derzeit stehen nur zwei Erstliga-Stammspieler im deutschen U21-Aufgebot. "Und das sind mit Ridle Baku und Luca Kilian auch noch zwei, die im Verein nicht gerade viel Vergnügungssteuer zahlen müssen", sagt Kuntz über die Profis aus Mainz und Paderborn. Diese Situation sei "bedenklich", so der DFB-Coach, "da ist schon was zu erkennen."

Hinzu kommt, dass auch die Zweitliga-Profis im Team derzeit in ihren Klubs teilweise nur auf der Bank sitzen. "Die Einsatzzeiten sind im Moment extrem wenig für unsere Spieler. Und in dem Alter ist Spielzeit das Wichtigste", sagt Kuntz. Immer mehr schaut sich der Coach daher im Ausland um. Dort entdeckte er auch Ragnar Ache vom niederländischen Erstligisten Sparta Rotterdam, der erstmals im Aufgebot steht.

Kuntz setzt auf Legionäre

"Du schaust natürlich, wo noch Jungs sind, die Spielpraxis haben. Ragnar hat fünf Tore gemacht und drei Assists. Da haben wir natürlich gesagt: Den laden wir mal ein und schauen ihn uns an. Alles andere wäre vermessen", sagt Kuntz. Ähnlich war dies schon bei Mergim Berisha vom SCR Altach (Österreich) und Orestis Kiomourtzoglou von Heracles Almelo (Niederlande) der Fall, die beide schon für die U21 gespielt haben.

Umso mehr hofft Kuntz nun auf das "halbe" EM-Ticket, das ein Sieg gegen Belgien bringen würde. Dann nämlich bekäme er im neuen Jahr die Möglichkeit, sein Team ohne Siegzwang entwickeln zu können. "Wenn du nicht zu 100 Prozent aufs Ergebnis schauen musst, kannst du eher noch was ausprobieren", sagt Kuntz. Die Marschroute ist daher klar: "Ein Sieg wäre extremst wichtig - und den wollen wir auch holen."

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